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Göttinger Bayern-Fans zur Heynckes-Personalie

Trainerdiskussion bei Bayern München Göttinger Bayern-Fans zur Heynckes-Personalie

Der Triple-Trainer ist zurück: Jupp Heynckes soll nach Medienberichten bis zum Saisonende das Traineramt beim derzeit angeschlagenen deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München übernehmen. Bayern-Fans aus der Region würden die Rückkehr von „Don Jupp“ begrüßen.

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Jupp Heynckes soll als Trainer des FC Bayern München Carlo Ancelotti beerben.

Quelle: dpa

Göttingen/Eichsfeld. Der Triple-Trainer ist zurück: Jupp Heynckes soll nach Medienberichten bis zum Saisonende das Traineramt beim derzeit angeschlagenen deutschen Rekordmeister FC Bayern München übernehmen. Was halten Göttinger und Eichsfelder von dieser Personalie?

Rüdiger Schmiedekind, Trainer des Fußball-Kreisligisten SV Eintracht Hahle, ist selber Bayern-Fan und findet die Entscheidung nachvollziehbar, „auch wenn ich die Lösung mit Thomas Tuchel auch nicht so schlecht gefunden hätte“. Heynckes sei jedoch wohl momentan „die beste Lösung. Er kann mit der Mannschaft gut umgehen, kennt viele Spieler noch und hat mit ihnen große Erfolge gefeiert.“ Das Team sei nun gefordert und brauche „eine Persönlichkeit und keinen No-Name-Trainer“. Allerdings könne der 72-Jährige nur „eine Übergangslösung“ sein. Die werde die Bayern jedoch wieder in die Erfolgsspur führen, glaubt Schmiedekind: „Qualität setzt sich durch. Am Ende werden die Bayern wieder Meister.“

72 Jahre – auch für die Region ein Spitzenwert

Als er davon erfahren habe, habe er gleich seinen Koffer gepackt und warte nun auf Anrufe, sagt Helmut Latermann (71), dessen bis dato letzte Anstellung als Trainer allerdings schon fünf Jahre her ist: Noch mit 66 Jahren saß der frühere 05-Coach auf der Trainerbank von Wacker Teistungen in Thüringen. Das letzte Mal mit 62 saß Dieter Bilbeber (63) auf der Bank, und zwar bei der SG Bergdörfer, die er im Alter von 60 Jahren übernommen hatte. „Dann bin ich Opa geworden und wollte die Zeit anders nutzen“, sagt er.

Zu den dienstältesten Trainern der Region zählte Hüseyin Eren, der mehr als 25 Jahre lang Trainer des SV Puma (heute 1. Kreisklasse Süd) war. Als er vor einigen Jahren das Traineramt abgab, war auch er weit über 60 Jahre alt. war

Fritz Güntzler, CDU-Bundestagsabgeordneter mit der Bayern-Mitgliedsnummer 7590, findet Heynckes als „Übergangslösung bis zum Ende der Saison“ gut: „Er kennt den FC Bayern, er kennt einen Großteil der Spieler, und er spricht spanisch“, was die Kommunikation mit den spanischen Akteuren des Rekordmeisters erleichtere. „International hat er eine große Erfahrung, und die Mannschaft freut sich auf ihn, weil sie die positive Erinnerung an das Triple hat.“ Außerdem „juckt es ihn ja auch, er hat ja die ganze Zeit zu Hause gesessen“.

Tuchel hätte nicht zum FCB gepasst, das habe ihm sein Gefühl gesagt. Im Übrigen nehme er „nächstes Mal“ Geld für Prophezeiungen: Erst vor ein paar Tagen habe man im Freundeskreis über die Personalie diskutiert. „Ich dachte an eine Übergangslösung. Udo Lattek ist tot, also tippte ich auf Heynckes – und bin dafür ausgelacht worden.“ Nun müsse der Fokus auf die Champions League gelegt werden, „Deutscher Meister kann mal wer anders werden“.

Als Übergangslösung
eine gute Wahl

Auch Bayern-Fan Jelle Brinkwerth, Trainer des Landesligisten FC Grone, findet, dass Heynckes als Übergangslösung eine gute Wahl wäre – „im Verbund mit Hermann Gerland und all den anderen“. Er erwarte keine Wunderdinge, „aber die Spieler wissen: Der hat Ahnung vom Geschäft.“

Für Ingo Sarow, Trainer des Kreisligisten SV Germania Breitenberg, ist die wahrscheinliche Verpflichtung des routinierten Heynckes vor allem ein Fingerzeig auf die Zukunft. „Damit steht wohl fest, dass ab nächsten Sommer Julian Nagelsmann kommen wird.“ Ob sich Heynckes als richtige Wahl erweist, müsse man abwarten: „Er hat natürlich viel Erfahrung und ist ein guter Trainer, ich weiß aber nicht, ob die Lösung so angemessen ist, schließlich entwickelt sich alles weiter. Ich hätte eher ein Duo wie Mehmet Scholl und Hermann Gerland bevorzugt.“ Den zeitpunkt der Entlassung Ancelottis kann Sarow nicht nachvollziehen: „Man hätte schon im Sommer reagieren müssen. Das haben die Verantwortlichen verpennt.“

„In der derzeitigen Situation ist er
genau der richtige Mann“

Als „cleveren Schachzug“ bewertet Fabian Adam, Teammanager des Bezirksligisten SG Bergdörfer, hingegen den Heynckes-Coup: „In der derzeitigen Situation ist das genau der richtige Mann. Er kennt sich im Verein bestens aus, ist ein erfahrener deutscher Trainer, dem keiner mehr etwas vormacht.“ Heynckes werde die Bayern „innerhalb kürzester Zeit“ wieder zu Erfolgen führen. „Bereits nach der Länderspielpause wird man seine Handschrift erkennen“, prophezeit Adam.

Detlef Ott, Teammanager des Bezirksligisten SSV Nörten-Hardenberg, findet Heynckes als Übergangslösung bis zum Ende der Saison gut. Danach würde er gern Nagelsmann haben. Heynckes zeichne Erfahrung und Gelassenheit aus. „Der einzige Nachteil ist, dass er seine Spezies aus alten Zeiten bevorzugen könnte.“ Ein Comeback von Philipp Lahm schließt Ott aber aus.

Von Eduard Warda und Christian Roeben

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