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Ein Oberliga-Traum, der sich wie Tau verflüchtigt

Das letzte Heimspiel Ein Oberliga-Traum, der sich wie Tau verflüchtigt

Nach vier Jahren endet für die Fußballerinnen der SG Holtensen/Elliehausen das Kapitel Oberliga – die Stammvereine melden nicht mehr für die kommende Saison (Tageblatt berichtete). Das letzte Heimspiel war von dieser Entscheidung überschattet und ging mit 1:3 (0:1) gegen den VfL Bienrode verloren.

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Letztes Heimspiel der SG Holtensen: Spielerin Sandra Hallmann und Trainer Thomas Hellmich auf dem Holtenser Sportplatz.

Quelle: Warda

Eigentlich lädt ein prächtiger Sonntagmorgen wie dieser, mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher, zum Fröhlichsein ein. Doch bereits vor dem Anpfiff des Oberligaspiels gegen den VfL Bienrode hat sich auf dem Holtenser Sportplatz eine gedrückte Stimmung ausgebreitet. Es ist das letzte Heimspiel der SG Holtensen/Elliehausen. Ein Wechsel des Teams unter das Dach der SVG ist gescheitert, eine eigentlich intakte Mannschaft wird aller Voraussicht nach auseinanderbrechen.

Seit vergangenem Mittwoch steht fest, dass die Stammvereine TSV Holtensen und Gelb-Weiß Elliehausen in der kommenden Saison kein Frauen-Oberligateam melden. Vor Beginn der Partie sind die Spielerinnen von Markus Busch, 2. Vorsitzender des TSV Holtensen, verabschiedet worden. Drei Minuten habe die Zeremonie gedauert, „jede von uns hat eine rote Rose bekommen“, berichtet Sandra Hallmann. Die SG ist so etwas wie ihr Kind, und deshalb ist sie besonders traurig. Die Tränen habe sie unterdrücken müssen bei der Verabschiedung, sagt sie.

Hallmann ist verletzt, kann nicht mitspielen. „Im letzten Heimspiel zugucken zu müssen, ist doppelt tragisch“, sagt sie. Warum es mit der SG in der Oberliga zu Ende geht? Hallmann weiß es nicht so recht. „Wir haben keine offizielle Meinung zu hören bekommen“, macht sie deutlich.

„Rein formal keinen Grund“

Holtensen und Elliehausen führen in einer Pressemitteilung vor allem „erhebliche personelle Probleme“ und ein fehlendes, zukünftig aber gefordertes B-Juniorinnenteam an. Sicherlich habe die Bezirksligamannschaft im Winter unter Personalmangel gelitten, räumt Hallmann ein, und auch die B-Juniorinnen seien ein Thema – aber eben auch kein aktuelles. Und die Personalsituation in der Reserve habe sich gebessert. So gesehen habe es für den jetzt vollzogenen Schritt „rein formal keinen Grund mehr gegeben“. Der SVG, die sich nach langem Zögern gegen eine Aufnahme des SG-Teams entschieden hat, macht die Spielerin keinen Vorwurf. „Sie waren gut zu uns, haben sich bemüht“, sagt sie. Und auch Busch habe sich immer um das Team gekümmert. Am Ende bleibt nur das „Warum ?“ übrig.

Die SG spielt schlecht an diesem Sonntagmorgen, verschläft die erste Hälfte und wird nach dem Ausgleich von Christiane Tuchelt (62.) und vielen vergebenen Torchancen auf eigenem Platz ausgekontert. „Spielerisch zu schwach“ sei man gewesen, klagt der scheidende Trainer Thomas Hellmich später. „Die Mädchen sind halt verzweifelt., der Kopf ist nicht frei.“

Keine Derbys gegen Sparta mehr

Mit dem letzten Auswärtsauftritt am kommenden Sonntag in Hastenbeck endet für Hellmich – zumindest vorerst – sein persönliches Kapitel Frauenfußball. Zum Dank wird ihm in Buschs Namen nach Spielschluss eine Flasche Tequila in die Hand gedrückt. Die SG-Frauen zu trainieren, habe ihm sehr viel Spaß gemacht, sagt der Trainer. Auch für ihn sei es „nicht erklärlich, warum es nicht weitergeht“. Keine Derbys mehr gegen die Sparta-Frauen, deren kampfloser Sieg über Renshausen heute zur Randnotiz wird.

„Wir hatten unser allererstes Oberligaspiel gegen Bienrode und nun auch das letzte“, sagt Hallmann und blinzelt in die Sonne. Wie Tau verflüchtigt sich an diesem Sonntagmorgen ganz allmählich der Traum vom Oberligaverbleib. Hallmann hofft, dass sie bis zum nächsten Sonntag wieder fit ist. Gegen Hastenbeck will sie für die SG auflaufen – wenigstens einmal noch.

Von Eduard Warda

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