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Göttinger Sportforum Olympia-Teilnehmerin Imke Duplitzer spricht beim 2. Sportforum Göttingen
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14:41 12.05.2015
Kämperisch: Imke Duplitzer spricht beim 2. Sportforum. Quelle: EF
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Göttingen

Die Degen-Fechterin und ehemalige Olympia-Teilnehmerin wird am 2. Sportforum zum Thema „Krise des internationalen Sports“ teilnehmen, das vom Tageblatt, der Deutschen Olympischen Gesellschaft und dem Göttinger Hochschulsport organisiert wird.

Zurückzuführen sei die Krise, die die 39-Jährige sieht, auf die Strukturen im Leistungssport sowie auf die Macht des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). „Jede Sportart würde alles dafür tun, um im olympischen Programm zu bleiben. Denn im Fördersystem ist man verloren, wenn man keine olympischen Medaillen holt.

Und das kann man nur, wenn die Sportart auch bei den Spielen ausgetragen wird“, so Duplitzer, die 2010 Europameisterin wurde.

Die gebürtige Karlsruherin spricht von falschen Funktionären, von Machtspiralen und Geld, von Verflechtungen zwischen IOC und dem Weltfußballverband FIFA. Sie verweist auf missende Glaubwürdigkeit, auf Todesfälle im Zuge des olympischen Sportstätten-Baus – und auf Bilder, die nie gesendet werden.

Und sie stellt eine Frage, die aus der Krise führen könnte: „Sind wir als Gesellschaft so weit, den internationalen Sport und seine Organisationen nicht mehr als heilige Kuh zu betrachten – sondern als Wirtschaftsunternehmen?“ Ferner täten die Sponsoren von Großevents ihrer Auffassung nach sehr gut daran, kritisch zu verfolgen, „was genau mit ihrem Geld passiert und ob sie dafür gerade stehen wollen“.

Über weitere Ansätze, die zu einem saubereren Sport führen können, wird Duplitzer am kommenden Dienstag ab 18 Uhr in der Paulinerkirche diskutieren. Und zwar mit dem Sportphilosophen Gunter Gebauer, der Politikerin Viola von Cramon (B90/Die Grünen) sowie dem Journalisten Thomas Kistner, Autor des Buches „Fifa-Mafia“.

Keinesfalls will die redselige und wortgewandte Duplitzer missverstanden werden: „Ich bin begeistert vom olympischen Potenzial. Denn die olympische Idee und die antiken Werte haben Charme“, betont sie. Genau deshalb betrachtet sie die aktuellen Entwicklungen so kritisch. „Ich folge der Passion Sport“, sagt sie, „viele Verantwortliche folgen hingegen der Passion Geld.“

Von Timo Holloway

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