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Oberliga: Beim 3:5 gegen Lüneburg wird der RSV 05 verhöhnt

„Nie mehr zweite Liga“ Oberliga: Beim 3:5 gegen Lüneburg wird der RSV 05 verhöhnt

Beim Stand von 2:4 fingen die RSV-Fans an, die eigene Mannschaft zu veräppeln. Zu hören waren der Fußball-Gassenhauer „So schön“, aber auch „Technisch überlegen, RSV 05“ auf die Melodie des 80er-Jahre-Disco-Hits „Vamos a la playa“.

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Hektik im Strafraum: Das passiert  am Sonntag dem RSV (Jan-Henrik Matthes, r.) öfter als Lüneburg (Stefan Wolk, 2. v. r.).

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Mit „Nie mehr zweite Liga“ dürften die Anhänger des Göttinger Oberligisten – Stand Sonntagnachmittag nach Spielschluss – Recht behalten: Der Gastgeber hatte gegen den Aufstiegsaspiranten Lüneburger SK fahrlässig und fast ohne sich zu wehren eine 2:0-Halbzeitführung vergeben und sein Wiedergutmachungs-Heimspiel vor 360 Zuschauern im Jahnstadion noch mit 3:5 vergeigt.

Dabei hatte alles so angefangen, wie es sich Trainer „Jelle“ Brinkwerth gewünscht hatte: mal kein schnelles Gegentor kassiert, dafür selbst einen Treffer erzielt und auch noch nachgelegt. Im einzelnen sah das so aus, dass Torjäger Özkan Beyazit den Lüneburger Keeper Maximilian Wulf in der 8. Minute mit einem Klasse-Heber zur Führung überwand.

Weiter ging es mit einem schönen Angriff über rechts: SK-Verteidiger Daniel Stäcker ließ sich zum zweiten Mal in drei Minuten aus dem Abwehrverbund locken, Jan-Henrik Matthes passte auf Bruns, und dessen Hereingabe verwertete „Ötze“ zum 2:0 (21.). Beyazit spielte diesmal von Beginn an, dafür saßen beide Podolczaks auf der Bank.

Besser konnte es also kaum beginnen. Der RSV hatte die Lücken in der Gäste-Abwehr eiskalt ausgenutzt, und Lüneburg hatte gestern Pech im Abschluss: Stefan Richter und Benjamin Tillack scheiterten an RSV-Keeper Nils Holzgrefe (29., 32.), Finn-Patrick Gierke, der nach der Pause bester SK-Akteur war, schlenzte zunächst daneben (41.).

So hätte es weitergehen können, doch es folgte eine 20-minütige Demontage: Richter (48.), Gierke (54., 61.) und Tillack (67.) drehten unter tätiger Mithilfe der 05er das Spiel um. Besonders schlecht sah bei den Gegentreffern drei und vier RSV-Verteidiger Julian Keseling aus. Alles in allem stellte jedoch das gesamte Team des Gastgebers wenig Motivation unter Beweis, die Niederlage abzuwenden. Ein Antritt, ein Steilpass – und die 05-Abwehr war überrumpelt.

So weit wie möglich vom Ball wegzubleiben

Es folgten die hämischen Gesänge der eigenen Fans, ein weiterer Gegentreffer (Arafate Tcha-Gnaou/80.) und ein von RSV-Kapitän Christian Horst verwandelter Strafstoß nach Foul am eingewechselten Grzegorz Podolczak (84.). Die Anhänger schwankten letztlich zwischen Ironie und totaler Verärgerung, La Ola und „Auswärtssieg“-Rufe waren genauso zu hören wie „Scheiß-Legionäre“-Ausbrüche.

„Dass es geht, hat man in der ersten Halbzeit gesehen. Vielleicht haben wir im Training wegen unseres kleinen Kaders nicht so eine Konkurrenzsituation wie Lüneburg“, analysierte RSV-Coach Brinkwerth. „Möglicherweise ist momentan aber auch jeder zu sehr mit sich selbst beschäftigt, denn nach der Pause hat sich jeder bemüht, so weit wie möglich vom Ball wegzubleiben.“

Fakt ist, dass die Spieler analog zum Hildesheim-Spiel sehr früh die Schultern hängen ließen und sich fügten. Ein Disput zwischen Holzgrefe und Keseling blieb die Ausnahme. Einige Zuschauer hätten sich dem Vernehmen nach gewünscht, dass Brinkwerth mal von der Bank aufsteht und laut wird.

Laut waren jedoch lediglich die RSV-Fans. „Always look on the bright side of life“, sangen sie zum Schluss. RSV-Manager Jan Steiger wertete die Gesänge als „Galgenhumor“ und „Backpfeife für die Mannschaft“.

RSV 05: Holzgrefe – Burkhardt, Horst, Keseling, Huck – Förtsch (86. Zeibig) – Bruns, Rudolph (57. K. Podolczak), Matthes, Lindner (65. G. Podolczak) – Beyazit. – Tore: 1:0, 2:0 Beyazit (8., 21.), 2:1 Richter (48.), 2:2, 2:3 Gierke (54., 61.), 2:4 Tillack (67.), 2:5 Tcha-Gnaou (80.), 3:5 Horst (84./FE).

Von Eduard Warda

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