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Wieviel Schmerzensgeld ist bei bösen Fouls fällig?

Fußball Wieviel Schmerzensgeld ist bei bösen Fouls fällig?

Wieviel kann ein Foul auf dem Fußballplatz kosten? Diese Frage warf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm auf, das Michael Schlein, Mittelfeldspieler des Kreisligisten VfB Lünen, 50 000 Euro Schmerzensgeld zusprach. Schlein hatte sich bei einem Foul neben einem Kreuzbandriss weitere Knieverletzungen zugezogen und musste viele Operationen über sich ergehen lassen.

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Betretene Mienen: Thorsten Tunkel (schwarze Jacke) kniet über einem verletzten SVGer.

Quelle: SPF

Göttingen. „Man muss im Einzelfall entscheiden“, sagt Steffen Heyerhorst von der Rechtsabteilung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) über die möglichen Auswirkungen des Urteils.

„Eine Schadensersatzforderung kommt hin und wieder vor, allerdings nicht in dieser Größenordnung“, berichtet Heyerhorst. Grundsätzlich gelte in dieser Hinsicht, zwischen Tätlichkeiten und Fouls zu unterscheiden. Handele es sich um eine Tätlichkeit, sei in der Regel klar, dass es vor Gericht geht.

Bei Fouls sieht das anders aus. Laut Bundesgerichtshof muss eine erhebliche Regelwidrigkeit vorliegen, damit eine Klage Aussicht auf Erfolg hat – an dieser Stelle greift aber die Einzelfallentscheidung. „Da sind dann auch die Krankenversicherer hinterher. Die wollen natürlich einen Teil der Kosten abtreten“, sagt Heyerhorst, der schätzt, dass höchstens 50 Prozent aller Fußballer eine Haftpflichtversicherung haben.

„Es gibt unglückliche Zweikämpfe. Ich unterstelle aber niemals jemandem Absicht“

Thorsten Tunkel, Fußball-Abteilungsleiter des Landesligisten SVG, hält es durchaus für möglich, dass Haftpflichtversicherer nach dem Urteil offensiver um Fußballer als Kunden werben. „Es gibt unglückliche Zweikämpfe. Ich unterstelle aber niemals jemandem Absicht“, verweist Tunkel auf eigentlich harmlose Zweikämpfe, die mit einem Beinbruch endeten. Das Hammer Urteil erhöhe nun womöglich die Bereitschaft zu klagen, mutmaßt der SVGer.

Relevant sei, unterstreicht Heyerhorst, wie detailliert ein Foul beschrieben wird – auf die Zeugen kommt es an, zumal im vorliegenden Fall der Schiedsrichter lediglich Gelb zeigte. Heyerhorst: „Der Ball sollte nach Möglichkeit in der Nähe sein. Ist er drei Meter entfernt und man grätscht rein, darf man sich nicht beschweren.“

Von Eduard Warda

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