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Umfrage zur geplanten Torlinien-Technik in Göttinger Fußballwelt

Zustimmung und Ablehnung Umfrage zur geplanten Torlinien-Technik in Göttinger Fußballwelt

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien soll es keine Wembley-Tore mehr geben: Der Weltfußballverband Fifa hat sich dazu entschlossen, bei den Titelkämpfen in Südamerika erstmals die sogenannte Torlinien-Technik zum Einsatz kommen zu lassen. Trägt die Entscheidung zur Fairness im Sport bei, oder verliert der Fußball seinen Reiz, weil hitzige Diskussionen damit ausgeschlossen sind?

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Ein Tor, das Geschichte schreibt: Deutschland mit Torhüter Hans Tilkowski (vorn) verliert das WM-Finale 1966 im Wembley-Stadion.

Quelle: dpa

Göttingen. Ich bin dafür“, sagt Jozo „Jelle“ Brinkwerth, Trainer des Oberligisten RSV 05. „Es geht vielleicht Diskussionsstoff verloren, aber versetzt man sich in die Mannschaft, die benachteiligt worden ist, ist eine technische Überwachung der Torlinie schon sinnvoll. Es geht ja schließlich um viel.“ Das Spiel sei schneller geworden, „und das mit den Torrichtern hat ja nicht so geklappt“.

J. Brinkwerth

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Kein Sinn in unteren Ligen

Im Prinzip liebe er Fehlentscheidungen und Diskussionen darüber im Anschluss. „Aber mit der Torlinien-Technik wären wir 1966 vielleicht Weltmeister geworden.“ In den unteren Ligen mache die elektronische Überwachung der Torlinie allerdings nicht so viel Sinn.

Zwar ist Florian Borrs, Torhüter des Landesligisten FC Grone, schon mehrmals selbst Opfer von Tor-Fehlentscheidungen geworden, trotzdem lehnt er die neue Technik ab. „Fehler gehören dazu, und der Fußball lebt von den Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter“, sagt der 24-Jährige.

F. Borrs

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Vor der Linie

Einmal, berichtet er, sei ein Ball einen halben Meter vor der Torlinie aufgesprungen, und der Unparteiische habe auf Treffer entschieden. „Mit so etwas kann ich leben. Besser als wenn alles so computermäßig und einheitlich wird.“

„Das ist für uns Schiedsrichter mit Sicherheit eine Hilfe“, sagt die Göttinger Unparteiische Michaela Siegmann. Einen Einsatz im Amateurbereich hält die 23-Jährige aber wegen der Kosten und des Aufwands nicht für sinnvoll. „Darüber brauchen wir uns gar nicht zu unterhalten.“ Die Torlinien-Technik findet Siegmann „auf jeden Fall besser als Torrichter“, und außerdem: „Im Tennis gibt es ja so etwas auch.“

M. Siegmann

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Bundesweit im Profibereich

Özkan Beyazit, Torjäger des Oberligisten RSV 05, der in dieser Saison bereits elfmal getroffen hat, hält den Einsatz der neuen Technik „als Stürmer prinzipiell für ganz gut. Es kommt schon öfter vor, dass der Schiedsrichter und der Assistent nichts sehen, und dann wird ein Tor nicht anerkannt.“ Die elektronische Überwachung der Torlinie müsse auch bundesweit im Profibereich eingeführt werden, fordert der Angreifer, der am vergangenen Sonntag 32 Jahre alt geworden ist. „An solchen wichtigen Entscheidungen hängt ja viel dran, das geht in alle Richtungen: Geld, Wirtschaft, Trainerentlassungen."

Ö. Beyazit

Quelle:

Er selbst kann sich an keine strittigen Situationen erinnern, was allerdings auch mit einer gewissen Befangenheit zusammenhänge: „Als Torjäger denkt man sowieso immer: Der ist drin. Man will ja, dass es ein Tor ist.“

„Im Profifußball sofort, aber für unsere Vereine ist das nicht bezahlbar“, sagt Wolfgang Reese, Spielausschussvorsitzender des Bezirks Braunschweig. „Warum soll man eine solche Technik nicht nutzen?“ Mit einem Torlinien-System gehe es zukünftig fairer zu, glaubt Reese, denn: „Die Schiedsrichter sind ja auch nur Menschen.“

Von Eduard Warda

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