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Fußball vor Ort SVG Göttingen wirft Torwarttrainer raus – wegen Taktikverrats
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort SVG Göttingen wirft Torwarttrainer raus – wegen Taktikverrats
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18:49 24.10.2018
Vater und Sohn: Piotr Podolczak (links) und Grzegorz auf einem Archivbild, aufgenommen im Maschpark, Schauplatz des Derbys zwischen dem 1. SC 05 und der SVG. Quelle: Pförtner
Göttingen

„Es gibt einen Grund, dass ihr verloren habt“, sei ihm vor einiger Zeit zu seiner Überraschung gesteckt worden, berichtet SVG-Trainer Dennis Erkner. „05 wusste eure Taktik.“ Insgesamt hätten ihm drei Schwarz-Gelbe unabhängig voneinander vom Geheimnisverrat berichtet.

05-Stürmer Grzegorz Podolczcak, Sohn von SVG-Torwarttrainer Piotr Podolczak, sei es gewesen, der die taktischen Vorgaben ausgeplaudert habe – eine Information, die von 05-Trainer Philipp Käschel bestätigt worden sei. 20 bis 30 Minuten vor Anpfiff des mit Spannung erwarteten Derbys seien die taktischen Vorgaben weitergegeben worden. „Piotr hat das sofort abgestritten“, erzählt Erkner. Allerdings habe der ehemalige Profikeeper gleichzeitig eingeräumt, dass er seinem Sohn tatsächlich etwas gesteckt hat – Grzegorz selbst betreffend.

Jeff Pierre sollte wurde im Derby kaum angespielt

„Das ist nicht kriegsentscheidend“, sagt Erkner, der damit wahrscheinlich hätte leben können. Doch es kam noch etwas dazu: Erkner wollte, dass 05-Verteidiger Jeff Pierre im Aufbauspiel gepresst wird. „Ein Landesligatrainer sagt nach Spielschluss zu mir, er hätte gedacht, dass wir Pierre verstärkt anlaufen. Nur sei ja Pierre nie angespielt worden. Und dann erfahre ich von anderer Seite: Die wussten, dass ihr den pressen wollt“, sagt Erkner.

Der Trainer findet: „Das ist ein Wettbewerbsvorteil, ganz klar. Es kann durchaus sein, dass wir deshalb verloren haben“, unterstreicht der SVG-Coach. Gegnerbeobachtungen und Videostudium hätte er sich sparen können. In jedem Fall sei es ein „Vertrauensbruch“.

Könnte die undichte Stelle nicht ein Spieler sein? Nein, glaubt Erkner – so kurz vor dem Spiel seien die Teams beieinander. Und überhaupt: Was hätten die drei 05er davon, wenn sie dadurch, dass sie Grzegorz Podolczak als Quelle nennen, den Verdacht auf Piotr lenken?

Tatsache ist, dass momentan ausschließlich Indizien gegen Piotr Podolczak sprechen. Der bisherige Torwarttrainer habe in den vergangenen Tagen öfter mit ihm telefoniert und angesichts der Beweislage auch Verständnis für den Schritt, ihn zu entlassen, geäußert, berichtet Erkner. Podolczak reklamiere jedoch nach wie vor seine Unschuld und fahnde momentan offenbar im Alleingang nach der undichten Stelle, um sich zu entlasten. „Die Fakten sind soweit klar. Ob es absichtlich oder unabsichtlich war – Dennis hat kein Vertrauen mehr in Piotr, was ich nachvollziehen kann. Und dann müssen wir als Vorstand reagieren“, sagt der SVG-Vorsitzende Thomas Grüneklee.

„Wir haben völlig emotionsfrei darüber gesprochen: Entweder wir machen mit Piotr weiter, oder wir trennen uns von ihm. Und wir haben uns gemeinsam entschieden, dass wir nicht mehr mit ihm arbeiten können.“ Wichtig sei aber auch festzuhalten: „Wir haben an dem Tag einfach schlechten Fußball gespielt und hätten gegen jeden verloren.“

Eigentlich hatte die SVG Stillschweigen vereinbart, dann bekam ein Göttinger Fußballportal Wind davon. Restzweifel bei der SVG an der Schuld Podolczaks gebe es ausschließlich wegen dessen emotionaler Reaktion, weil er nach wie vor vehement seine Unschuld beteuere, stellt Erkner klar. Es wird wohl zu einem Sechs-Augen-Gespräch mit Erkner und Käschel kommen. Für den SVG-Coach steht bereits vorher fest: „Ich bin ein Fußballtrainer und habe eigentlich keinen Bock, mich mit so einem Scheiß auseinanderzusetzen.“

Von Eduard Warda

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