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Regional „Es geht nur darum, zwei Teams hinter sich zu lassen“
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16:13 21.09.2017
Das Team der Veilchen Ladies Quelle: r
Göttingen, Göttingen

Eben noch Wolfenbüttel, nun Wasserburg: Die Basketballerinnen der BG 74 Göttingen, die Veilchen Ladies, stehen als Aufsteiger vor einer anstrengenden Saison im Oberhaus, der Damenbasketball-Bundesliga (DBBL).

In der Beletage des deutschen Damenbasketballs wird sich zeigen, ob der Kader den Ansprüchen gerecht wird. Einen ersten Vorgeschmack hat das Champions Weekend gegeben, bei dem sich die Veilchen Ladies im Finale Keltern beugen mussten.

Keltern und Wasserburg, so heißen die Topfavoriten auf den Titel. Die Göttingerinnen werden sich eher mit Teams wie Mitaufsteiger Heidelberg messen müssen – ausgerechnet der erste Gegner der DBBL-Saison. „Das Spiel müssen wir gewinnen“, sagt Richard Crowder, „Heidelberg ist ein extrem wichtiges Spiel“ ergänzt Roland Emme-Weiß – in der ersten Partie geht es gleich um Vieles, da sind sich die BG-Geschäftsführer einig.

Ansonsten, ergänzt Emme-Weiß, müsse man sich mit Mannschaften wie Halle und Chemnitz messen. Die Zielsetzung in der ersten Spielzeit nach dem Aufstieg ist ganz klar der Klassenerhalt, auch wenn es gern ein bisschen mehr sein darf. „Wir wollen im ersten Jahr lernen und drin bleiben“, sagt Crowder. „Wenn du es realistisch siehst, geht es wirklich nur um den Klassenerhalt“, unterstreicht Emme-Weiß. Crowder: „Wir müssen das Team langsam entwickeln und gucken, was wir erreichen können. Es darf gern ein Tick mehr als der Klassenerhalt sein“ - mehr Zugeständnisse an eine gewisse Aufstiegseuphorie macht Crowder nicht.

Warum auch? Mit Katarina Flasarova und Inesa Visgaudaite haben zwei Leistungsträgerinnen das Team verlassen, „zwei, die wir nicht halten konnten“, sagt Emme-Weiß. Drei weitere Spielerinnen sind in erster Linie aus Gründen der Berufsausbildung gegangen, der Ersatz gehört durchweg dem jüngeren Jahrgang an.

Allerdings haben die Veilchen Ladies mit Vasiliki Karambatsa (Jahrgang 1996), Casey Smith (1994) und Marissa Janning (1993) auch enorme Qualität in den Kader geholt. Mit der 1,89 Meter großen Smith ist die Mannschaft zudem flexibler unter dem Korb geworden, und Crowder hält große Stücke auf die Neuverpflichtungen: „Alle drei sind sehr fähig. Karmabatsa zähle ich zum Nachwuchs, von ihr verlangen wir noch keine Top-Leistung. Aber die anderen beiden können jeweils ein Spiel im Alleingang entscheiden und sind in der Lage, uns sofort weiterzuhelfen.“

Emme-Weiß gibt zu bedenken, dass auch die beiden US-Amerikanerinnen eigentlich Rookies vom College sind, aber dass das Klassenziel mit den Transfers durchaus erreicht ist: „Wir haben uns gesagt: Wir müssen Qualität auffüllen!, und das ist uns, glaube ich, gelungen.“ Der BG 74 sind finanzielle Handschellen angelegt, großartige Investitionen, die das Team in die Nähe der Topklubs katapultieren würden, sind einfach nicht drin. „Wir müssen handeln wie die Männer“, verweist Emme-Weiß auf die männlichen Veilchen aus der BBL, „wir müssen Talente holen, die finanzierbar sind“.

Einiges hängt von den Zuschauer-Einnahmen in der kommenden Saison ab, und in dieser Hinsicht ist vorerst noch das große Rätselraten angesagt. „Wir haben mehr Dauerkarten verkauft als in den letzten Jahren, aber das Champions Weekend war enttäuschend“, unterstreicht Crowder. „Ich habe wirklich kein Gefühl, wie es laufen könnte.“ Im vergangenen Jahr wurde ein Zuschauerschnitt von rund 400 Besuchern pro Spiel erreicht, allerdings inklusive der populären Play-off-Spiele. „Wir hoffen auf 100 mehr, die Mädels hätten es verdient“, sagt Crowder.

Die Großen der Liga, das wurde beim Champions Weekend deutlich, suchen ihr Heil in der starken Offensive. „Die hauen dann einfach mal dazwischen“, sagt Emme-Weiß. Die Göttingerinnen müssen über eine starke und konsequente Defensive versuchen, die Klasse zu halten. Bereits in der vergangenen Saison hat es der griechische Trainer Giannis Koukos vermocht, die Abwehr der Veilchen Ladies bisweilen zu einem Bollwerk auszubauen. „Gerade im ersten Jahr in der ersten Liga benötigen wir eine vernünftige Defensive“, unterstreicht Emme-Weiß.

Hoffnung machen Eindrücke aus dem Finale des Champions Weekends, als die Göttinger Ladies gegen ein allerdings auch nicht in Bestbesetzung angetretenes Keltern phasenweise gut aussahen. „Da hat man gesehen, dass wir selbst mit den Spitzenmannschaft mithalten können“, sagt Crowder. Träumen ist erlaubt, was zählt, ist die Realität: „Im Prinzip“, fügt er hinzu, „ geht es darum, zwei Mannschaften hinter sich zu lassen. Und wer das dann ist, ist mir völlig egal.“

Schmuckkästchen FKG-Halle für 40000 Euro aufgehübscht

Ei
„Ich freue mich, dass wir diese Halle mit ihrer enormen Basketball-Tradition auf den modernen Stand der Technik bringen konnten. Die Auflagen der 1. Damenbasketball-Bundesliga werden erfüllt“, sagt GoeSF-Geschäftsführer Alexander Frey. BesNeu sind auch die beiden Anzeigetafeln. „Die große Tafel über dem Kampfgericht und die kleine an der Seitenwand gehören zusammen. Von den alten Tafeln können wir zumindest eine noch für Amateursport verwenden“, führte der GoeSF-Chef an.

Auf der Sitztribüne wurde auf Höhe der Mittellinie unter der Hallendecke ein Podest gebaut. Hier steht künftig eine Kamera, denn alle Erstliga-Partien werden per Livestream in Internet übertragen. Moderiert werden die BG-Spiele von Florian Schmidt. Um einen stabilen Datentransfer zu garantieren, wird die FKG-Halle noch an das Glasfasernetz angeschlossen. Beim Champions Weekend am vergangenen Wochenende brach der Stream noch des Öfteren ab. Glänzend präsentiert sich zum Saisonstart auch der Hallenboden: Das dieser neu ist, resultiert allerdings nicht aus Vorgaben der DBBL. „Wir hatten einen Versicherungsschaden. Der Boden wurde komplett bearbeitet und neu versiegelt“, sagt Frey

Das Team der Veilchen-Ladies

Freier Eintritt mit Kulturticket

Das Kulturticket des AStA der Universität Göttingen ist in der Saison 2017/18 auch bei den Veilchen Ladies gültig. Studierende erhalten freien Eintritt zu allen elf Heimspielen des Erstligisten. Das Ticket gilt für Stehplatze. „In der Halle sind ausreichend Kapazitäten vorhanden, so dass keine Beschränkungen nötig sind“, sagt Veilchen-Sprecher Klau Plaisir. Wer noch eine Dauerkarte für die Saison erstehen möchte: Alle Spiele des Erstligisten BG 74 Veilchen Ladies sind zum Preis von 50 (Stehplatz ermäßigt) bis 100 Euro (Sitzplatz 1. Kategorie) erhältlich. Es bietet einen Rabatt von rund 10 Prozent. Bestellungen von Dauerkarten sind bis noch Sonntag, 24. September, 12 Uhr, per e-mail möglich: tickets@bg74veilchenladies.de. Außerdem werden sie am Sonntag an der Tageskasse erhältlich sein, die ab 15 Uhr geöffnet ist. Kinder bis 9 Jahre haben freien Eintritt, für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren gilt ein einheitlicher Einheitspreis von drei Euro (ohne Sitzplatzanspruch). Auch der Eintritt nach der Halbzeitpause beträgt drei Euro.

Von Eduard Warda

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