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Regional „Die Spieler sind ein bisschen zu brav, zu grün“
Sportbuzzer Sportmix Regional „Die Spieler sind ein bisschen zu brav, zu grün“
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18:24 24.11.2011
Regionalliga „wäre ein Kraftakt, aber er wäre möglich“: RSV-Manager Jan Steiger. Quelle: Heller

Wie fällt Ihr Fazit der bisherigen Saisonpartien aus?
Die Mannschaft hat sich gefunden und trotz eines schlechten Saisonstarts die Ruhe bewahrt. Viele Spieler haben individuell einen Schritt nach vorn gemacht.

Wer zum Beispiel?
Positiv ist, dass Ötze (Torjäger Özkan Beyazit, Anm. d. Red.) eine sehr gute Torausbeute hat und zu einem mannschaftsdienlichen Spieler geworden ist. Einen großen Schritt hat in den letzten Wochen Dogan gemacht, er besitzt eine gute technische Qualität. Washausen ist als junger Spieler enorm lauf- und zweikampfstark, er hat eine wichtige Rolle im Mittelfeld gespielt.

Wie lange wird er nach seiner Verletzung fehlen?
Einige Monate. Er ist am Mittwoch am Meniskus operiert worden.

Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?
Die Mannschaft spielt mit Herz, Leidenschaft und viel Disziplin, wir können mit jedem Oberliga-Gegner mithalten. Nur wenn ein Gegner hinten kompakt steht, haben wir noch Probleme, eine spielerische Lösung zu finden.

Was müssen die Spieler anders machen?
Wir sind ein bisschen zu brav. Die Spieler müssen auch mal ein Zeichen setzen oder ein taktischen Foul begehen. Unsere Gegner sind da ausgebuffter, wir hingegen noch zu grün, teilweise zu naiv. Viele Spieler sind Schwiegersohn-Typen. Außerdem wünsche ich mir, dass noch mehr Spieler torgefährlich werden und Akteure aus der zweiten Reihe im Training auf sich aufmerksam machen und so Druck auf die erste Elf ausüben.

Wird das Team in der Winterpause verstärkt?
Grundsätzlich sind wir mit dem Kader zufrieden, und es ist sehr schwer, in der Region Spieler zu finden, die besser sind als die, die wir haben. Allerdings wird Brudniok kürzer treten und Hossmang uns in Richtung Heimat verlassen. Zudem fällt Washausen lange aus. Kleine Veränderungen wird es wohl geben, aber es bleibt dabei: Wir werden auf dem Spielermarkt keine verrückten Sachen machen.

Gibt es schon Kontakte zu potenziellen Neuzugängen?
Wir führen aussichtsreiche Gespräche mit einem Göttinger Studenten und haben aktuell drei weitere Spieler im Training: zwei Brasilianer, darunter Dos Santos, der früher für Goslar gespielt hat, und einen Rumänen, der zuletzt in der ersten türkischen Liga aktiv war.

Wann kehrt Kaplan ins Team zurück?
Er hatte mehrere kleine Verletzungen, aber es ist gut möglich, dass er kurzfristig ins Training einsteigt. Er ist ein wichtiger Spieler.

Sie haben mit einem Saisonetat in Höhe von 120 000 Euro kalkuliert. Konnte die Deckungslücke mittlerweile geschlossen werden?
Wir sind dabei, die Lücke zu schließen, können unseren Verpflichtungen nachkommen. Wir sind nicht sorgenfrei, aber auf einem guten Weg, auch weil wir mit den Zuschauerzahlen (der RSV rangiert in der Oberliga mit durchschnittlich 914 Zuschauern hinter Oldenburg auf Platz zwei, Anm. d. Red.) sehr zufrieden sein können. Das ist ein angenehmer Nebeneffekt und wirkt sich positiv aus. Ich denke, dass wir die Saison solide abschließen werden, zumal sich die Gehälter im Rahmen bewegen – in naher Zukunft wird kein Spieler bei uns allein vom Fußball leben können.

Der Start in die Saison war holprig. Wie wichtig war die sportliche Erfolgsserie, um auch wirtschaftlich in die Spur zu finden?
Wir haben die Vorbereitung mit einer Rumpfmannschaft bestritten, Verletzungen haben eine Rolle gespielt, aber auch eine unglückliche Urlaubsplanung. Das war nicht oberligareif, und dafür haben wir Lehrgeld bezahlt. Wir versuchen, professioneller zu werden, können beispielsweise montags nach dem Auslaufen gegen ein Entgelt die Sauna im Jahnstadion benutzen. Wir haben einen guten Teamgeist, das Trainerteam leistet hervorragende Arbeit, wir spielen im Schmuckkästchen Jahnstadion, und die Fans unterstützen uns vorbildlich. Das stimmt mich optimistisch.

Optimistisch genug für einen Gedanken an die Regionalliga?
Meine Vision ist, in den nächsten drei bis fünf Jahren den Sprung dorthin zu schaffen. Allerdings müssten wir den Etat, mit dem wir in der Oberliga im unteren Bereich angesiedelt sind, verdreifachen, und sportlich ist es eine ganz andere Gewichtsklasse. Ich will keine falschen Erwartungen wecken, schließlich wären wir mit einem neunten Platz schon zufrieden. Aber wenn die Möglichkeit bestünde, würden wir alles versuchen, die Voraussetzungen zu schaffen. Es wäre ein Kraftakt, aber er wäre möglich. Mit der Frage, ob wir am Lizensierungsverfahren teilnehmen, müssen wir uns schon jetzt konkret befassen.

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