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Sparta-Torwart Torben Nickel trainiert bei Celtic Glasgow

„The fucking hard German“ Sparta-Torwart Torben Nickel trainiert bei Celtic Glasgow

Torben Nickel liegt auf seinem Bett und entspannt sich, als ihn eine Kurzmitteilung seines Trainers Ioannis Spiroudis erreicht. „Celtic Glasgow will dich zum Probetraining einladen“, steht darin geschrieben. Nickel, Torwart der A-Junioren des Fußball-Landesligisten Sparta, schmunzelt kurz und hält es für einen Scherz seines Trainer.

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Gegner in der Lokhalle: Celtics Luke Donnelly (l.) und Stuart Findlay, hier gegen Spartas Taha Önder, scheitern häufig an Keeper Nickel.

Quelle: Pförtner

Göttingen/Glasgow.  „Ioannis ist so ein lockerer Typ, ich dachte, der verarscht mich“, sagt der 17-Jährige. Als ihn kurze Zeit später ein Scout des 44-fachen schottischen Serienmeisters anruft, wird der Adelebser hellhörig – Celtic möchte ihn tatsächlich vorspielen lassen.

Beide Seiten einigen sich schnell auf einen Termin, und nur eineinhalb Wochen später sitzt Nickel gemeinsam mit seiner Mutter Anja im Flieger nach Glasgow. „In dem Moment habe ich mich unglaublich gefreut“, erinnert sich der Keeper.

Aufmerksam auf Nickel wurde Celtic-Coach Stevie Frail beim Sparkasse & VGH-Cup in der Lokhalle. Beim 3:2-Überraschungssieg Spartas gegen die U 20 der Briten raubte Nickel Frails Stürmern mit meisterhaften Paraden fast jeglichen Nerv. „Mir war bewusst, dass ich in der Lokhalle gut gehalten habe, aber mit der Einladung eines Spitzenklubs rechnet man natürlich nie“, so Nickel.

Als einziger ins Eisbecken

Auch in Lennoxtown, wo sich das riesige Trainingszentrum der Kelten mit Indoorhalle, drei Rasen- sowie je einem Kunstrasen- und Torwarttrainingsplatz befindet, hat der großgewachsene Schlussmann den früheren Profi-Mittelfeldspieler bei den täglichen Einheiten überzeugt. Ganz besonders nach dem Training:

Während sich der Celtic-Nachwuchs kaum mit der Fußspitze ins muskelentspannende Eisbecken traute, tauchte Nickel furchtlos in das nur drei Grad Celsius kalte Wasser ein, was Frail den Kommentar „the fucking hard German“ (zu deutsch: der verdammt harte Deutsche) abnötigte.

Gehe es nach Frail, so werde Celtic seinen Sohn zu einem späteren Zeitpunkt erneut unter die Lupe nehmen, betont Torbens Vater Rainer – als Trainer des Northeimer Kreisligisten FC Auetal selbst vom Fach. Geplant sei, dass eine Delegation der Schotten nach Deutschland reist, um Spartas Nummer Eins bei einem A-Junioren-Landesligaspiel zu beobachten.

Das sind Gedankenspiele, mit denen sich Torben Nickel nicht befasst. „Ich rechne nicht damit, dass sie mich verpflichten. Vielmehr genieße ich, dass ich da sein durfte und so viele interessante Erfahrungen gesammelt habe“, erklärt der Bayern-Fan lässig. Eines ist ihm aber klar: Wenn ihn Celtic will, dann wird er für mindestens ein Jahr nach Schottland gehen, wo es ihm sehr gut gefallen hat. Selbst das Essen sei entgegen etlicher Vorurteile gegenüber der britischen Küche verblüffend gut gewesen.

Nicht nur das Essen ist gut

Neben den kulinarischen Genüssen habe ihm aber vor allem die ungemeine Disziplin imponiert, mit der die Akteure trainieren. „Wenn einer nicht knallhart mitmacht, machen die Trainer richtig Feuer. Es gibt zudem einen Strafenkatalog, der mindestens zehn Pfund als Sanktion vorsieht“, so Nickel. Ganz nach dem Geschmack des ehrgeizigen Spartaners mit Vorbild Oliver Kahn. Kommt es vor, dass er seinen Mitspielern gegenüber ähnlich aggressiv auftritt, wie die Torwart-Legende? „Durchaus“, sagt Nickel breit grinsend.

Auf seinem Trainingsplan standen in Glasgow hauptsächlich sogenannte Doppelschüsse. Das bedeutet, unmittelbar nachdem Nickel den ersten Schuss pariert hatte, kam vom Torwarttrainer der nächste. „Dabei war ich manchmal zu langsam und weiß jetzt, dass ich an meiner Schnelligkeit arbeiten muss“, erzählt der Elftklässler am Otto-Hahn-Gymnasium.

Im Eins-gegen-Eins-Verhalten und bei den Reflexen stehe er den Celtic-Torhütern hingegen kaum nach. Interessant sei auch zu beobachten gewesen, wie die Nachwuchsspieler ihren „mentalen Schalter“ umlegen können. „Beim Training waren die hochprofessionell. Danach beim lockeren Fußball-Tennis habe ich gemerkt, dass die alle normale Menschen sind.“

Nette Menschen, wie er unterstreicht, deren Englisch mit schottischem Akzent allerdings „eine Katastrophe“ sei. Häufig wurde sich mit Händen und Füßen verständigt. Es war das einzig Negative während der Woche in Schottland für „the fucking hard German“.

Von Rupert Fabig

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