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Fußball vor Ort VfL Olympia Duderstadt: Vom Image eines Fußballvereins lösen
Sportbuzzer Fußball Fußball vor Ort VfL Olympia Duderstadt: Vom Image eines Fußballvereins lösen
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00:17 02.02.2013
Action auf Kunstrasen: Die Spieler des VfL Olympia Duderstadt (blaue Trikots) kämpfen in der 2. Kreisklasse um Punkte. Quelle: Walliser
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Duderstadt

Gleich zehn Spieler verließen den Verein in der vergangenen Sommerpause – die Folgen waren für den damaligen Sechsten der 1. Kreisklasse gravierend.

Der personelle Aderlass war so groß, dass der VfL seine erste Mannschaft kurzerhand aus der 1. Kreisklasse zurückzog und nun in der 2. Kreisklasse spielt. Die Vfler des zweiten Teams rückten wegen der vielen Abgänge in Vertretung Nummer eins. „Wir haben versucht, m

it den Spielern zu reden, konnten ihnen aber keine Perspektive mehr bieten“, gibt Müller zu. Mit Gorik Adamjan, Wasgen Arakiljan, Senol Benliler und Steve Heinrich wechselten gleich vier Akteure zum FC Rittmarshausen-Weißenborn – eine Kettenreaktion war die Folge. „Das hat auch die anderen veranlasst, den Verein zu verlassen“, bedauert Müller. Ob die Fußballer finanzielle Gründe hatten, den VfL Olympia zu verlassen, „will und kann ich nicht sagen“, betont Müller. Fakt jedoch ist: „Wir betreiben keinen finanziellen Aufwand für die Spieler, sprich sie bekommen kein Geld dafür, dass sie für uns auflaufen.“

Vielleicht, so räumt der 1.Vorsitzende ein, habe der selbstauferlegte Sparkurs dazu geführt, dass die Mannschaft, wie früher, nicht mehr auf Bezirksebene spiele: „Aber dafür ist der Verein gesund. Wir denken als Stadtverein auch in die Breite, die erste Prämisse ist nicht, die erste Fußballmannschaft wieder in den Bezirk zu bekommen.  Als ich 1999 den Vorsitz übernommen habe, hatte der Verein 50 000 Mark Schulden. Die Maßgabe war es, den Verein zu sanieren. Heute haben wir keine finanziellen Sorgen.“

Um die Trainingsmöglichkeiten beneiden viele Teams den VfL Olympia, der sich Mitte der achtziger Jahre aus dem SC Olympia und dem VfL Duderstadt bildete und nach der Fusion vier Fußball-Herrenteams auf die Beine stellen konnte. Als einziger Verein aus dem Eichsfeld besitzen die Duderstädter seit 2008 einen Kunstrasenplatz, der im Training kurioserweise jedoch „nur halb“ genutzt werden kann. Da ein Anwohner vor Jahren über Lärmbelästigung klagte und vor Gericht Recht bekam, dürfen die Spieler nur auf das Tor schießen, das gegenüber den Häusern steht. Elmar Müller quittiert das mit einem Schmunzeln.  Irgendwann, so der Wunsch des 1. Vorsitzenden, sollen die Olympia-Spieler auch wieder höherklassig jubeln. Der Unterbau, so betont Müller, sei mit neun Jugendteams (die mit Breitenberg eine Jugend-Spiel-Gemeinschaft bilden) gegeben. Zudem geht in der laufenden Spielzeit erstmals eine Mädchen-Fußballmannschaft an den Start.

Ohne finanziellen Aufwand sei ein dauerhafter Spielbetrieb auf höherer Herren-Ebene jedoch so gut wie nicht möglich. „Nicht nur für uns ist es heutzutage schwer, entsprechende Sponsorengelder zu akquirieren“, verdeutlicht Elmar Müller. „Wir wollen keinen Förderkreis gründen, der sich ausschließlich um die Finanzierung der ersten Mannschaft kümmert.“ So schön fußballerische Erfolgserlebnisse auch seien: „Vom Image eines reinen Fußball-Vereins müssen die Leute und wollen wir uns lösen.“

Von Christian Roeben

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