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Hardenberg-Burgturnier: Cian O’Connor gewinnt Gothaer Trophy

Fantastischer Schlusssprint Hardenberg-Burgturnier: Cian O’Connor gewinnt Gothaer Trophy

„Bekloppt“ nannte der Moderator den Ritt des Iren Cian O’Connor, nach dem sich das Publikum vor Jubel lange nicht beruhigen konnte. In der Siegerrunde um die Gothaer Trophy ritt O’Connor auf Unique die 280 Meter lange Strecke mit sechs Hindernissen à 1,45 Meter in 34,31 Sekunden und legte einen fantastischen Schlusssprint hin.

Nörten-Hardenberg. An dieser Vorlage kämpften sich alle folgenden Starter vergeblich ab. Das Flutlicht-Springen war der sportliche Höhepunkt der Gothaer Night am vergangenen Sonnabend. 13000 Zuschauer sahen die attraktiven Springprüfungen, das Showprogramm und das große Feuerwerk zum Abschluss. 

Nah an O’Connors Zeit kam der gleich im Anschluss startende Niederländer Gerco Schröder heran. Auf Vicky Gold flog er in 34,88 Sekunden ohne Abwürfe ins Ziel. Und nach dem Ritt von Rolf Moormann schien auch der dritte Platz vergeben: In 35,44 Sekunden bewältigte der Deutsche auf Acorte den Parcours.

Aber der vorletzte Starter, Albert Zoer aus den Niederlanden, zog auf Sam mit 34,60 Sekunden vorbei und auf Platz zwei. Vorjahressiegerin Lauren Hough aus den USA erreichte mit Ohlala nur Platz fünf (35,57).

Den Ritt von Meredith Michaels-Beerbaum verfolgte das Publikum in gespannter Stille, aber 35,71 Sekunden reichten am Ende für die Deutsche und den 18-jährigen Checkmate nicht. Landsmann Lars Nieberg fing sich mit Contagio bei seinem Ritt vier Strafpunkte für einen Abwurf ein, er kam auf 43,46 Sekunden.

Beachtenswerter Auftritt vom Jüngsten

Mario Stevens, der schon am Vortag und beim Championat unter Beweis stellte, dass er zu den Schnellsten zählt, drückte auch bei der Qualifikation für die Siegerrunde um die Gothaer Trophy mit Corlanda auf die Tube: Vier Strafpunkte musste der Waghalsige aber einstecken.

Damit verpasste er den Einzug – ebenso wie Mylene Diederichsmeier, die mit Tattoo nach Abwürfen an zwei Hindernissen ihren Lauf abbrach. Auch Max Kühner mit Clooney und Vorjahreszweite Mynou Diederichsmeier mit Goldstar kassierten vier Strafpunkte, beide Paare am letzten Hindernis.

Einen beachtenswerten Auftritt absolvierte der Ire Bertram Allen. Der jüngste Starter von allen, Bertram ist erst 17 Jahre alt, stürzte sich während der Qualifikation ins Rennen und den Hindernissen entgegen. Mit 57,38 Sekunden ritt er hinter Landsmann Shane Sweetnam (56,39) das zweitschnellste Rennen des Durchgangs, aber auch diese beiden kassierten vier Strafpunkte und verpassten damit den Einzug in die Siegerrunde.

Beim Preis der Eon Mitte AG hat es für Hausherr Niels von Hirschheydt am Ende nicht ganz gereicht. In einer Spitzenzeit von 56,96 Sekunden rauschte er mit der achtjährigen Politesse zwar fehlerfrei über den Parcours – begleitet von einzelnen Anfeuerungsrufen – und unter dem aufbrandenden Jubel des Publikums schwang von Hirschheydt schon die Kappe, die ihm im Überschwang davonflog.

35. Burgturnier in Nörten-Hardenberg: Gothaer Trophy: Keiner ist schneller als der Ire  und Von Hirschheydt wird Zweiter im Preis der Eon Mitte AG

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Aber ein Paar war noch schneller im S-Springen über 1,40 Meter und elf Hindernisse: Zweimal wackelte es an den Stangen, die Nerven des Publikums wurden strapaziert, dennoch setzte die zehnjährige Wundine mit der US-Amerikanerin Laura Kraut auf dem Rücken ohne Abwürfe hinter dem letzten Hindernis auf. Nach 56,25 Sekunden.

In Topform zeigte sich auch der Deutsche David Will. Nachdem er sich bereits den zweiten Platz im Championat erkämpft hatte, markierte er auf Black Jack beim Preis der Eon Mitte AG zunächst die Führung mit 57,10 Sekunden. Dann verließ ihn aber das Glück, Will landete schließlich auf Platz vier, ganz knapp hinter Landsmann Gerrit Schepers mit Lenny Kravitz (57,09).

Weniger international als das Springen um die Gothaer Trophy war der Preis der Lachs-Branntwein- und Liquer-Fabrik GmbH und Co.KG besetzt. 32 Reiter gingen bei der Youngster-Tour für siebenjährige Nachwuchspferde an den Start, darunter 22 Deutsche. Das beste Ergebnis erzielte Patrick Stühlmeyer. Er brauchte auf Savage im Stechen über 290 Meter mit acht Hindernissen à 1,40 Meter nur 39,80 Sekunden.

Mario Stevens war zwar mit 39,65 Sekunden wieder einmal schneller als alle anderen, musste sich aber für einen Abwurf vier Strafpunkte anrechnen lassen. Er belegte schließlich Rang sechs. Auf Platz zwei landete Holger Hetzel mit Gertje vh Scheefkasteel (40,36), auf Platz drei Mohammed Al Hajri mit Al Hawajer Quidam’s à la bonheur (40,64).

Schnell nach Hause

Die Pause zwischen dem Preis der Eon Mitte AG und der Gothaer Trophy füllte auch in diesem Jahr ein Showprogramm. Konkurrenz erfuhr es dieses Mal allerdings durch das gleichzeitige Fußball-Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund.

Die Veranstalter des Burgturniers übertrugen das Spiel – auf drei Großleinwänden. Und rund 650 Zuschauer verfolgten lieber das Fußballfinale als den Beginn der Show in der Arena.

Unter anderem einen Spielmannszug, den ostfriesischen Shetty Stammtisch und Schaureiter, deren Hengste diagonale Bahnen zogen, hatten die Organisatoren für das Programm ausgewählt. Zum Start des Springens um die Gothaer Trophy waren die Ränge dann aber wieder fast voll besetzt.

Beinahe ununterbrochener Regen begleitete den Abend in Nörten-Hardenberg. Reiter und Pferde waren oft schon vor dem Start durchnässt. Kalt war es auf den Zuschauerrängen. Heizstrahler standen nur in der Loge. Zwar bildete auch in diesem Jahr ein großes Feuerwerk den Abschluss.

Manche wollten am späten Abend aber einfach nur reibungslos nach Hause kommen. Auf dem Parkplatz herrschte schon vor dem Abschuss der ersten Rakete reges Treiben.

Von Telse Wenzel

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Gewinner
Enge Wende: Mario Stevens gewinnt mit Little Pezi.

Er wagte alles, gewonnen hat er nicht. Mit 17 Jahren der Jüngste im Starterfeld des Championats von Nörten-Hardenberg ging Bertram Allen auf Romanov im Stechen voll auf Risiko. Der Ire wollte die Zeit von 35,43 Sekunden brechen, die Mario Stevens mit Little Pezi vorgelegt hatte.

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