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Tour d'Energie 2015 Tour d'Energie in Göttingen: Vier gewinnt
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00:33 29.04.2015
Toursieger über 100 km: Florian Vrecko Quelle: Riese
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Göttingen

17 Grad und Schauer zeigte ein Online-Wetterdienst am Sonntag um 12.45 Uhr für Göttingen an – und so stellte sich die elfte Auflage des Göttinger Jedermann-Radrennens der Tour d’Energie auch auf der Zielgeraden dar: Das Aprilwetter machte seinem Namen alle Ehre. Nach einem nassen Start an der Sparkassen-Arena schafften es die schnellsten Fahrer der 45-Kilometer-Schleife trockenen Reifens ins Ziel, beim Finish des 100-Kilometer-Rennens regnete es hingegen in Strömen. 9000 Zuschauer feuerten die Fahrer laut Jörn Lührs von der GoeSF an der Strecke und im Ziel an. Nachdem es bei der Rekordzahl von 3604 Teilnehmern einen Anmeldestopp gegeben hatte, hatten am Sonntag tatsächlich 3152 Fahrer die Strecke in Angriff genommen – 1882 über die große und 1270 über die kleine Schleife.

Über die 45-Kilometer-Strecke erlebten die Zuschauer ein Novum: Vier Fahrer ein und derselben Mannschaft fuhren Arm in Arm über die Ziellinie. Das bayerische Team „Der Freistaat“ aus Dachau hatte das Rennen dominiert, und schließlich machte Andreas Lumme in 1:06, 56 Stunden das Rennen. „Wir waren als Team am Start, waren stark und haben deshalb von vorn attackiert“, sagte Maik Hamann von der Freistaat-Mannschaft. „Gegen Ende des Rennens waren  wir sechs Fahrer gegen einen anderen, und so war es von der Taktik her relativ einfach für uns.“ Bei der Siegerehrung bezeichnete Hamann die Siegermannschaft als „gelungene Mischung aus Alt und Jung. Das es allerdings so gut läuft, hätten wir auch nicht gedacht.“

Eine Dreiviertelstunde nach dem Lumme-Erfolg ging der erste Schauer über dem Zielbereich nieder, dann blieb es zunächst trocken. Und erst pünktlich zur 100-Kilometer-Zielankunft zog ein Gewitterregen über Göttingen auf. Der Bochumer Florian Vrecko vom Team Strassacker ließ sich davon aber nicht irritieren und beendete sensationell eine 30-minütige Soloflucht als Sieger. „Die Abfahrt vom Hohen Hagen war etwas schwierig, aber da habe ich mir den Vorsprung rausgefahren“, berichtete der 32-Jährige. „Ich weiß, wie schnell ich fahren kann, und die hinter mir haben ein wenig gebraucht, sich zu organisieren. Zum Schluss hat es einfach gereicht. Ein Rennen, das man gewinnt, gefällt einem besonders.“

Holger Buch vom Mitveranstalter Tuspo Weende war nicht unzufrieden mit dem Weender Ergebnis, zumal einige Tuspo-Fahrer in der Verfolgergruppe ins Ziel kamen. Die Spitze profitierte über die 100 Kilometer nach Tageblatt-Informationen davon, dass einige Teilnehmer mangels Ortskenntnissen links und nicht rechts am Weender Kreisel vorbeifuhren und so kurz vor dem Ziel den Anschluss verpassten.

Bis auf die Dusche auf der Zielgeraden blieben die schnellsten Teilnehmer über die große Schleife weitgehend von Unwettern verschont – im Gegensatz zum Feld dahinter: Mehrere Fahrer berichteten von schmerzhaftem Hagel auf dem Hohen Hagen und einem regelrechten Blindflug auf der Abfahrt. „Bei so einem Wetter gibt es weniger Stürze, weil die Fahrer vorsichtiger fahren“, kommentierte Radsport-Experte Buch. Laut Veranstalter mussten lediglich vier Fahrer ins Klinikum gebracht werden, ein Schlüsselbeinbruch war zu beklagen.„Zumeist waren es aber Kleinigkeiten, die nur zur Abklärung ins Krankenhaus kamen“, sagte Dennis Bährens, Einsatzleiter der Johanniter. Zur Streckensicherung waren unter anderem 463 Feuerwehrleute im Einsatz.

„An so ein schlechtes Wetter kann ich mich nicht erinnern“, sagte Jörn Lührs vom Mitveranstalter GoeSF zur Tour. „Der eine Schauer war echt heftig.“ 8000 bis 9000 Zuschauer seien auf der Strecke (ein Drittel) und im Ziel (zwei Drittel) gezählt worden, trotz des Aprilwetters jubelten sie den Fahrern unermüdlich zu – auch auf dem Berg bei Dransfeld der am Sonntag zum Hohen Hagel wurde.

Ergebnisse finden Sie unter tourdenergie.de, die wichtigsten auch in der Dienstagsausgabe des Tageblattes.

Von Eduard Warda

Edelrad für GT-Fahrerin

Göttingen. Sie konnte ihr Glück kaum fassen: Ex-Radprofi Marcel Wüst zog bei der Verlosung einer Benotti-Rennmaschine die Startnummer von Mareike Klarmann, die in Clausthal-Zellerfeld Mechatronik studiert und für das Team des Göttinger Tageblattes am Start des 45-Kilometer-Rennens war. Die 24-Jährige wurde unter 1270 Teilnehmern als Gewinnerin des Rades ausgelost und jubelte: „Bis jetzt hatte ich so ein 08/15-Fahrrad.“ war

Tipps von Marcel Wüst

Göttingen. Ein sympathischer Typ ist er geblieben, der ehemalige Profi Marcel Wüst, der als Vertreter von Benotti bei der Verlosung eines Rennrades Glücksfee spielte. Zuvor hatte er am Rennen über 46 Kilometer teilgenommen, zwar nicht gewonnen, aber einige gute Tipps gegeben.

„Die Berge sind immer so schwer, wie man sie sich macht“, lautete einer von ihnen – es komme auf die Geschwindigkeit an. Ein alter Sack, als den ihn Moderator Hennig Tonn bezeichnete, sei er aber noch nicht, entrüstete sich der 47-Jährige, bevor er den Bruchpiloten des Tages gute Besserung wünschte. „Ihr müsst am Kurvenfahren arbeiten, ich gebe demnächst wieder einen Workshop auf Mallorca.“ Für jene, die ihn überholten, sei die Tour ein super Erlebnis gewesen, glaubt er: „Die können sagen: Ich bin an Wüst vorbeigefahren.“ Bei der Verlosung tat er zunächst so, als habe er sich selbst gezogen – in der Tat war seine Startnummer sehr nah dran. war

15 Kilogramm schwere Kleidung

Göttingen. Es herrschte in diesem Jahr verkehrte Welt bei der Tour d’Energie. Denn dass durchs Radfahren die Pfunde purzeln, bestätigte sich bei der elften Auflage des Jedermannrennens nicht. Im Gegenteil: Die meisten Fahrer der Langstrecke legten reichlich an Gewicht zu. Grund dafür war der anhaltende Regen, der die Outfits der Fahrer triefend nass werden ließ.

„Meine Kleidung wog im Ziel 15 Kilogramm“, sagte Florian Weidemann, der für die 100-Kilometer-Strecke weniger als drei Stunden benötigte. „Ich hatte lange Kleidung an, Mütze und Handschuhe – so kam das Gewicht zustande“, erklärte er. Auch seine eigentlich wasserdichten Schuhe seien aufgrund des Starkregens „komplett voller Wasser“ gewesen.

Das kühle Nass erfasste die Spitzengruppe der Langstrecke am Hohen Hagen. Wobei die Abfahrt dementsprechend tückischer wurde. Die Kurven mussten extrem vorsichtig gefahren werden. Auf den letzten 20 Kilometern führte das Wetter darüber hinaus zu erheblichen Sichtproblemen. „Das war so, als wenn dir jemand eine Duschbrause ins Gesicht hält“, berichtete Weidemann.

Ganz besonders geärgert haben dürfte sich Jonas Leefmann: Der Seriensieger auf der Kurzstrecke der vergangenen Jahre startete erstmals auf der Langstrecke, wo er Fünfter und ebenfalls schwerer wurde. Die Schönwetter-Garantie der Anfangsjahre ist spätestens seit Sonntag dahin – verkehrte Welt bei der Tour d’Energie. th

Lindemeier und Tonn in Form

Seit sieben Jahren ist Henning Tonn fester Bestandteil der Tour d´Energie – und schon fast dreimal so lang ist er Rennmoderator. „Ich sauge bei den Rennen immer gern die Atmosphäre in der Stadt auf. In Göttingen ist die sehr angenehm“, sagte er. Im vergangenen Jahr kommentierte Tonn die deutschen Meisterschaften der Radsport-Elite in Baunatal. Sein Kollege Andreas Lindemeier ratterte kurz vor dem Startschuss alle Durchfahrtorte herunter. Gefährliche Kurven, Prozentangaben der Anstiege, Beschädigungen der Straßen inklusive. Und sprach dann mit Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler über den Schulsport sowie die Bedeutung der TdE für die Stadt Göttingen – ein Profi. th

Rauchen nur vor dem Start

Der Nervösität vor dem Start begegnen die Fahrer auf ganz unterschiedliche Weise: Durch Essen, Trinken, Fachsimpelei, durch das Aufsuchen des stillen Örtchens oder die finale Überprüfung des Rades. Die Methode, die ein Fahrer aus Startblock D nutzte, war dann aber doch bemerkenswert: Er rauchte, eingerahmt von anderen Fahrern, erst mal eine Beruhigungszigarette. th

Taggi war mit dabei

Was wäre die Tour d‘Energie ohne die vom Tageblatt mitveranstalteten Nachwuchsrennen – die Taggi- und die Mini-Taggi-Tour? Bei schönster Sonne maßen sich die angehenden Rennfahrer zur Freude ihrer Eltern auf der Bürgerstraße, und angefeuert vom Tageblatt-Maskottchen Taggi ging bis auf einen kleinen Sturz alles gut. war

Jarno kämpft gegen den Wind

Wenn der Vater mit dem Sohne: Thomas Kelzewski aus Geismar und sein erst zwölfjähriger Sohn Jarno, der für den Tuspo Weende startet, benötigen über 46 Kilometer 1:37 Stunden. „Von der Abfahrt Hoher Hagen bis ins Ziel war es ganz schön anstrengend“, sagte Jarno – kein Windschatten war in Sicht. „Doch jetzt ist es ein geiles Gefühl.“ war

 

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Ausnahmezustand im südlichen Landkreis. Einmal im Jahr gehören die Straßen tausenden Radfahrern, die auf den Strecken des Jedermannrennens „Tour d‘Energie“ unterwegs sind. Am Sonntag müssen sich Autofahrer bis in die Nachmittagsstunden auf Wartezeiten einstellen oder kreativ nach Alternativrouten suchen. Mehr als 3000 Radfahrer sind am Start.

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