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Fußball vor Ort Torverhältnis oder Tordifferenz – Eichsfelder Trainer kapitelfest
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort Torverhältnis oder Tordifferenz – Eichsfelder Trainer kapitelfest
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18:07 10.04.2012
Eichsfeld

„Was entscheidet bei Punktgleichheit?“, lautete daher die Frage an eine Handvoll Eichsfelder Fußballtrainer. Wurde ihnen die Wahlmöglichkeit zwischen Torverhältnis und Tordifferenz nicht genannt, antworteten die Experten „Torverhältnis“. Fielen dagegen beide Begriffe als Alternative, entschieden sich die Trainer richtiger Weise für die Tordifferenz. Karl-Heinz Goldmann, der Coach des Kreisklassisten Viktoria Gerblingerode, ist mit dem Torverhältnis groß geworden. „Es war früher so, und heute sagt man Torverhältnis, meint aber Tordifferenz“, kommentiert er seine falsche Antwort. „Die geschossenen und kassierten Tore stehen schon im Verhältnis – es ist eben ein vertrauter Begriff“, erläutert Peter Schütz, der Teamchef des Kreisligisten Hertha Hilkerode.

Dabei sind Torverhältnis und Tordifferenz schon zwei Paar Schuhe. Als das Verhältnis noch entschied, war ein 1:0 rechnerisch wertvoller als ein 10:1, weil sich beim Teilen durch eine Null ja als Ergebnis „unendlich“ ergibt. Ein gravierenderer Nachteil des Torquotienten war (und ist), wie man bei Wikipedia lesen kann, die „fehlende Monotonie“: Liegt Mannschaft A vor Mannschaft B und erzielen beide in ihrem nächsten Spiel das gleiche Ergebnis, so würde man erwarten, dass die Rangfolge der Mannschaften unverändert bleibt.

Beispiel bei Wikipedia

Beim Torquotienten ist dies jedoch nicht gewährleistet. Beispiel bei Wikipedia: A führt bei gleichem Punktestand mit 3:1 Toren (3,0) vor B mit 5:2 Toren (2,5). Spielen beide Mannschaften nun gegeneinander und endet das Spiel 2:2, führt plötzlich B mit 7:4 (1,75) vor A mit 5:3 Toren (1,67). Bei der Tordifferenz kann dieser Effekt hingegen nicht auftreten – ein Grund, warum sich die Tordifferenz in den 1960-er Jahren letztlich auch durchsetzte.

„Damals bin noch mit der Blechtrommel um den Christbaum gerannt“, kann sich Spielertrainer Thomas Schulz vom FC Mingerode nicht mehr an den Wechsel vom Dividieren zum Subtrahieren der Tore erinnern. In Deutschland erfolgte dieser Übergang 1969, in Italien war diese Regelung mit Ausnahme der Jahre 1938 bis 1942 schon immer üblich. Schulz: „Man sagt aber auch heute noch Torverhältnis. Man stolpert auch gar nicht richtig darüber, wenn der Ausdruck fällt. Das hat sich manifestiert, und dennoch weiß jeder, dass die Tordifferenz gemeint ist.“

Antwort „Tordifferenz

Dass die Einführung dieser Rechenart im deutschen Fußball sinnvoll war, ist auch für die statutenfesten Trainer der beiden Eichsfelder Bezirksligisten unstrittig. Tobias Dietrich (Germania Breitenberg) und Rüdiger Schmiedekind (Blau-Weiß Bilshausen) haben die richtige Antwort „Tordifferenz“ sofort parat und halten diese Regelung auch für sinnvoll. „Alles andere wäre Blödsinn“, sagt Schmiedekind. Dietrich sieht in der Bestimmung auch einen Vorteil für die Zuschauer: „Das fördert das offensive Spiel, weil es auf die geschossenen Tore ankommt und die Teams deshalb eher nach vorne spielen.“

Ebenso sieht es Daniel Thiele vom des Kreisligisten TSV Seulingen. „Offensives Spiel wird belohnt, so dass mehr in den Angriff investiert wird.“ Nicht umsonst hätten die Bayern zuletzt gegen Hoffenheim sieben und gegen Hertha BSC Berlin sechs Treffer erzielt, „obwohl sie ja sonst eher auf Ballbesitz spielen.“

mbo/cro

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