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Dwayne Anderson

So leben Basketball-Profis Dwayne Anderson

Das Gros der BG-Spieler wird noch im Halbschlaf am Kissen horchen, während Dwayne Anderson morgens um 9.30 Uhr die ersten Gewichte stemmt. „Schließlich bin ich ein Biest und muss meine Energie generieren“, betont der Power Forward.

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Modell-Athlet: Anderson trainiert hart, um körperlich in Top-Form zu sein.

Quelle: Theodoro da Silva

Und wahrlich: bei Das Gesichtsausdruck kann einem schon Angst und Bange werden, wenn er wild pustend seinen Medizinball an die Wand schleudert und ihn BG-Athletiktrainer Stefan Adler schon mal bremsen muss, es nicht zu übertreiben. Aber die Energie eines Frühstücks bei McDonald’s will ja verbrannt werden. „Das Blueberry-Muffin ist mein absoluter Favorit, aber gerne bestelle ich auch Sandwiches mit Eiern und Bacon“, sagt Anderson und wischt sich abermals den Schweiß mit seinem Handtuch von der Stirn. Nach gut einer Stunde hat sich „The Beast from the Big East“ (in Anlehnung an seine Conference zu College-Zeiten) ausgetobt und kaut nun wieder völlig relaxt auf dem scheinbar omnipräsenten Strohhalm, den er zur ständigen Zahnpflege nutzt.

Modell-Athlet: Anderson trainiert hart, um körperlich in Top-Form zu sein.

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Nach kurzer Dusche geht es im roten Honda Civic in Richtung Bürgerstraße, wo sich Andersons Wohnung befindet. Abgesehen davon, dass einem die Fahrt wohl mehr Sorgenfalten ins Gesicht treibt, als die zum Teil atemberaubende Mimik des individuell wohl besten BG-Spielers, fällt vor allem die Jumbo-Packung der „Big Kids“-Kaugummis im Wagenfond auf.

Angekommen im Komplex – wie der Hauptwohnsitz des Gros der Profis nur genannt wird – begrüßt jeden Besucher ein handgemalter Zettel mit der Aufschrift „L. Dale = Winner“ an Euro-Dwaynes Tür. „Lou und Mike Scott spielen immer X-Box, wobei Lou stets gewinnt“, erklärt der Forward mit einem breiten Grinsen und setzt fort: „Das muss Scotty jedes Mal über sich ergehen lassen, wenn er in seine Wohnung im Stockwerk drüber will.“ Doch zunächst bahnt sich der reboundstarke Forward mit gutem Auge für die Mitspieler geschickt seinen Weg durch die wahllos auf dem Fußboden verteilten Basketballschuhe.

Zunächst verweilt der 24-Jährige aber nur kurz in seinem Appartement, denn Hund „Euro“ wartet schon sehnsüchtig. Auf einer kleinen Wiese nahe des Komplexes kann sich der junge Boxer dann so richtig austoben. „Allerdings scheint Euro noch nicht zu wissen, dass er ein Hund ist. Er springt wie ein Hase“, bemerkt Anderson, ehe es zurück in die Wohnung geht.

Erste Beschäftigung hier ist der Weg zum Laptop, wo sofort Freundin Lindsay auf dem tausende Kilometer entfernten Campus des Villanova-Colleges via Skype angerufen wird – um 5 Uhr morgens amerikanischer Zeit! Im Halbschlaf haucht sie ihm nur ein „Ich liebe dich“ zu und wird für die nächste Stunde per Webcam beim Träumen beobachtet. „Wenn ich zu Hause bin, sind wir immer am Skypen“, berichtet DA mit glänzenden Augen. Er berichtet aufgeregt, dass er seine Lindsay im Sommer heiratet und präsentiert mit Stolz die extra in Göttingen angefertigten Eheringe.
Nach kurzem Ausflug zum Kühlschrank, der außer Capri Sonne (natürlich „Super Kids“) und gefühlten Tonnen an Fleisch nicht viel mehr Platz bietet, setzt sich der bekennende Anti-Vegetarier zurück an sein Mac-Book, um bei den Sportnachrichten langsam einzuschlafen.

Erst gegen 12.15 Uhr reißt ihn Lieblingsrapper „Lil Wayne“ via Klingelton aus dem Schlaf. Nach einem Schluck Wasser geht’s schnell zur Wäscherei, in der sich per Hand-und-Fuß-Kommunikation verständigt, und dann mit frischen Trikots zum Training aufgebrochen wird. Angekommen vor dem rund 200 Meter vom Komplex entfernten Felix-Klein-Gymnasium wartet bereits eine Flotte Hondas darauf, dass sich die Schranke zum Parkplatz endlich öffnet. Nachdem diese jedoch geschlossen bleibt, nimmt das Team die Strecke von 20 Metern zur Halle doch zu Fuß in Angriff.
Mittagessen im Hause Anderson gibt es wahlweise daheim oder im Restaurant Mazzoni. Heute entscheidet sich der All-Star für Spaghetti Bolognese, die er genüsslich löffelt, um danach fast übergangslos in den täglichen, fast dreistündigen Mittagsschlaf zu fallen.

Erst gegen 17.45 Uhr mobilisiert sich das Kraftpaket wieder. Schon seit vergangenem Jahr hilft er als Kotrainer bei einer Jugendmannschaft der BG 74 aus. „Die Jungs liegen mir sehr am Herzen. Ich liebe das Training mit ihnen“, schwärmt der Eurofighter. Und seinen Worten folgen Taten. Mit außergewöhnlicher Hingabe widmet sich Anderson – der laut eigener Aussage noch nie einen Schluck Alkohol getrunken hat – den 16- bis 18-jährigen Basketballern.

Nur ein Team mag er dann doch noch mehr: seine ehemalige Alma Mater Villanova, für deren College-Spiel er das Training pünktlich um 19.15 Uhr verlässt. Gute zwei Stunden später ist dem „sanften Biest“ die Enttäuschung über das Ausscheiden „Novas“ aus dem March-Madness-Turnier ins Gesicht geschrieben. „Sie hatten dieses Jahr keine Führungsspieler“, meint er die Gründe ausgemacht zu haben. Zum Glück ist Freundin Lindsay live aus der Vorlesung zugeschaltet, um ihren Dwayne zu trösten. Der nimmt noch ein kleines Mahl zu sich, um sich danach neben Hund Euro ins Bett zu legen – natürlich gut beobachtet von Lindsay.

  Dwayne Anderson
  Der am 22. Juni 1986 in Washington DC geborene Power Forward stieß zwei Wochen nach Beginn der Serie 2009/10 zu den Veilchen. Schnell entwickelte sich der 2,01 Meter große und 98 Kilogramm schwere Modell-Athlet aufgrund seiner immens physischen Spielweise zum Leistungsträger im Team von BG-Headcoach John Patrick. Der Absolvent der Villanova University, die er zuvor bis in das Viertelfinale der US-amerikanischen College-Meisterschaft geführt hatte, trumpfte im Dress der Veilchen besonders bei europäischen Begegnungen groß auf und hatte so erheblichen Anteil daran, dass die BG in der Saison 2009/10 als Newcomer die Euro-Challenge gewonnen hat. Die eigenen Fans verpassten ihm wegen diverser Euro-Galas den Spitznamen „Euro-Dwayne“ Auch in dieser Spielzeit überzeugte DA – wie ihn Coach Patrick anspricht. In seiner Eurocup-Premieren-Saison wurde er ins „All second Team“ gewählt. Der Mann mit der Trikotnummer 22, die er in Anlehnung an seinen Geburtstag trägt, zählt also zu den zehn besten Athleten des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs. bam

Von Rupert Fabig

Update : Die Fehler sind korrigiert, vielen Dank für die Hinweise, fh.

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