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Tour d'Energie 2009 Erster Frauen-Radsport-Verein bei Tour d’Energie in Göttingen
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20:54 06.03.2014
Göttinger Bicikletten beim Training. Quelle: EF
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Göttingen

Dieser Klub ist für alle Frauen ein Geschenk. Es gibt jetzt immer Frauen, die mit einem gemeinsam Radfahren wollen“, sagt Claudia Jördening-Kalde.

Sie alle kennen das Gefühl nur zu gut, mit Männern Radtouren zu fahren. „Das ist für beide Seiten meistens nicht besonders angenehm. Die Männer fahren immer Kante, geben alles, wollen sich einfach immer beweisen. Wir Frauen kommen da einfach nicht mit.

Für die Männer ist es aber auch nicht so schön, dann immer mal wieder warten zu müssen“, erinnert sich Conny Hiller, die 1. Vorsitzende der Bicikletten. Diese Unterschiede beim Radfahren animierten Hiller und Ute Dorra, die jetzt Kassenwartin ist, im vergangenen Jahr zu der Idee, einen Frauen-Radsport-Verein zu gründen. 

Die Bicikletten sehen sich als ein kleiner Radsportverein für Frauen: flexibel, locker, ohne Vereinsmeierei. Mal sei die Trainingsgruppe groß, mal nur zu zweit, mal schnell, mal trödelig. Gewartet werde immer. „Manchmal gibt es eine Kugel Eis. Am Ende einer längeren Tour, wenn der Hunger hallo sagt, passiert es auch schon mal, dass ein Kochrezept ausgetauscht wird“, heißt es auf der Vereins-Homepage (www.bicikletten.de).

„Unsere Recherchen haben ergeben, dass wir der einzige Frauen-Radsport-Verein in Deutschland sind“, betont Dorra. Andreas Götz, Referat Marketing und Kommunikation des Bund Deutscher Radfahrer (BDR), konnte diese Aussage allerdings weder „bestätigen noch verneinen“.

Der BDR könne die Vereinsmitglieder nicht nach reiner Frauenmitgliedschaft filtern. „Ich persönlich kenne allerdings keinen Radsportverein, der ein reiner Frauenklub ist“, betonte Götz. 

Was passiert mit Männern?

Am 2. November 2008 wurde die Idee vom Frauen-Radsport-Club umgesetzt. „Wir sind in der Hoffnung zusammengekommen, dass wir sieben Frauen sind, um einen Verein gründen zu können. Tatsächlich waren wir dann zwölf Frauen und sehr erleichtert“, erinnert sich Hiller.

Es sei ausgiebig darüber diskutiert worden, ob es Sinn mache, einen Klub zu gründen, oder ob es nicht besser sei, eine Abteilung in einem bestehenden Verein zu bilden. „Wir waren schon umworben“, betont Hiller: Tuspo Weende, RSV 05 und der SC Hainberg hätten Interesse signalisiert. „Wir sind aber zu dem Entschluss gekommen, dass wir als Verein mehr Frauen erreichen“, unterstreicht Jördening. 

Mittlerweile gibt es 15 Bicikletten, Tendenz steigend, denn einige potenzielle Vereinsmitglieder stünden kurz vor dem Beitritt. Dorra hat Großes vor: „Ich will ganz viele Frauen zum Radsport bringen. Die stetig steigende Zahl von Frauen bei der Tour d'Energie zeigt, dass da enormes Potenzial ist.“

Zahlreiche Bekannte hätten nicht geglaubt, dass sie wirklich einen Frauen-Radsport-Verein gründen werden und wunderten sich nun, dass es funktioniere. „Wir sind halt doch kein Zickenklub!“, betont Hiller.

Um zu sehen, ob die Bicikletten die richtige Gruppe für einen ist, darf jeder bei den Trainingstouren mitfahren. Das gilt auch für Männer. Eine Vereinsmitgliedschaft ist für sie allerdings nicht vorgesehen. Beim Pressegespräch zeigte sich allerdings, dass dieses Thema noch nicht beschlossen ist.

Einige plädierten dafür, eventuell eine Abteilung einzurichten, während andere Männer kategorisch ausschlossen. Auch auf die Gefahr hin, dass dies als diskriminierend gedeutet werden könnte. „Da herrscht wohl noch ein wenig Klärungsbedarf“, sagt Claudia Tunsch.

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