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50 Athleten trotzen Kälte, Schnee und Eis

Landesmeisterschaften im Winterwurf 50 Athleten trotzen Kälte, Schnee und Eis

Landesmeisterschaften im Winterwurf: Dabei werden nicht etwa die Titelträger im Schneeball-Weitwurf gesucht. Weit gefehlt, die Teilnehmer sind mit Hammer, Diskus und Speer unterwegs.

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Quelle: Wenzel

Göttingen. Wobei, Schneebälle zu formen wäre an diesem Sonnabend im Jahnstadion durchaus möglich gewesen. Neuschnee hatte es in der Nacht gegeben. Nicht genug, um die Veranstaltung zu gefährden – bei extremer Wetterlage ist eine Messung der Weiten nicht möglich – aber genug, um den Helfern eine zusätzliche Trainingseinheit, die den Oberkörper kräftigt, zu verschaffen. Der Schnee muss nämlich weg, vor allem aus den Anlaufbereichen, ebenso wie aus den Wurfringen. „Die Schuhe für die Drehwürfe haben überhaupt kein Profil. Da ist es extrem wichtig, dass die Wurfringe frei sind“, erläutert Hendrik Reinecke vom Ausrichter, dem NLV-Kreis Göttingen.

An diese schweißtreibende Einheit am frühen Morgen werden sich er und seine Helfer im Verlauf des Tages noch sehr gern erinnern, denn es gibt nicht viel, was einen bei zwei Grad Außentemperatur erwärmt. Außer natürlich die Leistung der 50 Starter, die sich dick eingemummelt in die Wettbewerbe stürzen. „Es sind deutlich mehr als im Vorjahr“, sagt Reinecke. Insgesamt 50 Teilnehmer gehen bei den Männern und Frauen sowie den Jugendklassen U 20 und U 18 an den Start. 60 waren ursprünglich gemeldet, doch die teilweise Besorgnis erregende Wetterprognose hatte doch einige abgehalten, die Reise nach Göttingen anzutreten.

Immerhin handelte es sich bei diesen Titelkämpfen um die Landesmeisterschaften des NLV (Niedersächsischer Landesverband) und des BLV (Bremer Landesverband), und die Teilnehmer nahmen lange Anfahrtswege, teilweise sogar mit Übernachtung, in Kauf. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein. Die Zehen sind eiskalt. Nach dem Wettkampf will man einfach nur noch schnell warm duschen“, berichtet Mareike Maaß. Immerhin hat sich der Einsatz für sie gelohnt, denn sie durfte sich über den Titel im Diskuswurf bei den Frauen freuen, ehe sie die weite Rückreise zum STV Barßel (Landkreis Cloppenburg) antrat.

Längst nicht so weit hatte es Raphael Winkelvoss vom Einbecker SV. Der frischgebackene Meister bei der männlichen Jugend U18 im Hammerwurf (54,80 m) genoss die Atmosphäre beim und nach dem Wettkampf. „Man muss sich schon vor die Tür trauen“, erzählt er und zwinkert dabei mit den Augen. Er wirkt jetzt zwar nicht so, als würde er seine Mütze und die dicke Jacke gleich liebend gern seinem Nebenmann geben, weil ihm so warm ist, aber die Kälte gehört für ihn dazu. „Ich war schon vorher gesundheitlich ein wenig angeschlagen. Sollte ich jetzt krank werden, dann weiß ich wenigstens, woher es kommt“, sagt Winkelvoss und grinst dabei.

So empfindlich sind Werfer aber auch nicht, wie Christine Reinecke vom Ausrichter weiß. „Die sind ja gezwungen, das ganze Jahr über draußen zu sein und zu trainieren“, berichtet sie. Gemeinsam mit ihrem Sohn Hendrik, der als sogenannter Schiedsrichter fungiert („ich muss nur eingreifen, wenn etwas absolut nicht läuft“), ihrer Tochter Antonia, die bei der Gerätekontrolle mithilft und Mann Dietmar (Kampfrichterwart) schmeißen die Reineckes die Veranstaltung. Natürlich nicht ganz allein, denn sie haben schon noch viele fleißige Helfer. Die wiederum dürfen sich hin und wieder im Kampfrichterbüro ein wenig aufwärmen. Dort duftet es nach Kaffee und auch selbstgebackene Kuchen laden zum längeren Verweilen ein. Dazu hat allerdings keiner Zeit, sodass eher zwischen Tür und Angel gegessen und getrunken wird.

Aufwärmen während des Wettkampfes können sich die Athleten nicht. Ein Zelt mit Heizstrahlern scheinen sie aber auch nicht zu vermissen, sind sie doch völlig fokussiert. „Die Wettkämpfe sind so terminiert, dass sie hintereinander liegen“, erklärt Hendrik Reinecke, der früher selbst Aktiver Leichtathlet war, berufsbedingt jetzt aber kürzertreten muss. Smalltalk nach den Wettbewerben fällt angesichts der Außentemperaturen aus, die heiße Dusche lockt. Und Frühling wird es auch ganz bestimmt, die ersten Boten waren schon da: Leuchtende Primeltöpfe standen links und rechts neben dem Siegerehrungspodest. Denn: Natürlich sind Winterwerfer harte Burschen, aber warme Sonnenstrahlen im Gesicht sind auch nicht zu verachten.

Die Sieger

Männer
Diskuswurf: 1. Martin Koch (LG Göttingen) 38,31 m.
Hammerwurf: 1. Marcel Weidlich (VfR Evesen) 53,32 m.
Speerwurf: 1. Sebastian Rebischke (Hannover 96) 62,11 m.

Männliche Jugend U20
Diskuswurf: 1. Florian Pelzer (BTB Oldenburg) 37,65 m.
Hammerwurf: 1. Moritz Mollowitz (SVG Bad Gandersheim) 56,28 m.
Speerwurf: 1. Marco Schulz (SG Rodenberg) 57,28 m.

Männliche Jugend U18
Diskuswurf: 1. Phil Grolla (VfB Fallersleben) 35,80 m.
Hammerwurf: 1. Raphael Winkelvoss (Einbecker SV) 54,80.
Speerwurf: 1. Julius Heidelberg (LG Osterode) 45,60 m.

Frauen
Diskuswurf: 1. Mareike Maaß (STV Barßel) 37,49 m.
Hammerwurf: 1. Cathinca van Amerom (Hannover 96) 51,06 m.
Speerwurf: 1. Celina Bentrup (FTSV Jahn Brinkum) 37,59 m.

Weibliche Jugend U20
Diskuswurf: 1. Sara van Ohlen (VfL Germania Leer) 36,34 m.
Hammerwurf: 1. Lena Schulz (TSV Brunkensen) 42,23 m.
Speerwurf: 1. Florentine Gilde (VfL Eintracht Hannover).

Weibliche Jugend U18
Diskuswurf: 1. Nele Dresp (TV Norden) 33,22 m.
Hammerwurf: 1. Neele Koopmann (SV Gartow) 61,33 m.
Speerwurf: 1. Kathrin Walter (BTB Oldenburg) 39,70 m

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