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Sportmix Eichsfelderin Elisabeth Gebauer lebt für das Laufen
Sportbuzzer Sportmix Eichsfelderin Elisabeth Gebauer lebt für das Laufen
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18:35 10.10.2018
Ein Leben für den Laufsport: Elisabeth und Helmut Gebauer fahren seit knapp 30 Jahren erfolgreich um die Erde. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Eichsfeld

Ein schönes Haus in Tiftlingerode, duftender Kaffee und eine Menge Kois im eigenen Gartenteich – schön haben es die Gebauers. Helmut Gebauer hat in den vergangenen knapp 30 Jahren alles festgehalten und präsentiert ein Album über die Laufkarriere seiner Frau Elisabeth mit unzähligen Bildern und Zeitungsartikeln. 50 Marathons und Ultramarathons, über 100 Halbmarathons und unzählige Kurzstrecken absolvierte die Eichsfelderin in ihrer erfolgreichen, aber auch bewegenden Karriere.

Karriere des Sohnes fortgesetzt

Diese begann 1990, nachdem ihr Sohn aufgrund einer sehr schweren Erkrankung mit dem Laufen aufhören musste. „Ich habe ihm versprochen, dass ich seine Karriere weiterführe, denn er war ein sehr guter Läufer“, sagte Elisabeth Gebauer. Fünf- bis sechsmal die Woche geht sie auf die Strecke. Wenn die Temperaturen sinken, holt sie sich im Keller auf dem Laufband die nötige Fitness. „Draußen ist es aber viel schöner – da kann es ruhig mal kalt sein“, sagt die 64-Jährige.

Anfangs startete die Läuferin der LG Eichsfeld in einer Laufgruppe des TV Jahn Duderstadt. „Nach kurzer Zeit lief sie allen davon und entwickelte einen unbändigen Ehrgeiz“, berichtet Ehemann Helmut Gebauer. Den ersten Marathon bestritt die Tiftlingeröderin in Berlin – viele Läufe und vor allem Titel sollten folgen. Immer mit dabei war und ist Mann Helmut, der selbst aktiver Läufer ist und eigentlich vom Tischtennis kommt, den Sport aber für das Laufen aufgab.

Elisabeth Gebauer (r.) gewinnt Gold im Team bei der Senioren-WM in Malaga Quelle: r

Sehr schnell verbesserte Elisabeth Gebauer ihre Zeiten. 1991, nur ein Jahr nach dem Start ihrer Karriere, lief sie in Rhumspringe den Halbmarathon in einer Stunde und 25 Minuten, den Eichsfeldrekord. „Die Entwicklung in so kurzer Zeit war beeindruckend“, ist der Ehemann heute noch fasziniert. Dann der Rückschlag 1992: Eine schwere Erkrankung führte zu einem Jahr Wettkampfpause. Das Ende der Laufkarriere? Nein. Nach einer erfolgreicher Operation kam Gebauer zurück – und zwar noch stärker als zuvor.

Fünf Läufe in fünf Ländern als Höhepunkt

Ein Höhepunkt der Karriere stellte die Teilnahme am World-Cross Marathon dar: fünf Marathonläufe in fünf Ländern auf drei Kontinenten. Die Frauenwertung gewann die Eichsfelder Läuferin mit einem beeindruckenden Vorsprung. Und die Erlebnisse in den Ländern hinterließen einen bleibenden Eindruck. „Besonders eindrucksvoll war die Senioren-Europa-Meisterschaft in Athen. Das war echt der Wahnsinn, als wir in das alte Olympiastadion einliefen“, erinnert sich Gebauer.

Durchweg positive Erlebnisse und Ergebnisse prägten die sehr erfolgreiche Karriere. Vierfache Weltmeisterin, Europameisterschaften und insgesamt 25 Medaillen sprechen für sich. Natürlich gab es auch einmal negative Erfahrungen. 2012 musste die Läuferin in San Sebastian nach der halben Strecke abbrechen. „Ich fühlte mich einfach nicht richtig fit und habe dann aufgehört. Ein Infekt warf mich zurück. Bei diesen Strecken muss man topfit sein“, blickt die 64-Jährige zurück.

Beeindruckende Zahlen zur Lauf-Karriere von Elisabeth Gebauer

216000 Kilometer mit ihrem Mann Helmut – entspricht fünfmal um die Erde

Durchschnittlich 4000 Lauf-Kilometer pro Jahr (in 27 Jahren)

4,5 Millionen Kalorien verbraucht – entspricht etwa 50000 Eiskugeln

21600 Mal Duschen – 1 Million Liter Dusch-Wasser verbraucht sowie 500000 Liter Wasser für die Wäsche

180 Paar Laufschuhe (mit ihrem Mann zusammen) – etwa 1200 Kilometer pro Schuh gelaufen.

Über 200000 Kilometer Anreise zu den Starts bei den Läufen auf der ganzen Welt

etwa zwei Jahre reine Reisezeit (mit Auto und Flugzeug zu den Starts)

180 Paar Laufschuhe hat das Ehepaar Gebauer in den vergangenen 30 Jahren verschlissen und ist dabei im Schnitt 4000 Kilometer pro Jahr gelaufen. Die ehemalige Mitarbeiterin des Caritas-Verbandes und ihr Ehemann, der Polizeibeamter war, sind mittlerweile beide im Ruhestand und genießen das Leben. „Für mich ist der Laufsport mein Leben – ich bin froh über jeden Tag, an dem ich noch laufen kann“, sagt die 64-Jährige, die bewusst seit vielen Jahren auf ihre Ernährung achtet. Kein Schweinefleisch, sehr viel Gemüse und nur Vollkorn kommt bei den Gebauers auf den Tisch.

Gold in Malaga

Ans Aufhören denken beide nicht: „Wir wollen noch ein bisschen weiter machen – im nächsten Jahr haben wir noch einiges vor“, sagt Helmut Gebauer. Dass seine Frau noch absolut konkurrenzfähig ist, bewies sie zuletzt bei der Senioren-WM in Malaga, als sie mit dem deutschen Team die Goldmedaille im Halbmarathon gewann. Aufgrund einer hartnäckigen Sehnenentzündung im Oberschenkel war Gebauers Start zunächst fraglich. Während des 10000-Meter-Laufes wurde sie allerdings von ihren Teamkolleginnen überredet, ging an den Start – und gewann.

Von Jan-Philipp Brömsen

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