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Dinosaurier muss Abschied nehmen

Basketball-Bundesliga Dinosaurier muss Abschied nehmen

Allein die Tatsache, dass sie beim 94:98 in Braunschweig das längste Spiel ihrer 43-jährigen Erstligageschichte  verloren hatten, hätte ausgereicht, dass der 26. April 2009 als historisches Datum in die Geschichte der Giessen 46ers eingeht. Dass nach der Niederlage nach dreimaliger Verlängerung in dem insgesamt 163 Minuten dauernden Drama aber auch der Abstieg der Mittelhessen aus der Basketball-Bundesliga besiegelt war, der sie als einziger Club seit deren Gründung 1966 ununterbrochen angehören, machte die Tragödie noch schlimmer. 

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In der kommenden Bundesliga-Saison voraussichtlich nicht mehr in der Lokhalle zu Gast: die Giessen 46ers mit Michael Umeh, Ricky Hickman (hier im Zweikampf mit dem Göttinger Robert Dill), Corey Rouse und Jannik Freese (von links).

Quelle: CR

Schon im Januar 2008 hatten die Gießener nur durch den Einstieg von Hauptsponsor LTi die Insolvenz abgewendet, und als der neue Geschäftsführer Christoph Syring in die Geschäftsbücher blickte, sah er „das Zerrüttetste, was ich mir vorstellen konnte“. Nur durch ein knallhartes Sanierungsprogramm, was auch die Einstellungen der Zahlungen an den bisherigen Kooperationspartner LTi Lich bedeutete, sowie erhöhte Sponsorengelder gelang es dem Diplom-Kaufmann, den Gießener Basketball am Leben zu erhalten und eine Lücke von 500000 Euro im 1,7-Millionen-Euro-Etat des Clubs zu schließen, der in den vergangenen vier Jahren vier Geschäftsführer und fünf Trainer verschlissen hatte.

Kompletter Neuanfang

Weil kein Akteur einen Vertrag für die zweite Liga hat, steht dem fünffachen deutschen Meister und dreifachen Pokalsieger nun ein kompletter Neuanfang bevor, den Trainer Vladimir Bogojevic, der im Januar Simon Cote abgelöst hatte, bewerkstelligen soll. Mit knapp einer Million Euro planen die 46ers, deren Überleben auch eine 200000-Euro-Bürgschaft der Stadt sicherte, für die Pro A und den Wiederaufstieg, wobei sie wohl weiter auf ihre bisherigen Sponsoren zählen können. „Ich hoffe, dass uns der Abstieg weniger hart als befürchtet trifft“, sagt Syring, der noch auf den Ligaverbleib als erster Nachrücker durch eine Wildcard hofft. Weil sieben Klubs die Lizenz nur unter auflösenden Bedingungen bekommen haben und sie Aufsteiger Hagen in erster Instanz verweigert wurde, ist dieses Szenario nicht unrealistisch.

Dass mit Center Robert Maras ausgerechnet der Spieler, der am meisten enttäuschte, als einziger Akteur für die erste Liga noch einen Vertrag in Gießen hat, ist bezeichnend für die hausgemachten Fehler der 46ers, die bereits in den vergangenen beiden Jahren nur knapp dem Abstieg entkommen waren. Im April 2004 waren die Gießener schon einmal sportlich abgestiegen, blieben dann aber wegen des Lizenzentzugs des Mitteldeutschen BC in der Liga. Anschließend lag ihnen die ganze Stadt zu Füßen, als sie ins Halbfinale einzogen. Von einem ähnlichen Szenario will Syring nicht einmal träumen. Er weiß, dass er noch „weiter die Suppe auslöffeln muss“, die ihm seine Vorgänger mit den finanziellen Altlasten eingebrockt haben.

Jürgen Heide

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