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Bogenschützen-Marathon über 100-mal 30 Meter

Kyudo Leine Dojo Bogenschützen-Marathon über 100-mal 30 Meter

Pia Zojer ist hochkonzentriert. Für einige Sekunden hält sie die Spannung ihres Bogens aufrecht. Dann feuert die Kyudoka ab, und ihr Pfeil trifft aus knapp 30 Metern die 30 Zentimeter breite Zielscheibe. „Das ist viel anstrengender als es aussieht“, versichert Zojer, die am 100-Pfeile-Wettkampf im japanischen Bogenschießen teilnimmt.

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Konzentriert: Horst Neubauer (Kyudo-Gesellschaft Leine-Dojo) visiert das Ziel an.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Vor allem die Kraft in den Armen lasse nach fünf Stunden allmählich nach. „Für uns ist das hier eine Form des Marathons“, erklärt Horst Neubauer, Trainer im ausrichtenden Verein Kyudo Leine Dojo Göttingen. „Zehn Pfeile präzise zu schießen, schafft man problemlos. Aber wie sieht die Technik aus, wenn man an seine körperliche Grenzen stößt?“ Neubauer ist als Kampfrichter auf Bundesebene tätig, besitzt den 5. Dan-Grad und ist damit höchster Dan Niedersachsens. Der 65-Jährige ist seit 1978 vom Kyudo-Fieber befallen, hat sogar in seinem Garten eine Trainingsanlage errichtet: „Es geht um die Kombination aus Sport, Meditation, Technik und rituellen Abläufen“, erklärt er über die Sportart, die sich bereits im 16. Jahrhundert entwickelt hat.

Während bei den meisten Wettkämpfen nur zwölf bis 20 Pfeile geschossen und auch Form und Harmonie bewertet werden, geht es beim 100-Pfeile-Schießen ausschließlich um die Trefferquote. Am besten ins Schwarze, 54-mal, trifft die Göttingerin Dana Rotter. „Ich bin stolz und positiv überrascht“, freut sich die 26-Jährige, „denn normalerweise läuft es bei mir schlecht, sobald ich im Wettkampf stehe.“

Obwohl sie „gegen Ende einige Hochs und Tiefs erlebt“, liegt sie über ihrem Trainingswert von etwa 50 Prozent – und verweist den Hildesheimer Hans Hasselmann sowie ihren Teamkollegen Ralf Frickemeier auf die Plätze. Am Kyudo fasziniert Rotter, „dass es immer Punkte gibt, an denen man arbeiten kann“. Auch Theorieeinheiten würden häufig zu „Aha-Erlebnissen“ führen. Den Wolfsburger Markus Haussler reizt am Kyudo ebenfalls das „Überwinden seiner Schwächen“. Obwohl er mit 45 Treffern seine anvisierte 50-Prozent-Marke nicht erreicht, spricht er von einer „super Veranstaltung.“ Es gebe selten die Chance, 100 Pfeile am Stück zu schießen.

18 Kyudo nahmen an der Premiere teil. Ein Extralob erhielt der mit 81 Jahren älteste Teilnehmer: Er feuert im Verlauf des Wettkampftages immerhin die Hälfte seiner Pfeile ab. Er ist allerdings schon längst aus der Halle verschwunden, als Pia Zojer ihren finalen Schüssen antritt. Fokussiert wirkt sie nach wie vor, doch dass ihre Finger zittern, kann Zojer nicht verbergen.

Wer die Sportart ausprobieren möchte, für den bietet die Volkshochschule am 23. September einen Schnupperkurs an.

Von Timo Holloway

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