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22. Sparkasse & VGH Cup: Yousif ist „Vorbild für alle jungen Spartaner“

Gewinner der Torjägerkanone 22. Sparkasse & VGH Cup: Yousif ist „Vorbild für alle jungen Spartaner“

Er ist beliebt, kommt mit seiner zurückhaltenden, freundlichen Art bei Mitspielern, aber auch Gegenspielern und Zuschauern gut an. Deshalb fiel am vergangenen Sonntag der Jubel in der Lokhalle umso lauter aus, als der Gewinner der Torjägerkanone des Sparkasse & VGH-Cups bekannt gegeben wurde: Iwan Yousif vom A-Junioren-Landesligisten Sparta.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Der Lokhallen-Cup ist nicht irgendein beliebiges Hallenturnier, sondern das größte europäische Fußballturnier für A-Junioren unter dem Hallendach. Regelmäßig geben sich die Talentspäher der Bundesligaklubs im Januar in Göttingen ein Stelldichein.

Am vergangenen Sonntag nun schnappt zum ersten Mal in der langen Geschichte der Veranstaltung ein Nobody aus der Region den Juniorennationalspielern aus dem In- und Ausland die Torjägertrophäe vor der Nase weg – eine Sensation.

Sieben Tore am ersten Spieltag hätten ihn beflügelt, das Mannschaftsspiel habe ausgezeichnet funktioniert, sagt Yousif bescheiden. Sein Trainer Esmir Muratovic, mit dem er in der Bezirksliga-Hinserie einige Male für das Sparta-Herrenteam auf dem Platz stand, schlägt etwas andere Töne an. „Er ist menschlich und sportlich ein Vorbild, hat viel für Sparta bewegt“, sagt der Coach. „Ich freue mich richtig für ihn.“

„Auf jeden Fall“ weiter Fußballspielen

Wenn Muratovic dem 19-Jährigen „alles Gute für die Zukunft“ wünscht, schwingt etwas Wehmut mit. Denn Yousif ist mit seiner Familie am vergangenen Montag, einen Tag nach seinem großen Tag in der Lokhalle, nach Frankfurt am Main umgezogen, wo sein Stiefvater einen Job angenommen hat.

Das Fußballtalent will in der Main-Metropole sein Abitur zu Ende bauen und „auf jeden Fall“ weiter Fußballspielen. Vielleicht klopfe er mal bei Eintracht Frankfurt an, vielleicht beim FSV oder Kickers Offenbach.

Muratovic gibt unterdessen die Hoffnung nicht auf. „Vielleicht gibt es noch irgendeine Möglichkeit“, sagt er. Immerhin stehe man im Halbfinale des NFV-Pokals, und der Kader sei nicht so groß, „dass wir ihn nicht brauchen“, stellt der Coach klar.

„Musterbeispiel für Integration durch Fußball“

Sollte es keine Möglichkeit geben, lässt Yousif nicht nur seine Spartaner in Göttingen zurück, sondern auch seine Freundin in Northeim. Presseberichten zufolge soll auch die TSG Hoffenheim im Nachklang des Lokhallen-Turniers Interesse an dem Stürmer gezeigt und ihn zum Probetraining der U 23 eingeladen haben.

Yousif selbst weiß jedoch nichts von einem Training, erfuhr Muratovic bei einem Telefongespräch am gestrigen Mittwoch.

„Iwan ist ein Musterbeispiel für Integration durch Fußball“, sagt Sparta-Jugendkoordinator Ralf Lohmann. Als Kapitän sei er bei den Sparta-Junioren auf dem Platz der „verlängerte Arm“ von Muratovic gewesen. „Mit dem Titel als Torschützenkönig wird er ein Vorbild für alle jungen Spartaner sein“, so Lohmann. Ein kleiner Trost bei einem großen Abschied.

Von Eduard Warda

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