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Fußball vor Ort Supporters Crew 05 bezieht Fanraum im alten DGB-Haus
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Supporters Crew 05 bezieht Fanraum im alten DGB-Haus
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00:19 24.05.2013
Im Fanraum: die „Supporters“-Vereinsvorsitzenden Philipp Rösener, Daniel Brouer und Oliver Kaczuba (v.l.). Quelle: Hinzmann
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Göttingen

In den Räumen der Oberen-Masch-Straße 10 sollen nicht nur 05-Unterstützer die Möglichkeit haben, sich zu treffen, dem Verein gehe es auch darum, einen neuen „kulturpolitischen Standort“ zu schaffen, sagt Vorsitzender Philipp Rösener.

Noch ist nicht alles fertig in den zwei Räumen im Erdgeschoss. Fließendes Wasser gibt es noch nicht, eine neue Theke soll gebaut, eine feuchte Stelle an der Wand noch beseitigt werden.

Dort, hinter das Ledersofa, soll dann „ein Riesen-Graffiti“ hinkommen, Rösener breitet die tätowierten Arme aus: Göttingens Skyline. Das Vereinswappen und Göttingens Stadtzeichen werden an der anderen Wand befestigt, Rösener dreht sich und zeigt wieder auf die weiße Tapete.

Der glatzköpfige Mann mit Backenbart ist einer von drei Vereinsvorsitzenden. Mit anderen „Supporters“ hat er drei Jahre lang nach einem Vereinshaus gesucht – „mal mehr, mal weniger intensiv“. Nun, wo die Räume gefunden sind, soll es endlich losgehen.

Bildung und Kultur

Sofa und Sessel, ein Kühlschrank in der Ecke, vor den Fenstern Tische und Stühle, nebenan ein Kickertisch – all das steht schon. Man hat tapeziert und gestrichen, manches in Gelb und Schwarz, den Farben des RSV 05. Vereinsmitglieder und Unterstützer haben die Ausstattung zusammengetragen.

Einen „Thekentreff“ und Stammtisch sowie Treffen vor und nach den Spielen soll es hier nun regelmäßig geben. Mit Schulklassen will man über Themen wie Homophobie, Gewalt und Rassismus im Fußball sprechen, „in Seminarform, wenn gewünscht“, sagt Rösener, auch Veranstaltungen der Universität zum Thema Fußball sollen im Fanraum stattfinden können.

Außerdem sind kulturelle Veranstaltungen geplant. „Tatort Stadion“ heißt eine Wanderausstellung, die sich mit Rassismus und Diskriminierung im Fußball auseinandersetzt. Die „Supporters“ holen sie 2014 nach Göttingen.

Lesungen soll es geben, hier hofft der Verein unter anderem auf Hardy Grüne und seine Kontakte. Grüne ist in der Szene für seine fußballhistorischen Bücher bekannt, er lebt in Göttingen und ist Mitglied bei den „Supporters“. Alle Veranstaltungen seien natürlich offen für jeden, betont Rösener.

Eine Juwelen-Lage

„Sichtbar“ solle ihr Fanraum sein, man wolle sich als Kulturstandort in der Stadtlandschaft präsentieren, sagt er. Und er blickt hinüber auf die andere Straßenseite. „Hier soll doch vielleicht ein Hostel gebaut werden, das ist doch der letzte Stand?“, fragt er, jetzt mit der Colaflasche nach draußen zeigend. Rösener zeigt oft irgendwohin, dorthin, wo es eigentlich noch nichts zu sehen gibt. 

Momentan versperren Baugerüste den Haupteingang des Fanraums. Die Fensterscheiben bekommen Rösener und die anderen nicht mehr sauber, wie lange die Fassadenarbeiten dauern werden, wissen sie nicht.

Aber Rösener will sich die gute Stimmung nicht vermiesen lassen. In ein paar Jahren, sagt er, sei das hier eine Juwelen-Lage. Und zufrieden schaut er von seinem Vereinshaus durch die grauen Fenster.

Weitere Informationen zum Fanraum unter Telefon  01   57/77   80   05    05.

Von Telse Wenzel

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