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Ein Treffer fehlt Kopps zum Halbfinaleinzug

Radball-Weltcup Ein Treffer fehlt Kopps zum Halbfinaleinzug

„Kämpfen Stahlross, kämpfen!“ Immer wieder erklang in der voll besetzten Mammuthalle in Sangerhausen der Schlachtruf des RV Stahlross Obernfeld. Am mangelnden Kampfgeist von Manuel und André Kopp lag es aber nicht, dass das Duo aus dem Eichsfeld zum Zuschauen verurteilt war, als es beim Finale des Radball-Weltcups 2012 um den Sieg ging.

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Ball und Gegner im Griff: Die Obernfelder Manuel (li.) und André Kopp, hier gegen den Sangerhäuser Mike Pfaffenberger.

Quelle: Kandel

Sangerhausen. Beim Triumphmarsch der Österreicher aus Höchst, die die ersten drei Plätze belegten, wurden die Obernfelder Siebte.

Dabei wusste das Duo am Ende nicht so recht, ob es sich freuen oder doch ärgern sollte. „Klar, dass 4:2 gegen Ehrenberg im Spiel um Platz sieben war ein versöhnlicher Abschluss. Da sind wir schon zufrieden“, sagte Manuel Kopp. Doch dann folgte das große Aber. „Die Enttäuschung darüber, dass wir das Halbfinale so knapp verpasst haben, sitzt doch ebenso tief“, fügte André Kopp hinzu. Schließlich war es nur ein einziger Treffer, der dem als Weltranglisten-Sechste ins Turnier gegangenen Team fehlte.

Der Reihe nach. In der „Todesgruppe I“ –  die Staffel II war bei weitem nicht so stark besetzt – startete Obernfeld optimal. In einer von Taktik geprägten Partie setzte sich das Team 2:1 gegen die Brüder Pfaffenberger vom gastgebenden RSV Sangerhausen,  Weltmeister des Jahres 2005, knapp durch. Als in der zweiten Partie ein ebenso knapper 4:3-Sieg gegen Winterthur (Schweiz) folgte, war der Halbfinaleinzug schon greifbar nah. Doch dann kam, trotz der Unterstützung der Fans, plötzlich Sand ins Getriebe. Gegen Höchst II setzte es eine klare 0:3-Niederlage.

„Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“

So waren Manuel und André Kopp im letzten Vorrundenspiel gegen die Weltmeister des Vorjahres, das Team des späteren Weltcup-Gewinners Höchst I, plötzlich im Zugzwang. Schnell lagen die Obernfelder zurück, starteten dann aber eine Aufholjagd. Doch zu spät, am Ende siegten die Österreicher 3:2. Bei einem, durchaus noch machbaren, 3:3 wären die Obernfelder weitergekommen. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, trauerte Manuel Kopp den verpassten Möglichkeiten hinterher und stellte kurz darauf realistisch fest: „Auf diesem derart hohem Niveau wird eben jeder Fehler gnadenlos bestraft.“

Am Ende kamen die beiden Teams aus Höchst weiter, für Winterthur, Sangerhausen und eben Obernfeld blieben nur die Platzierungsspiele. Dabei legten sich die Eichsfelder noch einmal mächtig ins Zeug. In der Partie um Rang sieben war das Team aus Ehrenberg der Kontrahent. Nach einem spannenden Schlagabtausch behauptete sich Obernfeld 4:2.

Damit war die Welt von  Manuel und André Kopp und ihren Vätern Berthold und Josef, die sie als Trainer begleiteten, doch wieder einigermaßen in Ordnung. „Ich denke, wir können mit unserer ersten Weltcup-Saison zufrieden sein“, brachte André Kopp das Ganze dann auf den Punkt. Und dann verteilten er und sein Team-Partner noch ein Kompliment an die Turnier-Gastgeber. „Wir waren schon oft in Sangerhausen und haben uns hier immer wohlgefühlt. Aber heute war es doch schon etwas Besonderes, vor allem die Kulisse am Abend,“ so Manuel Kopp .“

Ein Trost bleibt allerdings

Für diese wiederum waren weit mehr als 500 Zuschauer und die rührigen Gastgeber vom RSV Sangerhausen zuständig. Am Ende erging es den Sangerhäuser Radballern wie ihren Leidensgefährten aus Obernfeld. Als es um die Wurst, besser gesagt die Siegerpokale und die von einem ortsansässigen Sponsor gestifteten Fahrräder ging, waren sie Zaungäste. Sie erlebten dann eine Demonstration der gewachsenen Leistungsstärke des Radballs in Österreich. Das wiederum trieb Bundestrainer Jürgen King die Zornesröte ins Gesicht. Von einem Debakel und einer Enttäuschung sprach er.

Zudem gab es gleich zwei Premieren. Zum ersten Mal in der zwölfjährigen Geschichte des Radball-Weltcups belegten drei Teams aus einem Land die ersten drei Plätze. Und ebenfalls zum ersten Mal waren die Auftakt- und die letzte Partie des Turniers identisch.
Alles Fakten, die Manuel und André Kopp und ihre Fans zwar zur Kenntnis nahmen, doch auch nicht viel glücklicher machten. Das eine fehlende Tor im Spiel gegen Höchst I wird ihnen wohl viel länger nachhängen.

Ein Trost bleibt allerdings. Geht es nach dem Willen der UCI-Verantwortlichen, dann gibt es in zwei Jahren ein erneutes Weltcup-Finale in Sangerhausen. Vielleicht bekommen dann Manuel und André Kopp ihre zweite Chance. Auf die Unterstützung der Fans, und auch das steht wohl fest, können sie dann garantiert wieder bauen.

Von Edda Hille

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