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Dopingsünderin: BG 74 Göttingen gibt Klaudia Grudzien zweite Chance

Damenbasketball Dopingsünderin: BG 74 Göttingen gibt Klaudia Grudzien zweite Chance

Klaudia Grudzien, Centerin des Damenbasketball-Zweitligisten BG 74, erhält nach der gegen sie von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball Bundes verhängten viermonatigen Spielsperre wegen Marihuana-Konsums von den Verantwortlichen der Veilchen Ladies UG eine zweite Chance.

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Muss sich bewähren: BG-Centerin Klaudia Grudzien.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die 22-jährige Göttingerin muss dafür aber eine Reihe von Bewährungsauflagen erfüllen. Darauf hat sich der achtköpfige Beirat der UG geeinigt, der satzungsgemäß  für vertragliche Vereinbarungen mit den Spielerinnen zuständig ist.

Der Entscheidung des aus je vier Vertretern der Sponsoren und des Vereins BG 74 bestehenden Beirats war eine intensive Diskussion über die angemessene Reaktion auf Grudziens Fehlverhalten vorausgegangen. Neben der Spielerin, die zu dem Vorfall Stellung nehmen durfte, gaben auch Trainerin Jennifer Kerns und Kapitänin Nekane Krumm vor dem Gremium ihre Stellungnahmen ab. „Der Beirat sah sich vor eine sehr schwierige Aufgabe gestellt. Das Ziel des Vereins, Jugendförderung über Vorbildfunktionen des Profisports , ist mit der Einnahme verbotener Substanzen nicht ansatzweise in Übereinstimmung zu bringen. Gleichzeitig mussten wir aber auch berücksichtigen, dass einer jungen Spielerin wegen eines erst- und einmaligen Verstoßes nicht das weitere Leben, wie zum Beispiel das mit ihrem Vertrag einhergehende Stipendium, ruiniert werden darf“, verdeutlichte Beiratsmitglied Rolf Georg Köhler von der Städtischen Wohnungsbau GmbH die Problematik.

Teil des Gehalts, Arbeitsstunden und sportliches Projekt

„Als Sanktionen wurden gegen die Spielerin unter anderem die Überweisung eines Teils ihres Gehalts an die Fachstelle für Sucht und Suchtpräventionen des Diakonieverbandes Göttingen, freiwillige Arbeitsstunden im administrativen Bereich bei der BG 74 sowie die Durchführung eines sportlichen Projektes mit straffälligen Jugendlichen in Zusammenarbeit mit einer kirchlichen Einrichtung verhängt“, berichtete Beiratsmitglied Alexander Schneehain von der Kanzlei VSM Rechtsanwälte.  „Gleichzeitig haben wir Klaudia Grudzien darüber informiert, dass in den nächsten Monaten seitens der BG 74 weitere Doping-Kontrollen angeordnet werden. Bezüglich ihres weiteren Einsatzes als Trainerin einer Jugendmannschaft wird es einen Elternnachmittag geben, an dem sie sich gegenüber den Eltern der von ihr betreuten Jugendlichen erklärt. Danach werden die betroffenen Eltern selbstständig entscheiden, ob sie das Traineramt weiter ausüben darf“, so Schneehain weiter.

Klaudia Grudzien habe sich sehr einsichtig und kooperationswillig gezeigt und versichert, dass sie alles tun werde, die Folgen ihres Fehlers abzumildern. Sehr  gerne wolle sie auch in der nächsten Saison für die BG 74 spielen. Der Beirat hat dies zu Kenntnis genommen, wird hierüber aber erst eine Entscheidung treffen, wenn die an die Spielerin gestellten Auflagen erfüllt sind.  Kerns will in den kommenden Wochen mit jedem Jugendteam der BG 74 über die Unvereinbarkeit von verbotenen Substanzen und Sport sprechen.
Keine Geschäftsführer-Wahl

Noch keine Wahl

Entgegen der Ankündigung von BG-74-Geschäftsführer Hannes Stechmann stand die Wahl seines Nachfolgers nicht auf der Tagesordnung der Sitzung. Der ehrenamtliche Geschäftsführer werde auch nicht von den beiden UG-Gesellschaftern und dem Beirat gemeinsam gewählt. Vielmehr bestimmten allein die Gesellschafter Michael Arciuch (BG 74) und Ralf Müller-Isberger (Sponsoren), wer ehrenamtlicher Geschäftsführer wird, erklärte Schneehain. Der Beirat empfehle, dass die Kandidaten Reiner Fees und Dieter Nitschke, die beide dem BG-Sponsor Autohaus Peter nahestehen, die Aufgaben zusammen übernehmen. Stechmanns Nachfolge solle so schnell wie möglich geregelt werden.

Kommentar von Michael Geisendorf

▶ Die Vorstellungen, welche Strafe die Verantwortlichen der BG 74 verhängen sollten, um den Doping-Verstoß von Klaudia Grudzien zu ahnden, gehen weit auseinander. Die Reaktionen reichen von „Sofort rausschmeißen“ bis „Was soll die Aufregung. War doch nur ein Joint“. Ich glaube, die Sanktionen und Auflagen, mit denen der Beirat der Veilchen Ladies UG die 22-jährige Centerin belegt hat, sind genau richtig, für ein Vergehen, das von der  Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball-Bundes als leichter Fall eingestuft wird.

Selbstverständlich kann ein Verein nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn ein Sportler wider besseres Wissen und in Kenntnis der Folgen Vorschriften missachtet und damit in erheblichem Maße nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Teamkameraden und dem Klub schadet. Doch einmaliger Marihuana-Konsum  ist kein systematisches Doping zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. Es fällt vielmehr in die Kategorie dumme Jugendsünde. Drakonische Strafen zu verhängen, die  die sportliche oder sogar berufliche Karriere gefährden könnten, wäre vollkommen überzogen und kontraproduktiv bei einem Missetäter, der voll geständig ist und Besserung gelobt.

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Fees ist Favorit

Auf ihrer Sitzung am Mittwoch beraten die Gesellschafter und der Beirat der BG 74 Veilchen Ladies UG nicht nur über Konsequenzen der viermonatigen Doping-Sperre für Basketball-Zweitliga-Centerin Klaudia Grudzien. Ein weiterer Tagesordnungspunkt ist die Wahl eines neuen ehrenamtlichen Geschäftsführers.

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