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10:30 23.12.2016
Der 14-jährige Nils Schmalstieg ist für den Duderstädter Schach-Club in der Bezirksklasse aktiv.  Quelle: Hartwig
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Duderstadt

Seit knapp einem Jahr tritt der Achtklässler des Eichsfeld Gymnasiums für sein Team in der Bezirksklasse an. Dort ist er mit Abstand der Jüngste und muss regelmäßig auch gegen wesentlich ältere Konkurrenten ran. Doch das stört ihn nicht. „Ich habe kein Problem damit“, erklärt der gebürtige Duderstädter, der noch an den hinteren Brettern zum Einsatz kommt.

Wie man die Figuren aufbaut, hat Nils bereits früh gelernt. Schon mit vier Jahren positionierte er Bauern, Türme oder den König an der richtigen Stelle, fing mit fünf Jahren dann an, selber aktiv zu werden. Zunächst mussten Opa und Vater als Gegner herhalten, später dann ein Schachcomputer. Nach einer zwischenzeitlichen Pause fing der Schüler wieder an. Durch einen Freund in der Schul-Schach-AG landete der 14-Jährige schließlich bei den Duderstädter Schachfreunden, und die erkannten schnell das Talent des Youngsters. Nach nur einem Monat trat Nils bereits bei Punktspielen an.

Bei denen ist höchste Konzentration gefordert. Nicht nur, weil die Kontrahenten in der Regel wesentlich mehr Routine haben. Partien können zwei Stunden oder länger dauern. Da ist neben totaler Fokussierung – während der Duelle herrscht striktes Handyverbot, auch Sprechen ist untersagt – auch Geduld gefragt. „Manchmal muss man sich beherrschen, um nicht zu schnell zu spielen. Dann lässt man sich vom Tempo des Gegners mitreißen, das kann dann in die Hose gehen“, erklärt der Schüler. „Mit ein bisschen mehr Erfahrung hättest du gewonnen – diesen Spruch höre ich sehr oft.“

Doch das Talent, das sich körperlich bei der Leichtathletik auspowert, lernt schnell. Manchmal helfen die Analysen mit seinem Teamkameraden. Respekt hat sich der Nachwuchsakteur bei Kollegen und Kontrahenten jedenfalls schon erworben: „Manchmal werde ich gefragt, wie man so jung schon so gut spielen kann. Das ist natürlich eine schöne Bestätigung.“

Dass manche Mitschüler sich über Nils´ Hobby wundern und ihm nett gemeinte Spitznamen wie „Schachmatt“ verpassen, nimmt er gelassen hin: „Das finde ich ganz witzig.“ Regelmäßig spielt er auch Turniere, siegte unter anderem bei einem Nachwuchswettstreit in Leinefelde.

Das Strategische reizt den Achtklässler bei seiner Sportart besonders: „Man muss viele verschiedene Eröffnungen parat haben und auch auf den Gegner reagieren können.“ Das ist keine Frage des Alters, sondern der Klasse - Nils Schmalstieg ist der beste Beweis dafür.

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