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Russland trifft im Schlitten-Eishockey-Finale auf die USA

Eiszeit Russland trifft im Schlitten-Eishockey-Finale auf die USA

Das Traumfinale der Paralympics steht: Gastgeber Russland gegen die USA. Das Endspiel im Schlitten-Eishockey am heutigen Sonnabend ist nicht nur ein Prestigeduell, es ist ein Prestigekracher, vielleicht sogar noch ein wenig mehr. Die Deutschen spielten beim paralympischen Turnier keine Rolle

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Extrem intensiv: Russlands Andrey Dvinyaninov (l.) und Brody Roybal aus den USA treffen heute aufeinander.

Quelle: AFP

Sotschi. Sie sind heute genauso nur Zuschauer wie die 7000 Besucher in der seit Tagen ausverkauften Schaiba-Eis-Arena in Sotschi. Schlitten-Eishockey gilt als die attraktivste Winter-Paralympics-Sportart mit dem größten Publikumsinteresse. Deutschland hatte sich wie 2010 in Vancouver nicht qualifiziert.

„Wir sind extrem enttäuscht. Wir haben im Vorfeld umstrukturiert und alles unternommen, um effektiver zu werden, doch wir sind in der Qualifikation knapp gescheitert“, sagt Leistungssport-Koordinator Anthony Kahlfeldt. Die deutsche Nationalmannschaft um Cheftrainer Andreas Pokorny hatte die Qualifikation für die Paralympischen Spiele beim Turnier im Oktober 2013 in Turin verpasst.

„Das Glück war uns nicht hold“, resümiert Pokorny, der als Verteidiger in 13 Saisons in der Eishockey-Bundesliga dreimal mit den Kölner Haien Meister wurde und als Nationalspieler an drei Weltmeisterschaften teilnahm.

Groß war die Enttäuschung auch bei den deutschen Fernsehmachern. „Sledge-Icehockey ist eine Sportart, die sich gut für Live-Berichte eignet. Wenn die deutsche Mannschaft sich für die Paralympics qualifiziert hätte, hätten wir live von den Spielen berichtet“, sagt Peter Kaadtmann. Der Paralympics-Teamchef des ZDF verglich die Attraktivität der Sportart mit dem Rollstuhlbasketball.

Größter Zuschauerzuspruch

Das ist die Sportart mit dem größten Zuschauerzuspruch bei den Sommer-Paralympics. Dass es keine Live-Übertragungen der Partien gibt, habe weitreichende Folgen für das deutsche Team, fürchtet Pokorny: „Wir haben nur eine Möglichkeit, uns langfristig zu entwickeln: Wir brauchen mehr Präsenz in der Öffentlichkeit, damit mehr Sportler mit Schlitten-Eishockey beginnen.“

Frank-Thomas Hartleb, Sportdirektor des Deutschen Behinderten-Sportverbandes hatte sich mit der Teilnahme in Sotschi einen Auftrieb für die Sportart in Deutschland erhofft. Zuletzt gelang die Qualifikation für die Spiele 2006 in Turin. Von einem Aufschwung sei man aber entfernt, so Pokorny.

„Mit Blick auf unsere finanziellen Möglichkeiten muss ich sagen, wir sind ein Entwicklungsland. Es fehlt teilweise das Geld für Ausrüstung, und um bei Turnieren zu starten“, so der im südpolnischen Chorzów geborene Bundestrainer, der in der Saison 1997/98 in Braunlage spielte. „Wir sind dankbar für jede kostenlose Zeit auf dem Eis.“ Er selbst arbeite ohne hohe Bezahlung, weil er „total fasziniert von dieser tollen Sportart“ ist.

Eine exakte Prognose für das Traumfinale wagt Pokorny nicht: „Die USA ist der leichte Favorit, aber mit den Zuschauern im Rücken kann es Russland schaffen.“

Schlitten-Eishockey

Es sind Hightech-Schlitten, auf denen die Athleten auf dem Eis unterwegs sind.

Da Sportler mit unterschiedlichen Behinderungen – von der Beinamputation bis zur Querschnittslähmung – gemeinsam spielen, ist jeder Schlitten individuell auf die Physis seines Fahrers angepasst.

Unter dem Fahrgerät ist ein Doppel-Kufenblock angebracht.

Es gibt kaum Unterschiede zum Eishockey. Die Paralympioniken nutzen jedoch zwei Schläger – zum Schießen und zum Anschieben des Schlittens. Beim Beschleunigen helfen kleine Spikes am Schlägerende.

1994 feierte Schlitten-Eishockey in Lillehammer Premiere. Mit zwei Paralympics-Titeln sind die USA am erfolgreichsten.

Von Mark Bambey
und Rupert Fabig

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