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IOC bestraft Russland - Wie reagiert Putin?

Dopingskandal IOC bestraft Russland - Wie reagiert Putin?

Auch wenn russische Sportler bei den Winterspielen unter neutraler Flagge antreten dürfen, dürfte Präsident Putin mit der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees alles andere als glücklich sein. Man darf gespannt sein, wie der Kremlchef nun reagiert.

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IOC-Präsident Thomas Bach verkündet die Sanktionen im Dopingskandal gegen Russland.

Quelle: Jean-Christophe Bott

Lausanne. Nach den Strafen des Internationalen Olympischen Komitees im russischen Dopingskandal wartet die internationale Sportwelt nun auf eine Reaktion der Moskauer Führung um Präsident Wladimir Putin.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Russlands (ROC), Alexander Schukow, hält die Existenz eines staatlichen Dopingsystems weiter für unbewiesen. Die Führung des IOC hatte Russland einstimmig als Mannschaft von den kommenden Olympischen Winterspielen ausgeschlossen. Nur einzelne unbelastete Sportler können zugelassen werden und müssen unter neutraler Flagge und ohne Hymne antreten. Das russische NOK ist erst einmal gesperrt.

Putin hatte für den Fall eines Starts unter neutraler Flagge vor einigen Wochen von einer Demütigung gesprochen. Aus Moskau kamen Boykott-Drohungen. In den letzten Tagen waren moderatere Töne zu vernehmen.

Der Kreml muss auch abwägen, was die IOC-Entscheidung für die Fußballweltmeisterschaft im nächsten Sommer in Russland bedeutet. Der ehemalige Sportminister und heutige Vize-Regierungschefs Witali Mutko, der lebenslang für Olympische Spiele gesperrt wurde, ist Organisationschef der WM.

In einer ersten Reaktion sieht die FIFA die WM-Vorbereitungen durch die IOC-Entscheidung gegen Mutko nicht beeinträchtigt. "Diese Entscheidung hat keinen Einfluss auf die Vorbereitungen für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018", hieß es in einem Statement des Fußball-Weltverbandes. Über mögliche Ermittlungen gegen Mutko durch die FIFA-Ethikkommission wurden keine Angaben gemacht.

Schukow, der wegen seiner Verwicklung als NOK-Chef seine IOC-Mitgliedschaft verlor, beklagte, dass die Entscheidung des IOC auf schwachen Füßen stehe. Das IOC habe sich leider von den Aussagen des Kronzeugen Grigori Rodschenkow leiten lassen, sagte Schukow. "Wir reden heute über die Disqualifizierung eines ganzen Landes aufgrund der durch keinerlei Belege gestützten Aussagen eines Betrügers, der in ein fremdes Land geflohen ist."

Rodschenkow leitete früher das Moskauer Anti-Doping-Labor, war aber eine Schlüsselfigur in den Manipulationen, gerade bei den Winterspielen in Sotschi 2014. Er lebt inzwischen in den USA an einem anonymen Ort und steht unter dem Schutz des FBI.

Das IOC stellte wie schon der kanadische Sonderermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Richard McLaren, fest: In Russland gab es ein mutmaßlich staatlich orchestrierte Dopingsystem vor und bei den Winterspielen in Sotschi 2014.

Das IOC sperrte bislang 25 Sotschi-Teilnehmer lebenslang und strich Russland elf Medaillen, darunter vier goldene.

Schukow, der in Lausanne versuchte, das IOC von einer milden Strafe zu überzeugen, kündigte an, dass bei einer Versammlung am 12. Dezember Athleten, Trainer und Verbandsvertreter klären sollen, ob sie bei den Spielen in Südkorea vom 9. bis 25. Februar unter diesen Bedingungen antreten wollen.

dpa

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