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Für Aktivitätspunkte ins kalte Wasser

Stadtsport-Festival Für Aktivitätspunkte ins kalte Wasser

Um sie herum wird geklettert, geschossen, gelaufen, geturnt und jongliert. Aber Beke und Asra interessiert das überhaupt nicht. Gemütlich liegen die zwei im Schatten eines Zeltes. Von Bewegung keine Spur. „Die sind immer sehr entspannt“, sagt Sven Frings. Der 32-Jährige hilft beim Eisklettern vor der Stadthalle und sichert die Kletterer. Auf seiner Stirn sind ein paar kleine Schweißperlen. Beke und Asra heben nur kurz müde den Kopf, bevor sie die Augen wieder schließen. Die zwei Golden-Retriever-Hunde sind wohl die einzigen in der Göttinger Innenstadt, die nicht in Bewegung sind. 

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Wer kommt weiter: Beim Bungee-Run geht es darum, die Markierung gegen den Widerstand möglichst weit entfernt vom Startpunkt zu setzen.

Quelle: Pförtner

Bei strahlendem Sonnenschein herrscht eine ausgelassene, fröhliche Stimmung wie zu besten Altstadtfest-Zeiten. Rund um die Stadthalle ist ein Festivalzentrum. Ob Sommerbiathlon, Tennis, Sms-Hüpfen, Stelzenlauf oder Torwandschießen, das Bewegungsangebot ist riesig. Während sich der zehnjährige Matthes (11) darauf konzentriert, auf der Spielkonsole Nintendo Wii mit den beiden Joysticks den Volleyball auf dem Bildschirm über das Netz zu befördern, steigt Antonia (10) gerade aus einem Tauchbecken. Zitternd steht sie am Poolrand. „Das Wasser war sehr, sehr, sehr kalt“, sagt sie, und eine Betreuerin legt ihr schnell ein Handtuch über die Schultern. „Das durch die Maske atmen war zwar ungewohnt, hat aber hingehauen“, sagt sie und geht schnell zum Abtrocknen. 

Heinz Voss vom RV Möwe versucht die Zuschauer zum Mitmachen beim Radball zu bewegen. „Aber bis man hier richtig spielen kann, dauert es ein Jahr“, sagt der Profi, der mit dem Rad dribbelt wie Fußball-Profi Kaká.

Roll- und Ballstraße

Auf der Hauptbühne fällt es den Zuschauern nicht schwer, sich mitzubewegen. „Johannes arbeitet in einer Knopffabrik“ rappt und singt dort Claudius Barbeck von der Aktion „rauchfrei“ mit seinem Team. Und 50 Zuschauer drehen die Knöpfe mit Händen und Füßen mit.

Von der Stadthalle und dem Cheltenham-Park, wo ebenfalls viel Trubel herrscht, geht es die Rote Straße hinab zum zweiten Festivalplatz vor dem Alten Rathaus. Alle paar Schritte gibt es die nächste Station zum Mitmachen. Die Rote Straße ist die Roll- und Ballstraße. Die ganz kleinen verwandeln den Bobbycar-Parcours in eine Mini-Formel-1-Strecke, ohne sich dabei an die genaue Route zu halten. Etwas weiter unterhalb kann man testen, wie schwer es ist, in einem Rollstuhl Slalom zu fahren. 

Bewegung beim Trommeln

Und dann wird Tischtennis gespielt. Ob zielgenau in kleine Becher oder große Bottiche, auf Mini-Tischtennistischen oder beim klassischen Rundlauf. Dazwischen sitzt Agbenyega Attigabe-Redlich. „Baa, baaa, bumm“, machen die Leute um ihn herum und trommeln gleichzeitig zum von ihm vorgegebenen Takt auf einer Trommel zwischen ihren Beinen. 

Das musikalische Zentrum ist aber um die St. Jacobi Kirche. Brasilianische Musik beim Capoeira an der einen Ecke, Jumpstyle, eine Art rhythmischer Hüpftanz zu Housemusik etwas weiter und ein „kling“ und „klong“ auf der Bühne, wo gerade das Fechten mit dem Degen gezeigt wird. 

Vor der Hauptbühne am alten Rathaus stehen Wolfgang und Jutta Böcker und haben gerade Walzer getanzt. Mit hundert anderen Menschen auf dem Platz und in der Weender Straße. „Und das mit meiner Knieprothese“, sagt Wolfgang. „Aber wir machen alles mit und sind sogar in der Deutschen Olympischen Gesellschaft“, sagt Jutta. In Sydney und Athen bei den olympischen Spielen waren sie auch schon. Heute sind sie mit dem Fahrrad von Bovenden in die Stadt gefahren. 

Von der Bühne ruft Andreas Lindemeier, der sonst bei den Erstliga-Basketballern der MEG Göttingen die Lokhalle mit seiner durchdringenden Stimme beschallt: „Eben ist ein Flugzeug über Göttingen geflogen, und der Pilot hat zu den Passagieren gesagt: Wie toll die Stadt in Bewegung von oben aussieht.“ Den Menschen in Göttingen war jedoch längst klar: Nicht nur von oben!

Manuel Becker

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