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Oberliga: 100 Anhänger von Celle und 05 gehen aufeinander los

Sieg wird von Randale überschattet Oberliga: 100 Anhänger von Celle und 05 gehen aufeinander los

Nach dem Oberligaspiel zwischen dem TuS Celle FC und dem 1. SC 05 ist es am Sonnabend vor dem Stadion an der Nienburger Straße zwischen 100 Anhängern beider Vereine zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen.

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Quelle: Hildebrand/dpa (Symbolfoto)

Celle. Göttinger Fans berichteten, sie seien von rechten Ultras aus Celle angegriffen und provoziert worden. „Dazu gibt es keine Hinweise“, sagte Polizeihauptkommissar Dirk Kowalkowski von der Polizeiinspektion Celle.

Die Beamten setzten Pfefferspray, Schlagstöcke und zwei Hunde ein, bestätigte der Polizeisprecher auf Tageblatt-Nachfrage. Von den Göttinger Fans seien die Einsatzkräfte mit einer Flasche und einem Holzscheit beworfen worden.

Auch hätten sich Anhänger aus Göttingen vermummt. Von zwei Göttinger Beteiligten seien die Personalien festgestellt worden. Am Einsatz seien 41 Beamte mit 20 Dienstfahrzeugen aus Celle, aus dem benachbarten Heidekreis und Uelzen beteiligt gewesen.

Nach Polizeiangaben werden nun Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Nach Trennung der Gruppen

Nach Auswertung der Videoaufzeichnungen werden weitere strafrechtliche Schritte geprüft, so die Polizei. Ferner sollen die dort abgebildeten Personen mit Unterstützung der Göttinger szenekundigen Beamten ermittelt werden.

50 Beteiligte ordnet die Polizei den Insassen eines Göttinger Reisebusses, acht einem Transporter und zehn Göttinger Pkw zu. Außerdem seien 15 Oldenburger Fans beteiligt gewesen.

Nach Trennung der Gruppen aus Celle und Göttingen sowie einer Versorgung der vom Pfefferspray betroffenen Anhänger, bei denen Augen ausgespült werden mussten, begleitete die Polizei den Reisebus von Celle durchgehend bis Göttingen.

„Die Polizei war ziemlich überfordert“, sagte auf Tageblatt-Nachfrage ein 05-Fan, der dabei war, aber seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die 05-Anhänger seien von sechs Celler Fans provoziert worden und zwar mit Parolen, die in der Ausstellung im Göttinger 05-Fanraum über Rassismus im Fußball thematisiert wurden.

"Die wurden einfach bei uns stehen gelassen"

Die Schau war bis Sonnabend zu sehen. „Es gab dumme Sprüche und dann als Reaktion natürlich Widerspruch von unseren Anhängern“, sagte der 05-Fan. „Die sollten die Ausstellung lieber mal nach Celle holen. Es hat sich gezeigt: Wir machen so eine Ausstellung nicht ohne Grund.“

In den vergangenen drei Begegnungen mit dem TuS Celle und dessen Fans sei das Verhältnis durchaus „prickelnd“ gewesen. Deshalb sei die Partie auch als Sicherheitsspiel eingestuft worden, so der 05-Anhänger weiter. Polizei und Ordner seien vor Ort gewesen, eine Trennung der Fans in Blöcke habe aber nicht stattgefunden.

„Bereits in der Halbzeit turnten die sechs Celler Fans bei uns rum und haben provoziert. Wenn die einfach weggeschickt worden wären, hätte man das Ganze viel schneller lösen können. Aber die wurden einfach bei uns stehen gelassen. Das Sicherheitskonzept ist aus unserer Sicht nicht aufgegangen“, berichtete der 05-Fan.

Spätestens mit dem Pfefferspray-Einsatz nach dem Spiel sei die Situation dann eskaliert, sagte der Göttinger Anhänger. Von geworfenen Steinen, Flaschen und Knüppeln habe er jedoch nichts gesehen.

Situation von der Polizei unterschätzt

Befreundete Oldenburger Anhänger seien da gewesen, weil man nach dem Spiel zusammen nach Göttingen zur Abschlussveranstaltung der Antirassismus-Ausstellung Tatort Stadion fahren wollte.

Bei der bis dato letzten Erhebung hatten die Bundesländer im vergangenen Herbst 25 bis 30 Fans von Göttingen 05 der Kategorie B – gewaltbereite/-geneigte Personen – zugeordnet. „Mit Gewalt wollen wir nichts zu tun haben, nicht im Stadion und nicht vor dem Stadion“, sagte 05-Vizepräsident Jens Handkammer gegenüber dem Tageblatt.

Allerdings sei die Situation von der Polizei nach seinen Informationen offenbar auch unterschätzt worden. „Es ist ja bekannt, dass die Fans aus unterschiedlichen politischen Lagern kommen, die Celler Fans aus dem rechten, unsere aus dem linken.“

Es sei schade, dass der Konflikt nicht schon zur Halbzeit gelöst und später ein „vernünftiger Abmarsch“ organisiert worden sei. Außerdem hätte die Polizei sensibler vorgehen können. „Wir können aber natürlich nicht akzeptieren, dass sich unsere Fans vermummen und gegen die Staatsgewalt vorgehen.“

Von Helmut Latermann und Eduard Warda

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