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Erlösende SMS: Rucksack wird nachgeschickt

Tour d’Afrique Erlösende SMS: Rucksack wird nachgeschickt

Hardy Grüne hat sich in das größte Abenteuer seines Lebens gestürzt. Mit 62 Radsportbegeisterten aus aller Welt mutet sich der 48 Jahre alte Göttinger die Tour d’Afrique zu, die von Kairo aus in 95 Tagesetappen über 11    953 Kilometer bis nach Kapstadt führt.

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Die deutsche Tour-d‘Afrique-Delegation vor dem Start in Kairo: Dennis Kipphardt, Beate Weiland, Hardy Grüne, Horst Schlenker (v.l.).

Quelle: HG

Einmal wöchentlich schildert Grüne im Tageblatt seine Erlebnisse, Strapazen und Eindrücke auf einer der längsten und härtesten radsportlichen Herausforderungen der Welt.

Kairo. Das darf doch nicht wahr sein. Das größte Abenteuer meines Lebens beginnt als Albtraum. Erst musste der Flieger nach Kairo auf halber Strecke wegen eines technischen Defekts umkehren und wir verbrachten eine hektische Nacht in München, dann war in Kairo keine Spur von meinem Rucksack auszumachen.

Eine wilde Jagd durch das Flughafengebäude führte nicht zur ersehnten Erleichterung, und auch die Nachfrage bei der Fluggesellschaft brachte nur ein bedauerndes: „Sorry, wir wissen im Moment auch nicht, wo er ist.“ Sollte mein Abenteuer etwa schon vorbei sein, ehe es begonnen hat? Jedes einzelne Teil im Rucksack hat schließlich seine exakt definierte Bedeutung, seinen vielfach geprüften Sinn und Zweck. Die Ausrüstung binnen 72 Stunden hier in Kairo adäquat zu ersetzen, wäre schlichtweg unmöglich, und ich sah mich auf meinem Viermonats-Abenteuer schon in geliehenen und viel zu großen Radhosen sowie mit Notpedalen und einfachen Turnschuhen. Eine Horrorvision!

Nach unruhiger ersten Nacht in Kairo und der schockierenden Erkenntnis, dass das Abenteuer ohne die Ausrüstung in der Tat ernsthaft gefährdet sein würde, saß ich am nächsten Morgen gemeinsam mit anderen Teilnehmern bereits beim Aushecken eines Notfallplans („Von mir kannst Du eine Hose bekommen“; „Ich hätte eine Tube Sonnencreme übrig“), als die erlösende SMS kam. Der Rucksack war in München gefunden worden und würde nun so schnell wie möglich nach Kairo transportiert. Selten zuvor hat mich eine SMS derart erleichtert, und die abrupt abfallende Spannung löste sogar ein paar Freudentränen aus. Das Abenteuer konnte weiter gehen!

Nach diesem Albtraumstart mit Happy-End durfte ich mich endlich in das Chaos Kairo stürzen und die Tage bis zum Tourstart mit ein wenig Sightseeing verkürzen. Eine Stadt aus purer Energie. Auf den Straßen konkurrieren Lastwagen, Busse, Eselkarren, Autos und Rikschas gnadenlos um Raum und Aufmerksamkeit, das begleitende Hupkonzert ist infernalisch und die Freundlichkeit der Ägypter überwältigend. „Salaam“ heißt es aus allen Ecken, „Welcome to Egypt“ versichert man uns, wo immer wir auftauchen.

„Wir“, das ist die kleine Delegation deutscher Tour-d’Afrique-Teilnehmer, bestehend aus Beate, einer mit buddhaähnlicher Gelassenheit ausgestatteten mutigen Frau, Dennis, einem immer vergnügten Ruhrpottler, dessen technisches Equipment beeindruckend ist, und Horst, dem wir mit seiner drahtigen Figur und seinem wachen Blick durchaus Aussichten auf einen Podiumsplatz im Rennen einräumen.

Wir begegneten uns erstmals im Flieger nach Kairo, und durch meine Gepäcknotlage wurde das dort entstandene freundschaftliche Band schon früh auf eine harte Probe gestellt, die es aber bravourös bestand. Gut zu wissen, dass man verlässliche Partner an seiner Seite hat, wenn einem ein 12     000 Kilometer langes Radrennen bevorsteht.

Der Rest der insgesamt 63 Fahrerinnen und Fahrer trudelt derweil allmählich in Kairo ein. Es ist ein buntes Nationalitätengemisch, dessen gemeinsame Ebene die Liebe zum Fahrrad und die Bereitschaft zum Abenteuer ist. Überall in unserer Hotelanlage wird an Rädern geschraubt, über die Streckenführung diskutiert, Ausrüstung miteinander verglichen. Ein bizarr exotisch wirkender Jahrmarkt mitten im Moloch Kairo!

Die Spannung ist förmlich greifbar. Alle warten, dass es endlich los geht, doch niemand weiß, was wirklich vor ihm liegt. Heute ließ uns eine kleine gemeinsame Ausfahrt zu den Pyramiden von Gizeh immerhin schon mal ein wenig von dem Wahnsinn kosten, sich mit dem Fahrrad in den afrikanischen Verkehr zu stürzen.

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