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Regional 5. Offene Eichsfelder Steeldart-Meisterschaften: 29 Starter am Start
Sportbuzzer Sportmix Regional 5. Offene Eichsfelder Steeldart-Meisterschaften: 29 Starter am Start
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00:18 26.04.2013
Treffsicher: Sascha Heß (DC Flying Darts Mingerode) lässt die Scheibe nicht einen Moment aus den Augen. Quelle: Kunze
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Mingerode

Beim Steeldart ist es wichtig, ruhig und fokussiert zu bleiben. „Wer das am längsten schafft und am schnellsten seinen Rhythmus wiederfindet, der hat die besten Chancen“, sagt Dirk Wusowski, der erste Vorsitzende der „Flying Darts Mingerode, die zum 5. Mal die Offenen Eichsfelder Steeldart-Meisterschaften ausrichten.

29 Starter versuchen das an diesem sonnigen Sonnabend im Vereinsheim der Mingeröder Kyffhäuser Kameradschaft in der Hellbergstraße. Vom Eichsfelder Nachbarklub aus Gieboldehausen sind welche dabei, aber auch Sportler aus Adelebsen, Kassel oder Peine. Die Familie der Dartspieler ist überschaubar, die meisten kennen sich von Punktspielen oder Turnieren.

Bernd Dröse aus Gieboldehausen war in jedem Jahr dabei, auch diesmal. „Die Leute sind nett, das Turnier toll“, sagt Dröse, der aber auch sportliche Ambitionen hat. Zwei Spiele hat er bestritten, beide gewonnen. „Es läuft wie Sau“, sagt der Stammgast, der die Pause nutzt, um draußen die Sonne zu genießen. Der Frühling ist da – endlich.

Aus 2,37 Metern

Eine kleine gewundene Treppe führt hinunter in den Turnierraum. Früher diente das Vereinsheim als Wasserbehälter, jetzt hängen hier vier Boards, auf die die Aktiven aus 2,37 Metern ihre Darts abfeuern. Deren Spitzen bestehen – anders als bei den Softdarts – aus Stahl. „Steeldart ist noch die ursprüngliche Form, wir müssen auch selber mitschreiben und rechnen“, sagt Dirk Wusowski, der selber mitspielt, aber auch organisiert.

Im Hintergrund arbeitet auch Wusowskis Mutter, versorgt die Darter mit Nudel- und Kartoffelsalat, es gibt auch Würstchen und Schnitzel. Der Turniertag ist lang – erst am späten Abend steht der Sieger fest. Diesmal ist es „Kafi“ Walter aus Adelebsen, der Lokalmatador Mike Biermann im Halbfinale und Rüdiger Bein aus Kassel im Endspiel das Nachsehen gibt.

Titelverteidiger Jens Ziegler fehlt in diesem Jahr. Der Bundesligaspieler ist bei den „German Open“ in Bochum am Start. Dafür gehen einige Fußballer des FC Mingerode auf Punktejagd. „Aber nur just for fun“, sagt Marcel Bömeke, der sonst in der Kreisliga aktiv ist. „Ich spiel nur ein- bis zweimal pro Jahr bei Freunden, das war´s.“

Zwei Niederlagen sind nach zwei Gruppenspielen für Bömeke notiert. Nicht schlimm, findet der Fußballer: „Der Trainer hat gesagt, ich darf nicht so lange weggehen, weil ich morgen fit sein muss.“

Nachwuchs zu finden sei schwer

Nachwuchs und neue Mitglieder zu finden, ist für den Ausrichter schwer. Auch beim Tag der offenen Tür war die Resonanz überschaubar. „Für die Jugendlichen gibt es heute halt so viele andere Freizeitmöglichkeiten“, sagt Dirk Wusowski. Er sagt es ohne Verbitterung – so sei eben die Zeit.

Dass der Zweitplatzierte Rüdiger Bein sein Preisgeld dem Ausrichter spendete, ist eine schöne Geste. Die Mingeröder sorgen auf eigene Kosten für Bewirtung und Ausschank, die Vereinsmitglieder machen Salate und Kuchen.

Anfangs waren die Mingeröder Steeldartmeisterschaften noch als Eichsfelder Meisterschaften ausgeschrieben. Doch das führte zu Irritationen, weil in den Ergebnislisten auch Teilnehmer, die nicht aus dem Eichsfeld kamen, auftauchten.  Die Ausweitung wurde begrüßt. Mittlerweile gehen vom Hobbyspieler bis zu Aktiven aus der Niedersachsenliga – der höchsten regionalen Klasse – an den Start.

Beste Frau

Andrea Beushausen spielt für Peine in der Niedersachsenliga. „Das ist die beste Frau da“, raunt ein Mitstreiter. In Mingerode ist sie zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. „Ich fühle mich wohl hier und komme gerne wieder. Es ist wie eine große Familie.“

Bei großen Dart-Turnieren gibt es eine Kleiderordnung und sogar Dopingproben. In Mingerode nicht. Spaß und Geselligkeit kommen nicht zu kurz. Bei allem Einsatz um den Wanderpokal – bislang gab es in jedem Jahr einen neuen Sieger – darf ein wenig Humor nicht fehlen. „Wir sind mittlerweile in einem Alter, wo man kein Fußball mehr spielen kann. Da muss man sich Alternativen suchen“, sagt Dirk Wusowski mit einem Schmunzeln. Seine Augen lachen dabei.

Endergebnis: 1. Platz „Kafi“ Walter (DC Guiness 85 Adelebsen); 2. Rüdiger Bein (ohne Verein); 3. Mike Biermann (Flying Darts Mingerode); 4. Nico Koch (DC Geyer Gieboldehausen).

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