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Athleten dank Schulz topfit

Behindertensport Athleten dank Schulz topfit

Die deutsche Leichtathletik-Delegation war bei den Weltmeisterschaften der Behinderten im indischen Bangalore die mit Abstand erfolgreichste Nation. Mit 20 Gold-, elf Silber- und fünf Bronzemedaillen sammelten die DBS-Athleten 36-mal Edelmetal. Der Göttinger Prof. Wolfgang Schulz war als Teamarzt der deutschen Leichtathletik-Delegation dabei.

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Gold-Jungs: 4x100-m-Staffel mit Rehm, Czyz, Behre und Popow.

Quelle: DBS

„Glücklicherweise sind keine schweren Verletzungen aufgetreten, Ratschläge und die Behandlung kleinerer Blessuren standen im Vordergrund“, sagte Schulz. „Für uns Europäer war das schöne Wetter mit 25 bis 30 Grad ungewöhnlich,aber angenehm. Unangenehm und ungewöhnlich waren jedoch der Smog dieser Fünfmillionenstadt, der unheimliche Dreck überall, die mangelhafte Hygiene sowie eine weit verbreitete Armut.“
Die Athleten durften sich jedoch von den Rahmenbedingungen nicht ablenken lassen. Und sie schafften es, sich voll zu konzentrieren. Marianne Buggenhagen fügte ihrer riesigen Edelmetall-Sammlung zwei Goldmedaillen (Kugel, Diskus) und einmal Bronze (Speer) hinzu. Die sehbehinderte Martina Willig holte drei Goldmedaillen ( Kugel, Diskus, Speer) und war damit erfolgreichste weibliche Athletin.
Die doppelt oberschenkelamputierte Vanessa Low, 19 Jahre, stellte im Weitsprung in ihrer Schadensklasse mit 3,92m einen neuen Weltrekord auf.
Bei den oberschenkelamputierten Männern war Wojtek Czyz mit drei Goldmedaillen (Weitsprung, 100m und 4x 100m Staffel) der erfolgreichste Athlet, dicht gefolgt von Heinrich Popow mit zwei Gold- (200m, 4x100m Staffel) und
einer Silbermedaille im Weitsprung. Im Weitsprung stellte Czyz mit 6,72 m einen neuen Weltrekord auf.
Keine Toiletten für Behinderte
Trotz der sportlichen Erfolge fällt Schulz‘ Fazit durchwachen aus: „Die gewonnenen Eindrücke lassen vermuten, dass Indien keine Leichtathletik-Nation ist und wohl auch nie werden wird. Anfangs war die Organisation desaströs und litt unter vielen organisatorischen Pannen und Unzulänglichkeiten, die die Unerfahrenheit des Ausrichters hinsichtlich der Durchführung solcher Großveranstaltungen zeigte. Ein vorheriger Probelauf – siehe Paralympics in China – wäre vorteilhaft gewesen und hätte manche Unzulänglichkeit vermieden“, resümierte Schulz.
Als Beispiel nannte er, dass es im gesamten Stadion keine behindertengerechte Toilette gegeben habe. Die Rollstuhlfahrer hätten teilweise stundenlang in brütender Hitze ihre Wettkämpfe absolvieren müssen, teilweise seien auch die Stadionzugänge nicht rollstuhlgerecht gewesen.
„Das Ziel, junge Athleten in die erweiterte Weltspitze zu integrieren, ging voll auf. Insgesamt wurden nicht nur viele Medaillen errungen, sondern es wurden zwei Weltrekorde, zwei Europarekorde und Deutsche Rekorde aufgestellt“, teilt der DBS mit. Auch wenn die Inder in Bezug auf die Organisation von sportlichen Großereignissen anscheinend noch eine Menge lernen müssen. Hinsichtlich der Gastfreundschaft und der Freundlichkeit der Menschen war Schulz beeindruckt: „Viele Nationen können da von den Indern lernen. Diese waren nämlich einzigartig.“

Von Mark Bambey

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