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Osnabrück-Profi Grimaldi feiert in Göttingen Hochzeit

Stammspieler statt „Einwechselkönig“ Osnabrück-Profi Grimaldi feiert in Göttingen Hochzeit

Vom Sportmagazin Kicker ist er kürzlich als "Einwechselkönig" bezeichnet worden und auch sonst weiß Fußballprofi Adriano Grimaldi nicht, ob er mit seiner sportlichen Situation beim Tabellenführer der 3. Liga, dem VfL Osnabrück, zufrieden sein soll. Am Donnerstag aber spielt das alles keine Rolle. Dann heiratet er in Göttingen seine Freundin Francesca.

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Dank an die Fans: der gebürtige Göttinger Stürmer Adriano Grimaldi im Trikot des VfL Osnabrück.

Quelle: Osnapix

Göttingen. Ob er mit seiner sportlichen Situation zufrieden sein kann oder nicht, weiß er nicht so recht. Adriano Grimaldi, 21-jähriger Fußballprofi des VfL Osnabrück, ist mit seinen Lila-Weißen Tabellenführer der 3. Liga und auf dem besten Weg zurück in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Außerdem kam der Göttinger in 19 von 22 Spielen vor der Winterpause zum Zug – wurde jedoch in 17 Partien eingewechselt, weshalb das Sportmagazin Kicker ihn kürzlich in einer Story als „Einwechselkönig“ bezeichnete. Sämtliche Zweifel an seiner Situation werden allerdings am heutigen Tag vom Tisch gewischt sein. Denn heute heiratet Grimaldi seine Freundin Francesca.

„Ich bin einerseits zufrieden, zumal es auch für das Team gut läuft. Andererseits ist meine persönliche Entwicklung nicht gerade befriedigend“, sagt Grimaldi über seine Rolle als Osnabrücker Edel-Joker. Weil jedoch der VfL Tabellenführer und das System mit einer Spitze erfolgreich ist, sieht Coach Claus-Dieter Wollitz keinen Grund, das System umzustellen – Grimaldi sind die Hände gebunden, er kann nicht mehr tun, als sich immer wieder im Training anzubieten. „Ich muss meine eigenen Wünsche hintanstellen und das machen, was dem Team gut tut.“

Grundsätzlich fühlt sich der Göttinger in der dritten Liga wohl. „Das ist eine sehr gute Liga mit vielen klangvollen Namen wie Alemannia Aachen, Hansa Rostock, Karlsruhe oder Offenbach. Da sind klasse Mannschaften dabei“ – die der VfL bis jetzt samt und sonders auf Distanz gehalten hat. Zuletzt gab es bei den Kickers in Offenbach, dem Pokalschreck des Erstligisten Fortuna Düsseldorf, einen 5:1-Auswärtserfolg. Allerdings ohne Grimaldi, der wegen eines Magen-Darm-Infekts vorzeitig in die Göttinger Heimat abreiste.+

Stürmer für Mainzer Profis in der Bundesliga

In Göttingen trat der ehemalige Spieler des Nikolausberger SC und SCW zuletzt im Januar 2010 beim Lokhallen-Turnier für A-Junioren in Erscheinung, als er mit dem Nachwuchs des FSV Mainz 05 den Cup holte. Sporadisch kam der Stürmer auch für die Mainzer Profis in der Bundesliga zum Einsatz. Sein Weg führte ihn dann aber zu Fortuna Düsseldorf in die zweite Liga und von da aus zu Beginn des Jahres zum Drittligisten SV Sandhausen – eine weniger schöne Erfahrung. „Dahin hätte ich vielleicht nicht wechseln sollen“, sagt Grimaldi im Rückblick. Reizvoll sei die Möglichkeit gewesen, um den Zweitliga-Aufstieg mitzuspielen. Außerdem sei er mit der Perspektive gelockt worden, in einem 4-4-2-System als zweiter Angreifer aufzulaufen. „Das war nicht korrekt. Man hat nur mit einem Stürmer gespielt, und für mich war es schwierig, ins Team reinzukommen. So geht man nicht mit einem Spieler um. Das war keine so große Erfahrung“, macht der 21-Jährige seinem Ärger Luft.

Obwohl Osnabrück Tabellenführer ist, heißt der Titelfavorit für Grimaldi „ganz klar KSC“. Der VfL stehe vor einer schweren Rückrunde. „Es gibt viele Mannschaften, die in unserer Situation eingebrochen sind. Jetzt heißt es, Kraft und Qualität unter Beweis zu stellen“, unterstreicht der Stürmer, der in dieser Saison zweimal für den VfL getroffen hat.

Zwar beginnt bereits am 3. Januar die Vorbereitung auf die restlichen Saisonspiele. Grimaldi hofft aber, dass er trotzdem dann und wann Zeit findet, seinem Bruder Marco, Zweitliga-Basketballer der BG Göttingen, in der Sparkassen-Arena bei der Arbeit zuzusehen. „Es ist cool, dass wir beide ganz oben stehen“, sagt er im Hinblick auf die Tabellenführung der Veilchen.

Als Fußballer will er „durch gute Trainingsleistungen unter Beweis stellen: Ich bin bereit.“ Es sei momentan schwer für ihn, Ansprüche zu formulieren. „Mein Ziel ist es einfach, in der Rückrunde noch mehr Einsatzzeit zu bekommen“, sagt Grimaldi. Heute allerdings muss der VfL Osnabrück damit leben, ausgeblendet zu sein. In Göttingen wird eine Hochzeit gefeiert.

Von Eduard Warda

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Ristorante Fellini investiert in Biergarten

Jung war Luciano Grimaldi als er nach Deutschland kam, auf der Suche nach Arbeit. In der Gastronomie wollte er sein Geld verdienen, zunächst in Mainz, dann in Halle, später in Göttingen. Im Rialto hat der gebürtige Italiener gearbeitet, bevor er sich 2002 entschied, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. In Göttingen fand er in der Groner-Tor-Straße 28 ein geeignetes Objekt (früher Pizzeria Taormina) für seine Pläne. Mit Immobilienbesitzer Rainer Nothdurft war er sich rasch einig, Grimaldi eröffnete sein Ristorante Fellini.

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