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Seulinger Rolf Klinger spielt seit 60 Jahren Tischtennis

Zur Stelle, wenn es wichtig wird Seulinger Rolf Klinger spielt seit 60 Jahren Tischtennis

Als es darauf ankam, war er zur Stelle: 7:7 stand es in der Tischtennis-Bezirksliga-Partie zwischen dem TSV Seulingen und dem TSV Werra Laubach, als Rolf Klinger für die Eichsfelder an die Platte trat. Sein Fünfsatz-Sieg ebnete den Seulingern schließlich den Weg zum schlussendlichen 9:7-Erfolg, doch als Matchwinner wollte sich Klinger nicht feiern lassen.

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Immer noch mit vollem Ehrgeiz bei der Sache: Rolf Klinger vom TSV Seulingen, der bereits seit 60 Jahren Tischtennis spielt.

Quelle: Walliser

Seulingen. „Mein Anteil am Sieg ist genauso groß wie der meiner Mitspieler“, sagte er anschließend bescheiden.

Eigentlich spielt Klinger in der zweiten Mannschaft der Seulinger. „Ich wollte den Weg in der ersten Mannschaft frei machen für den Nachwuchs“, erklärt der 69-Jährige. Doch als Axel Haase aus der ersten Garnitur gegen Laubach passen musste, sprang Klinger in die Bresche – und wie.

In seinem so wichtigen Einzel gegen Steffen Franke – „den kenne ich schon seit vielen Jahren und habe auch schon gegen seinen Vater gespielt“ – verlor der Routinier zwar den ersten Satz, holte sich aber die folgenden Durchgänge mit 11:7 und 11:9.

Auch dass sein altbekannter Rivale sich Satz vier mit 11:7 schnappte, brachte den TSV-Akteur nicht aus der Ruhe – kein Wunder, denn Klinger spielt seit fast 60 Jahren Tischtennis und zehrt speziell in engen Wettkampfsituationen von seinem immensen Erfahrungsschatz. „In den entscheidenden Momenten ist diese Routine natürlich hilfreich“, bestätigt der Matchwinner, der seit 1989 in Seulingen spielt.

Ungebrochener Ehrgeiz

Zuvor trat Klinger, der in Waake wohnt, für Göttingen an, wo er unter anderem als technischer Leiter des Klinikums auch früher arbeitete. Auch wenn es im Alter ab und an mal zwickt, der Ehrgeiz Klingers ist nach wie vor ungebrochen.

„Der Gegner kann von mir alles bekommen, nur nicht den Sieg“, betont Klinger, der früher in der Tennis-Landesliga erfolgreich den Schläger schwang und auch turnte: „Das war eine große Leidenschaft von mir.“

Bei seinem aktuellen Klub schätzt Klinger, der vor zehn Jahren in Rente ging, besonders das Umfeld. „Nach dem Training sitzen wir oft noch mit allen Altersklassen zusammen. Diese sozialen Aspekte sind sehr viel wert“, unterstreicht er. 

Weiter spielen

Um sich sportlich gegen die zumeist wesentlich jüngere Konkurrenz behaupten zu können, musste der Pensionär sein Spiel umstellen. „Ich komme eigentlich mehr aus der Defensive, bin aber immer mehr zu einem Allrounder geworden. Nur abzuwehren, reicht heute nicht mehr, dazu ist das Spiel zu schnell geworden.“

Solange es die Gesundheit noch mitmacht, will Klinger weiter tischtennismäßig aktiv bleiben. „Vor 20 Jahren habe ich gesagt, ich höre auf. Jetzt bin ich fast 70 und will weiterspielen, solange es geht.“ Vor acht Jahren erlitt Klinger einen Schlaganfall,  musste deshalb eine dreijährige Zwangspause einlegen.

„Das war ein harter Schlag“, erinnert sich der 69-Jährige an die schwere Zeit. Umso schöner, dass es ihm gelang, an seine alte Leistungsstärke anzuknüpfen – und stets zur Stelle zu sein, wenn es darauf ankommt.

cro

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