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Regional 7. Brocken-Challenge: 81 Kilometer auf den Brocken bei Eis und Schnee
Sportbuzzer Sportmix Regional 7. Brocken-Challenge: 81 Kilometer auf den Brocken bei Eis und Schnee
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13:50 07.11.2013
Lauf durch die Eiswüste: So sah es im vergangenen Jahr bei passablen Verhältnissen aus. Quelle: Pförtner
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Herzberg

Auf die widrigen Bedingungen hat der ASFM reagiert und die Teilnehmer auf seiner Homepage aufgefordert, sich „im Wortsinn“ warm anzuziehen – beim Zugspitzlauf 2008 waren zwei unterkühlte Sportler gestorben, viele weitere mussten behandelt werden.

„Das Wort Zugspitze hatten wir bisher bewusst vermieden. Jetzt ist es doch raus. Ihr wisst, wofür es steht....“, heißt es weiter auf der Homepage des ASFM, der damit vor allem Challenge-Anfänger auf die Risiken des Laufs hinweisen möchte. „Wir wollten das nur kurz zu Bedenken geben, ohne es breitzutreten“, unterstreicht Alexander Gidler vom Planungsteam des Ultra-Marathons auf den Harzgipfel, bei dem stets 2200 Höhenmeter zu erklimmen sind.

„Das ziehen wir jetzt durch“

Die siebte Challenge (Herausforderung) soll aber auf keinen Fall abgesagt werden, stellt Giedler klar: „Das ziehen wir jetzt wie geplant durch.“ Ein Ohr hat er seit geraumer Zeit an der Wettervorhersage im Radio, und die stimmt ihn im Hinblick auf das Wochenende positiv. „Immer mal Schneeschauer“ soll es geben, „aber keinen großen Umbruch“.

Auch so wird die Strecke schwierig genug, insbesondere auf Teilstücken, die momentan noch unpassierbar ist. Vorsorglich hat der Veranstalter im Internet für den Abschnitt zwischen den Ortsmarken Jagdkopf und Lausebuche eine Umleitung verkündet, die alles in allem vier bis sechs zusätzliche Kilometer bedeuten würde. Giedler hoffte jedoch gestern, dass das Teilstück am Sonnabend doch passierbar ist.

„Das ist der Entsafter“

Im Südharz, zwischen Barbis und dem Parkplatz Lausekopf, wird voraussichtlich eine Vorentscheidung fallen – und für die meisten beginnen hier die Qualen, wohlgemerkt mit einem Marathon in den Beinen. Von Barbis aus sind es zehn steile Kilometer bis zum nächsten Ausschank von heißem Tee, dem Jagdkopf, zu dem die Strecke auf 750 Meter Höhe ansteigt, und im Fall der Fälle ist die Telefonverbindung schlecht. „Das ist der Entsafter“, sagt Giedler über den Abschnitt, „hier geht es zur Sache“. Insgesamt gibt es entlang der Route acht Verpflegungspunkte, und wer am Sonnabend später als 18 Uhr den letzten namens Oderbrück acht Kilometer vor dem Ziel passiert, wird aus dem Rennen genommen. „Erstaunlicherweise halten fast alle Teilnehmer durch“, berichtet der Mitorganisator. Am Seeburger See, also nach rund 20 Kilometern, werden die Läufer gegen 8 Uhr erwartet.

Sämtliche 150 Startplätze waren nur 48 Stunden nach Anmeldebeginn vergeben, unter anderem, weil die Brocken-Challenge zum ersten Mal als Qualifikationslauf für den 166 Kilometer langen Ultra-Marathon „Ultra Trail du Mont Blanc“ gewertet wird, bei dem auf einem Rundkurs 9400 Höhenmeter zu bewältigen sind. Also werden in Göttingen am Sonnabend Athleten aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Polen oder Norwegen erwartet. Aber auch der wohltätige Zweck animiere zum Mitmachen, unterstreichen Teilnehmer wie die Göttinger ASFM-Läuferin und Vorjahreszweite der Frauenwertung Sanna Almstedt. Der Erlös geht in diesem Jahr an das Hospiz an der Lutter und die Bahnhofsmission. Auch deswegen scheut der Ausrichter bei der Streckenpräparierung keine Mühe – die Variante zwischen Jagdkopf und Lausebuche wird auf acht Kilometern Länge extra für die Läufer freigefräst.

Klar ist wohl, dass der Streckenrekord von 7:30 Stunden diesmal nicht zu knacken ist. „Die Leute waren zwei Jahre vom Wetter verwöhnt. Das wird jetzt anders ausschauen“, verdeutlicht Giedler. Für jene Abschnitte, auf denen es besonders eisig ist, haben die Läufer Schneeketten für die Schuhe dabei. „Diesmal“, sagt der Mitorganisator, „wird es eine Challenge, wie sie im Buche steht“.

Mehr Informatinen unter: brocken-challenge.de

Von Eduard Warda

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