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Regional Distanzreiten: Norwegerin bewältigt als einzige Königsdiziplin
Sportbuzzer Sportmix Regional Distanzreiten: Norwegerin bewältigt als einzige Königsdiziplin
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00:18 19.04.2013
Hand in Hand ins Ziel: die Weltmeisterschafts-Kandidatinnen Clara Haug (links) und Lotte Soballa. Quelle: Theodoro da Silva
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Holzerode

Pech hatte die Niederländerin Yvonne van der Velde, zweite Reiterin auf der Strecke: Ihr Pferd Joy Escobar lahmte bei der zweiten Untersuchung.

Ute Wiemer auf Psayad  (8:04:27) ist die erste, die nach 120 Kilometern ins Ziel geht. Kaum ist sie über die Linie geritten, springt sie ab und fällt ihren drei Begleitern um den Hals. Nicht 120 wie ausgeschrieben, sondern 125 Kilometer hat sie hinter sich. Wegen Forstarbeiten sei der Boden der blauen Runde rund um Gillersheim sehr schlecht gewesen, erklärt Bärbel Büchting von der Ground Jury. So wurden die Reiter auf die längere orange Runde um den Seeburger See geschickt.

Für die Boden- und Wetterverhältnisse sei es gut gelaufen, erzählt Wiemers Betreuerin Susanne Hessler. „Schlamm, Schlamm, Schlamm“, beschreibt die Ehrenpräsidentin des Verbands Deutscher Distanzreiter und –fahrer (VDD), Juliette Mallison, als Organisatorin die Bedingungen für den Ritt.

Die Helfer hätten gut damit zu tun gehabt, Autos und Hänger aus dem Schlamm zu ziehen, viele hätten sich festgefahren. So auch Sebastian Anderka mit Jenny Stemmler aus Potsdam. Dennoch sei das kühle Wetter besser als Temperaturen um 30 Grad, meint er, als er Stemmler auf Radja d`Aurabelle nach 120 Kilometern am Ziel erwartet.

Nach Elisa Arnould auf Sheitan al Ondrel aus Portugal kommen sie als Dritte an. Auf den nationalen 121-Kilometer-Ritt siegen Tochter Josie Doderer auf Kyra (9:48:01) mit Vater Henning Doderer auf Kalimera (9:48:02) und erreiten damit ihr Ticket zu den Deutschen Meisterschaften.

Mit der Messtechnik im Auto eingenistet

Die Richter haben sich wegen des nassen Wetters mit der Messtechnik im Auto eingenistet und schreiben Startnummern und die genaue Zeit jedes Neuankömmlings auf.  „Jetzt dürft ihr runter zum Vet-Gate“, weist Anna Jacoby die Anfänger ein. Eine halbe Stunde haben sie Zeit, um sich dort wieder vorzustellen. Bis dahin muss der Puls ihres Pferdes unter 64 sinken.

Allmählich sammelt sich eine Schar von rund 20 Leuten am Ziel: Die ersten Jungen Reiter werden nach 120 Kilometern erwartet. Mit in der Gruppe sind der Bundestrainer der Distanzreiter, Jean-Louis Leclerc, und der Teamchef der Jugendmannschaft, Renan Borowicz. Sie sind zur ersten Sichtung des jungen Teams für die Weltmeisterschaft in Tarbes/Frankreich nach Holzerode gekommen.

Fünf Reiter können sie höchstens mitnehmen, drei sind nötig für ein Team. Zwei der Kandidatinnen, Lotte Soballa auf Zyona (8:39:04) und Clara Haug (8:39:08) auf Ainhoa Fautina, reiten Hand in Hand ins Ziel und werden gefeiert. Auch die Untersuchungen am Vet-Gate fallen gut aus. Dann muss Zyona zur Doping-Probe. Etwa fünf Prozent der Starter würden kontrolliert, so Mallison. Zyona hat nichts Verbotenes bekommen.

Bemerkenswert war aus Sicht von Mallison die Leistung des kleinen Shettys Blacky, das in zwei Tagen 105 Kilometer (65 und 40 km) vor dem Sulky mit Daniel Proske hinter sich gebracht hat. Überhaupt seien die Reiter hervorzuheben, die an beiden Tagen gestartet seien. Mächtig stolz ist Fenja Cordes: Sie wurde beim Kinderritt über sechs Kilometer auf Montana Adjawad mit dem „Horsemanship”-Preis ausgezeichnet.

Alle Ergebnisse auf endurance-timing.net

Von Ute Lawrenz

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