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Regional DC Herta 06 aus Hann. Münden steigt in Bundesliga auf
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16:53 28.02.2018
Gerne mal zum Scherzen aufgelegt: Thorsten "Stengel" Keutel vom DC Herta Göttingen 06. Quelle: Christoph Mischke
Hann. Münden/Göttingen

Das urige „Onkel Paul“ in der Altstadt von Hann. Münden ist sozusagen die Basis des DC Herta. In zwölf Jahren Vereinsgeschichte habe es einige Brüche gegeben. Den Verein verschlug es letztlich aus seinem Gründungssitz in Göttingen nach Hann. Münden, wie Mannschaftskapitän Dirk Utermöhle erklärt.

Im hinteren Teil des „Onkel Paul“ haben sich die Vereinsmitglieder ihr Domizil eingerichtet: Das Vereinslogo an der Wand und die beiden Darts-Automaten zeigen, wessen Reich das ist – das des DC Herta 06. Und die Darter sind bereits voll bei der Sache. Konzentriert werfen sie die Pfeile auf den Darts-Automaten. Jeder Treffer wird begleitet von einem finalen „Plock“, wenn der Pfeil im Kunststoff der Scheibe stecken bleibt, gefolgt von einer an Spielautomaten erinnernden Melodie, die je nach Punktezahl mehr oder weniger euphorisch tönt.

Freude über den Erfolg

Jeden Dienstagabend treffen sich die Mitglieder des Clubs zum gemeinsamen Training. Dieser Dienstag ist allerdings etwas anders als sonst. Immer noch schwingt die Freude über den jüngsten Erfolg mit: den Aufstieg in die E-Dart-Bundesliga.

„Damit habe ich im Leben nicht gerechnet“, sagt Utermöhle. Er sei einfach stolz darauf, dass sich der Verein das alles selbst erarbeitet habe. Zumal die Darter schwere und vor allem weit weniger erfolgreiche Zeiten hinter sich haben. Von der C-Liga haben sie sich in die Bundesliga vorgearbeitet.

Ob das für die Bundesliga reicht?

Von Erfolglosigkeit kann im Moment keine Rede sein. Aber die Mission Bundesliga bereitet den Dartern schon ein wenig Kopfzerbrechen. Denn ob ihre Form genügt, um gegen die anderen Teams der E-Dart-Bundesliga zu bestehen, wird sich erst noch zeigen. „Ob das für die Bundesliga reicht, bin ich mir nicht sicher“, sagt Utermöhle mit Blick auf das Training, das derzeit einmal in der Woche stattfindet.

Gespielt wird in Deutschland ab der A-Liga übrigens „501 Double Out“. Das bedeutet, dass jeder Spieler mit 501 Punkten startet und diese auf null bringen muss. Das Besondere beim „Double Out“: Das Spiel muss mit einem Treffer in den äußeren Ring der Scheibe, einem sogenannten Double, beendet werden. Das gleiche System wird auch bei der Darts-WM gespielt.

Kein stundenlanges Training möglich

Profi-Maßstäbe könne man allerdings nicht anlegen, stellt Kapitän Utermöhle klar. Stundenlang jeden Tag an der Scheibe zu stehen, wie die Weltmeister, das könnten die Darter aus Münden und Göttingen schon allein zeitlich nicht leisten, weil alle regulären Jobs nachgehen.

In einem Spiel gegen einen Weltmeister hätte selbst sein bester Spieler „ganz realistisch betrachtet null Chance“, so Utermöhle. Die Weltmeister hätten durch das stetige und intensive Training einfach eine enorme Konstanz in ihrer Leistung.

Teilamputierte rechte Hand

Die Ziele für den DC in der Bundesliga sind zunächst klar eingegrenzt: Punkte gegen den Mitaufsteiger und die Teams auf den unteren Tabellenplätzen sammeln. Viel wichtiger aber noch: „Wir wollen erst mal das Feeling mitnehmen“, sagt der Mannschaftskapitän. Er spielt seit einem Arbeitsunfall vor 26 Jahren übrigens mit einer teilamputierten rechten Hand. „Die Technik ist ja die gleiche“, erklärt er wie selbstverständlich.

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Darts eigentlich eher ein reiner Männersport. „Es gibt viele Frauen, die Dart spielen und auch gut spielen“, klärt Aurelie Peinemann auf. Die 26-Jährige muss es wissen, denn sie ist Mitglied beim DC Herta 06 – als einzige Frau. „Probiers doch erst mal“, hatte ein guter Freund der damals 15-Jährigen geraten. Es machte Spaß, und Peinemann blieb dabei. „Für die Liga hat es gereicht“, sagt sie. Für die Bundesliga sei sie aber inzwischen nicht mehr gut genug. Ihrem Verein wird sie aber treu bleiben, das steht für sie fest: „Ich werde bei Herta bleiben, egal wo der Weg hingeht.“ „Ein Leben lang“, so steht es auf den Trikots des DC Herta – für seine Mitglieder nicht bloß ein Aufdruck.

Am 2. März muss sich der DC Herta 06 nun zum ersten Mal in der E-Dart-Bundesliga Hessen beweisen: Dann geht es zu den Crazy Bulls nach Niederaula.

Selbstversuch

Wie ist es eigentlich, selbst an der Scheibe zu stehen? Zeit für einen Selbstversuch (sogar mit den Darts vom Chef). Erste Erkenntnis: Ganz locker aus dem Handgelenk werfen reicht nicht, die Pfeile brauchen schon mehr Schwung, um in der Kunststoffscheibe stecken zu bleiben. An die Treffsicherheit von Matchpartner Bernd Hartje reiche ich definitiv nicht heran, das merke ich schnell, als er mit seinen Würfen Punkt um Punkt holt. Allerdings landet einer meiner Pfeile sogar in dem geradezu winzigen roten Feld in der Mitte der Scheibe – gut, das war Glück, denn bewusst auf das „Bullseye“ gezielt habe ich nicht. Am Ende verliere ich recht deutlich, auch wenn Hartje mir eine ganz gute Leistung mit ordentlicher Wurftechnik bescheinigt.

„Es kommen immer mehr Leute dazu“

Darts erfreut sich immer größerer Beliebtheit – zumindest wenn man von der Aufmerksamkeit ausgeht, die Darts in den Medien und vor allem im Fernsehen erhält. Aber schlägt sich das auch bei den örtlichen Vereinen nieder?

„Es kommen immer mehr Leute dazu“, sagt Bernd Dröse, Vorsitzender des DC Geyer Gieboldehausen. Vor einigen Jahren seien es im Verein etwa 13 Spieler gewesen, heute sind es nach Dröses Angaben etwa 30. „Auch junge Spieler“, betont Dröse. Ein Schlüsselfaktor dabei ist für ihn die mediale Präsenz des Sportes.

Früher seien nur die Weltmeisterschaft und vielleicht die UK-Open im deutschen Fernsehen übertragen worden. „Heute kann man fast jedes Wochenende irgendwo Darts verfolgen“, sagt Dröse. Nicht nur die wirklichen großen Turniere würden übertragen. So werde zum Beispiel die Premier-League ebenfalls gezeigt.

Und noch an einem anderen Punkt könne man die steigende Beliebtheit ablesen: Immer mehr Vereine gründeten sich im Eichsfeld, berichtet Dröse. Eine gute Entwicklung für den Vorsitzenden der Geyer: „In einer halben Stunde kann man viele Vereine erreichen.“ Das sei besonders für Freundschaftsspiele ein erheblicher Vorteil.

Die gleiche Beobachtung hat auch Dirk Utermöhle vom DC Herta Göttingen 06 gemach: „Die letzten zwei Jahre wird immer mehr Darts in Münden gespielt.“ Vier Teams kämen allein regelmäßig ins „Onkel Paul“, wo auch der DC Herta sich regelmäßig trifft. Etwa acht Teams gebe es insgesamt in Münden.

Das kleine Darts-ABC

Auch beim Darts gibt es viele Fachbegriffe. Hier die wichtigsten in alphabetischer Reihenfolge.

9-Darter

Der 9-Darter ist das perfekte Spiel, vergleichbar mit dem „Hole in one“ im Golf. Der klassische Weg sind 180, 180 und 141, es gibt aber 71 unterschiedliche Wege, ein Leg mit neun Darts zu beenden.

Barrel

Das „Barrel“ ist der Wurfkörper eines Darts. Professionelle Darts bestehen aus einer Nickel-/Wolfram-Legierung. Der Anteil von Wolfram liegt dabei zwischen 80% und 97%. Wolfram hat den Vorteil, dass schmale Darts hergestellt werden können, die aber trotzdem über das benötigte Gewicht um die 20g verfügen. Günstige Einsteiger-Darts sind oftmals aus Messing und haben den Nachteil, dass bei geringem Gewicht oft klobig sind.

Bogey-Number

170 ist das höchst mögliche Finish. 169, 168, 166, 165, 163, 162 und 159 sind zwar niedriger als 170, können aber nicht mit drei Darts ausgemacht werden. Sie werden als „Bogey Numbers“ bezeichnet.

Bouncer

Als „Bouncer“ werden alle Darts bezeichnet, die am Board abprallen oder aus dem Board fallen, bevor der Spieler den Darts rausziehen konnte. Bouncer werden nicht gewertet.

Bristle-Board

Die offizielle Bezeichnung der aktuellen Dartboards lautet „Bristle-Board“. Dies stammt noch aus den Zeiten, wo Schweineborsten für die Dartboards verwendet wurden. Heutzutage werden Sisal-Fasern verwendet.

Bulls-Eye

Das „Bulls-Eye“ ist die Mitte des Dartboards und zählt 50 Punkte. Das Bulls-Eye ist hingegen nach der Dreifach-20, -19, -18 und -17 nur das Feld mit der fünfthöchsten Punktzahl. Das Bulls-Eye ist aber das höchste Doppelfeld. Der Bereich um das Bulls-Eye wird als „Single-Bull“ bezeichnet und zählt 25 Punkte.

Bust

Hat ein Spieler mehr als die benötigte Restpunktzahl geworfen oder würde er auf eine Restpunktzahl von 1 kommen, ist der Wurf überworfen (Bust). Der Spieler behält dann die Restpunktzahl, die er vor dem gesamten Wurf hatte.

Caller

Bei jedem Major- und European Tour Event steht ein Caller auf der Bühne, der die geworfenen Punktzahlen der Spieler verkündet. Der Caller ist auch der Schiedsrichter der Partie.

Check-Out

Als „Check-Out“ wird der zum Gewinn eines Legs benötigte Treffer im Doppelfeld bezeichnet.

Dart

Der „Dart“ ist das Arbeitsgerät der Spieler. Er besteht aus einer Spitze, dem Barrel, einem Shaft und einem Flight. Das Gesamtgewicht liegt in der Regel zwischen 18g und 26g.

Double

Der äußere Ring im Wertungsbereich sowie das Bulls-Eye sind die „Double“-Felder. Ein Leg kann nur mit einem Treffer in eines der 21 Doppelfelder beendet werden.

Finish

Als „Finish“ werden alle Zahlen bezeichnet, die mit drei Darts ausgemacht werden können. Der Finish-Bereich beginnt ab 170 Punkten.

Flight

Der „Flight“ wird auf den Shaft gesteckt und verleiht dem gesamten Dart die benötigte Stabilität im Flug. Den Flight gibt es in unterschiedlichen Größen und Materialien, die zur einer Veränderung der Flugeigenschaften führen können.

Game Shot

Hat ein Spieler das zum Gewinn eines Legs benötigte Doppelfeld getroffen, wird vom Caller „Game Shot“ zur Beendigung des Durchgangs ausgerufen.

Leg

Ein Durchgang von 501 auf 0 Punkte wird beim Darts als „Leg“ bezeichnet. Im „Matchplay-Modus“ muss eine bestimmte Anzahl an Legs gewonnen werden. Im „Set-Modus“ muss eine bestimmte Anzahl an Legs gewonnen werden, um einen Set zu gewinnen.

Madhouse

Als „Madhouse“ wird die Doppel-1 bezeichnet. Sie ist gefürchtet, weil man sich bei 2 Rest keinen Treffer in die einfache 1 leisten kann, ohne den Wurf ungültig zu machen.

No Score

„No Score“ ist der Ausruf des Caller, wenn die Restpunktzahl überworfen wurde oder tatsächlich keine Punkte erzielt wurden.

Oche

Die „Oche“ ist die Abwurfleiste. Der Spieler muss während des Wurfs hinter dem Oche stehen.

Shaft

Der „Shaft“ ist das Verbindungsstück zwischen dem Barrel und dem Flight. Je nach Länge, Material oder Gewicht kann der Shaft die Flugeigenschaften des Dart beeinflussen.

Shanghai-Finish

Trifft ein Spieler bei seinem Finish sowohl das einfache, das dreifache und auch das doppelte Feld eines Segments, so wird dies als „Shanghai-Finish“ bezeichnet. Das höchstmögliche Shanghai-Finish ist 120 einer Triple-20, einer einfachen 20 und einer Doppel-20.

Spider

Die dünnen Drähte, die die einzelnen Segmente begrenzen, werden als „Spider“ bezeichnet. Im Laufe der Jahre wurden die Drähte immer dünner um mehr Treffer in den schmalen Dreifach- und Doppelfeldern zu ermöglichen.

Tops

Als „Tops“ wird die Doppel-20 bezeichnet, sie ist das am höchsten gelegene Doppelfeld auf dem Dartboard.

Triple

Als „Triple“ werden die schmalen Felder im inneren Wurfbereich bezeichnet. Treffer in diesen Feldern verdreifachen den Wert des jeweiligen Segments. Drei Treffer in der „Triple-20“ ergeben somit mit 180 Punkten den höchsten Wert.

White-Wash

Als „White-Wash“ wird eine Niederlage bezeichnet, bei der der Gegner kein einziges Leg gewinnen konnte, die Höchststrafe für jeden Darts-Spieler.

Von Finn Lieske

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