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Regional 2900 Radsportler trotzen dem Wind
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22:58 23.04.2017
Hanno Rieping vom Team Strassacker Quelle: CR
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Göttingen

Zwei Kilometer vor dem Ziel attackierte Nikuradse aus der dreiköpfigen Spitzengruppe und wurde wenig später unter tobendem Applaus im Ziel auf der Bürgerstraße empfangen. Dort fanden sich im Verlauf des Renntages den Organisatoren zufolge etwa 6500 Zuschauer ein, um den Fahrern zuzujubeln. „Unsere Dreiergruppe hat super harmoniert. Meine Beine haben sich eigentlich nicht mehr gut angefühlt – aber bei der Attacke ging es wieder“, bilanzierte Nikuradse nach seinem zweiten TdE-Sieg in Serie.

Ab und an ein bisschen Regen, ein paar Sonnenstrahlen, reichlich Wind und sogar ein kurzer Hagelschauer – auf der Strecke herrschte Aprilwetter. Über die konstant wechselhaften Bedingungen beschwerte sich aber kaum einer der Pedaleure. „Das Wetter hat uns mehr verschont, als ich erwartet hatte“, meinte auch Jonas Stechmann vom Ausrichter, der Göttinger Sport und Freizeit GmbH.

1260 Akteure nahmen die Kurzstrecke unter die Räder, 1640 die lange. Über die 100 Kilometer entschied in neuer Rekordzeit von 2:20:28 Stunden Hanno Rieping den Endspurt auf der Bürgerstraße für sich. „Wir sind sehr, sehr zufrieden. Entscheidend war die Mannschaftsleistung“, sagte er, weil ihm vier Teamkollegen auf den Schlusskilometern den Weg zum Sieg ebneten.

Am Anstieg im Bramwald hatten zwölf Fahrer einen Vorsprung von zwanzig Sekunden generiert. Rieping entschloss sich, den Ausreißern mit Teamkollege Holger Koopmann und Vorjahressieger Christian Müller nachzustiefeln. „Am Ende hat mir das Team den Sprint super vorbereitet“, so Rieping, der „nur die letzten 200 Meter“ im Wind fahren musste und ebenso wie Nikuradse ausreichend Vorsprung hatte, freihändig jubelnd über den Zielstrich zu fahren.

Quelle: CR

Mit Platz eins und zwei in der Mannschaftswertung untermauerte das Team Strassacker seine Dominanz auf der Langstrecke. Die Schulwertung entschied das Max-Planck-Gymnasium mit 47 erfolgreichen Fahrern vor der IGS (42) und dem Hainberg-Gymnasiums (37) für sich.

In der Frauenklasse der 100-Kilometer-Strecke schaffte mit Naima Dieser (Team Oelles Bike Service) eine Göttingerin den Sprung aufs Podium. Sie war in 2:38:43 Stunden Fahrzeit Zweitschnellste hinter der Hamburgerin Christina Rausch (2:37:13). Die schnellsten Beine auf der Kurzstrecke hatte Tanja Hennes.

Einmal mehr füllten auch in diesem Jahr all jene Fahrer, die erst nach vier oder fünf Stunden das Ziel erreichten, den Begriff „Jedermann-Radrennen“ mit Leben. Und sie alle erlebten eine wohlverdiente Genugtuung: Auf den finalen Metern hatten sie kräftigen Rückenwind.

„Einfach ein paar Runden ums Haus gefahren“

Die Mini-Taggi-Tour und die Taggi-Tour waren einmal mehr ein Höhepunkt der Tour d´Energie. Für die Nachwuchsfahrer selbst, für ihre Eltern – und auch für TdE-Projektleiter Jonas Stechmann: „Es war großartig. Den Kindern hat es Spaß gemacht, das hat man gesehen. Und genau das ist das Ziel der Taggi-Tour“, resümierte er.

Ob mit Rennrad, Mountainbike oder Stadtrad, ob mit Siegambition oder aus purer Bewegungsfreude, ob als Neuling oder zum wiederholten Male: Am Ende waren in den Augen der Zuschauer mit Sicherheit alle 140 Kinder Sieger.

„Der Rosdorfer Kreisel war gut – da konnte man richtig schön abbiegen“, sagte der sechsjährige Jona Roth nach seiner 2,5 Kilometer langen Fahrt zum Kreisel und zurück. Der ein Jahr ältere Tjorben Giese hat zur Vorbereitung unterdessen ein ganz spezielles Trainingsprogramm durchgeführt: „Ich bin mit meinem Fahrrad einfach ein paar Runden ums Haus gefahren“, berichtete er nicht ohne Stolz.

Ein ganz anderes - man könnte auch meinen: ambitionieres – Trainingsprogramm lag hinter der Siegerin des Mc.Clean-Bergsprints der Frauen, Katharina Hinz: „Ich war vor drei Wochen eine Woche zum Trainieren auf Mallorca“, sagte sie bei der Siegerehrung, die gewohnt locker von Moderator Henning Tonn durchgeführt worden ist.

Schnell unterwegs gewesen sein dürfte auch die fünfjährige Janne Giese. Zumindest habe ihr „gefallen, dass ich jemand anderen überholt habe“. Und sie sprudelte regelrecht vor Tatendrang auf dem Rad: Nach ihrem Rennen wollte sie, inzwischen geschminkt als Schmetterling, die Strecke nach Hause auch noch auf ihrem Fahrrad meistern.

Von Timo Holloway

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