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Keiner will mit RSV 05 in Fußball-Oberliga spielen

Lizenzanträge Keiner will mit RSV 05 in Fußball-Oberliga spielen

Es geht schon wieder los: Sowohl der SV Holthausen/Biene als auch der SC Langenhagen, beides Konkurrenten des Fußball-Oberligisten RSV 05, haben nach eigenen Angaben darauf verzichtet, eine Oberliga-Lizenz zu beantragen. Damit stehen die Teams als erste Absteiger fest.

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Bald allein in der Liga? RSV-Torjäger Özkan Beyazit sitzt auf dem Rasen des Göttinger Jahnstadions.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Berücksichtigt man nun noch, dass in der Regionalliga der insolvente VfB Lübeck aus Schleswig-Holstein den Abstieg gepachtet hat, also kein niedersächsisches Team in in die Oberliga absteigt, bleibt in dieser nur noch ein Abstiegsplatz vakant. Und auch dieser fiele weg, wenn am Ende der Saison der Tabellenzweite sein Relegationsspiel gewinnen und in die Regionalliga aufsteigen würde. Spannender Wettbewerb sieht anders aus.

In der vergangenen Saison hatte sich die Abstiegsfrage durch die Insolvenz der RSV-Konkurrenten Emden und Nordhorn erübrigt – die Rückrunde war an Langeweile kaum zu überbieten. 05-Manager Jan Steiger sieht in der aktuellen Entwicklung jedoch keine Parallele zur Saison 2011/12: „Das letzte Jahr war eine Farce. Die Mannschaften konnten sich aussuchen, ob sie überhaupt gegen Emden und Nordhorn spielen wollen. Auch wenn im Abstiegskampf die Spannung flöten geht, sieht das jetzt ganz anders aus.“

Finanzielle Situation

Holthausen/Biene hätte wahrscheinlich sowieso keine Lizenz erhalten, weil das Finanzamt angesichts zu erwartender Nachzahlungen von Steuern und Sozialabgaben eine Unbedenklichkeitsbescheinigung verweigert hätte. Langenhagen verwies auf die finanzielle Situation, die keinen Leistungsfußball mehr zulasse. „Das hat sich abgezeichnet“, kommentiert Steiger.

Jürgen Stebani hält die Abstiegstheorie, nach der sich, eine erfolgreiche Relegation des Zweiten vorausgesetzt, kein Oberligateam mehr Gedanken um den Klassenverbleib machen muss, für durchaus möglich. Der Staffelleiter setzt sogar noch einen drauf. Um Rechtssicherheit zu gewährleisten, endete die Lizensierungsfrist in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0 Uhr. „Wer weiß, wer die Lizenz eingereicht hat“, fragt Stebani. Immerhin gilt der sportlich erfolgreiche Tabellenzweite Heeslingen auch als finanziell angeschlagen.

Relegation der Tabellenzweiten

Womöglich müsse auf Landesliga-Ebene eine Relegation der Tabellenzweiten gespielt werden, um einen vakanten Oberliga-Platz zu belegen. Für endgültige Klarheit wird eine Pressemitteilung des Verbands sorgen, die am heutigen Mittwochvormittag verschickt werden soll. „Diese Woche wird noch spannend“, bringt es Steiger auf den Punkt.

„Die Vereine sind durch die Fälle, die wir hatten, schlauer geworden. Ich finde das gut, dass die Klubs vorsichtiger geworden sind“, sagt Stebani zu den Fällen Holthausen/Biene und Langenhagen. „Es ist nicht so, dass kein Team mehr Bock auf die Oberliga hat. Aber es ist eine gewisse Ehrlichkeit eingezogen“, so der Staffelleiter.

Regionalliga-Relegation als Saisonziel

Mit den beiden Klubs sind in der nächsten Saison „zwei Gegner, die wir lieb gewonnen haben“, nicht mehr dabei, unterstreicht Steiger: Gegen Holthausen/Biene habe man stets gewonnen, Langenhagen sei mit einer „kurzen Auswärtsfahrt“ verbunden gewesen. Davon, dass spätestens jetzt Platz zwei und damit die Regionalliga-Relegation als Saisonziel ausgerufen werden müssen, will der Manager nichts wissen.

„Wir sind zwar so selbstbewusst zu sagen, dass wir auch so mit den vier Abstiegsplätzen nichts zu tun gehabt hätten. Aber wir dürfen jetzt nur auf den nächsten Gegner schauen und nicht auf die Tabelle.“ So überhaupt noch mal gespielt werden kann in diesem Jahr, heißt der nächste Gegner am Sonntag – Langenhagen.

► Kommentar: Jetzt zählen Siege

Der Oberliga-Rückzug von Holthausen/Biene und SC Langenhagen ist ein weiterer Beleg dafür, wie schwer es der Fußball-Mittelbau in Deutschland hat. Die Regional- und Oberligisten mit teilweise weniger als 200 Zuschauern im Schnitt können sich gerade so über Wasser halten oder benötigen bereits einen Schnorchel. Viert- und fünftklassiger Fußball kostet viel Geld, doch die Fernsehgelder fließen woanders – ab der dritten Liga aufwärts.

Dem RSV 05 kann man da nur raten, so weiterzumachen wie bisher: das selbst auferlegte Motto „One Team, one dream – 2015“ zu befolgen und eine Taktik der kontrollierten Offensive zu versuchen. Aktuell käme allerdings eine kleine Erfolgsserie recht. Denn wenn die Abstiegsprobleme so gut wie gelöst sind, sollten sich die Fans wenigstens mit der Aufstiegsfrage beschäftigen dürfen.

Wenn es um gar nichts mehr geht, lassen sie wie in der vergangenen Saison das Jahnstadion links liegen.

Von Eduard Warda

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