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Drittliga-Handball in Duderstadt ist in Gefahr

Anhuef: Strukturen unzureichend Drittliga-Handball in Duderstadt ist in Gefahr

„Ich kann nicht sehen, dass die finanziellen und personellen Ressourcen so sind, wie man sie für ein nachhaltiges Spielen in der 3. Liga braucht.“ Diese Erkenntnis teilte Rüdiger Anhuef in der Pressekonferenz am Montagabend mit, als er seinen Rücktritt als Geschäftsführer der TV Jahn Handball Marketing GmbH und Teammanager der Duderstädter Drittliga-Mannschaft zum Ende der laufenden Saison ankündigte (Tageblatt berichtete).

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Zukunft ungewiss: Drittliga-Handball vor vollen Rängen in Duderstadt – hier mit Christian Brand im Derby gegen die TG Münden.

Quelle: Walliser

Unabhängig davon, ob sich ein Nachfolger für Anhuef findet und die Jahn-Sieben sportlich den Klassenerhalt schafft, scheint vor dem Hintergrund der Eingangs-Aussage der leistungsorientierte Handball in Duderstadt gefährdet zu sein. Das Projekt „Top 75“, mit dem er den TV Jahn unter den 75 besten Mannschaften Deutschlands etablieren wollte, lässt sich laut Anhuef unter diesen Vorzeichen nicht mehr realisieren. Die Strukturen, stellte der Geschäftsführer fest, seien dabei das Grundproblem. Zur Abwicklung Spielbetriebs benötige man Personen, die sich als Team im Management engagierten und die wirtschaftliche Basis für eine Saison schaffe. „Ich will nicht verhehlen – das Team könnte größer sein“, meinte Anhuef im Rückblick auf seine bislang zweieinhalbjährige Tätigkeit, die er am 1. Juni nach dann drei Jahren aus beruflichen Gründen beenden wird. Die Planung und Vorbereitung der nächsten Spielzeit obliege dann seinem (noch nicht gefundenen) Nachfolger – dieser müsse auch prüfen und entscheiden, in welcher Spielklasse es weitergehe.

„Wir müssen uns den Gegebenheiten stellen“, betonte Axel Klingebiel, Vorsitzender des TV Jahn und in dieser Funktion Mitgesellschafter der Marketing GmbH. Zielstellung müsse weiterhin sein, das zu realisieren, was zu realisieren sei: „Wir würden gerne noch mehr bewegen, aber wir wollen keine Hasardeure sein.“ Es sei gelungen, unter Anhuefs Federführung „etwas auf gutem Niveau zu etablieren“, unterstrich der Vorsitzende. Entscheidend sei dabei die Nachhaltigkeit, nicht allein die Klassenzugehörigkeit: „Die Oberliga wäre kein Beinbruch.“
„Unser Interesse ist es, den Leistungshandball in Duderstadt zu erhalten“, versicherte der dritte Gesellschafter Wolfgang Feike. Er sieht sich aber wie Klingebiel nicht im Stande, Anhuefs Funktion zu übernehmen: „Das Ganze ist mit mehr Zeitaufwand verbunden, als ich einkalkuliert hatte.“ Die Suche nach einem Anhuef-Nachfolger wolle man fortsetzen und sich nicht aus der Verantwortung stehlen: „Wir machen nicht die Tür zu und drehen uns um.“ Allerdings, fügte Klingebiel an, sei der Spielbetrieb der 1. Herrenmannschaft „keine losgelöste Veranstaltung“, nicht nur Aufgabe der GmbH: „Da müssen auch Impulse aus der Handball-Abteilung kommen – die Abteilung ist da immer gefordert.“
Und was sagt der Abteilungsleiter dazu? „Ich kann zur Zeit mit Begriffen ,der Verein oder die Abteilung ist gefordert‘ nichts anfangen”, er­klärte Ekkehard Loest auf Nachfrage. Loest: „Aus der Abteilung wird keiner Geschäftsführer werden können. In den letzten Monaten wurde sich ja schon um einen Nachfolger bemüht. Leider ohne Erfolg. Daher sehe ich nicht nur die 3. Liga gefährdet, sondern auch die Oberliga. Der Zeitaufwand ist in der Oberliga gleichhoch, nur der wirtschaftliche Druck ist in der 3. Liga stärker.“ Sollte sich kein Nachfolger finden, müsse der Vorsitzende in Verbindung mit ihm als Abteilungleiter entscheiden, wo der TV Jahn in der kommenden Serie antreten werde. Loest: „Das könnte dann aber auch für den Verein Landes- oder Verbandsliga bedeuten, was mir persönlich sehr schwer fallen würde.“
Enttäuscht von der – für sie überraschenden – Entwicklung sind Trainer Thomas Brandes und seine Spieler, die von Anhuef vor dem Training am Dienstag über dessen Rücktrittsentscheidung informiert wurden. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht – man hat uns auch nicht gesagt, in welche Richtung man will“, bedauerte Brandes im Namen seines Teams. Der Handballsport in Duderstadt hänge aber nicht allein an Anhuef, sondern an der GmbH, hob der Coach hervor: „Die Kompetenzen sind ja vorhanden – man sollte miteinander arbeiten und die Sache nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“ Was nun jeder einzelne Handballer mit der neuen Situation mache, bleibe abzuwarten – ebenso, wie sich die unklare Lage auf die sportlichen Leistungen der Mannschaft auswirken werde.

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Zum 1. Juni diesen Jahres wird Rüdiger Anhuef aus beruflichen Gründen als Geschäftsführer der TV Jahn Handball Marketing GmbH und als Teammanager der Drittliga-Mannschaft des TV Jahn Duderstadt zurücktreten. Anhuef teilte diesen Entschluss gestern Abend zuerst in einer Pressekonferenz und anschließend der Mannschaft mit.

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