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Fallschirmspringen: Göttingerin Emmermann ist Deutscher Meister

3000 Meter im freien Fall Fallschirmspringen: Göttingerin Emmermann ist Deutscher Meister

Der Mutter hat sie erst nichts gesagt. Nichts davon, dass sie auf dem Nato-Flugplatz in Geilenkirchen einen Tandem-Sprung gewagt hat. Und auch nichts von ihrer Begeisterung, die sie gleich im Anschluss zur Ausbildung ins belgische Spa-Francorchamps geführt hat. Das war 2008, und mittlerweile hat die Göttingerin Jacqueline Emmermann 380 Sprünge absolviert.

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Formation über den Wolken: Jacqueline Emmermann (links, schwarz-weißer Fallschirmsack) und ihre Sprung-Gruppe.

Quelle: EF

Göttingen. Einige von ihnen trugen dazu bei, dass sie sich seit kurzem Deutsche Meisterin im Formationsspringen nennen darf.

Die 33-Jährige bildet mit drei Mitstreiterinnen ein reines Frauenteam, das in einer männerdominierten Sportart durchaus etwas Besonderes darstellt. Trainiert wird in Kassel-Calden, die Deutsche Meisterschaft fand in Bad Saulgau in Baden-Württemberg statt. Hier hatten die Springerinnen nach zehn Sprüngen alle acht Konkurrenten ihrer Klasse hinter sich gelassen. Der Erfolg ist umso höher zu bewerten, als Emmermanns Formation die geringste Erfahrung vorweisen konnte.

Abgesprungen wird aus 4000 Metern Höhe. Pro Sprung müssen etwa drei Figuren gezeigt werden, zum Beispiel der Stern. Als Protokollant springt ein sogenannter Videomann mit ab. In 1000 Metern Höhe wird die Reißleine gezogen.

Kein Adrenalin-Junkie

„Ich bin nicht todesmutig oder ein Adrenalin-Junkie“, sagt Emmermann, die beruflich als Oberkommissarin bei der Polizeiinspektion Göttingen arbeitet. Wie beim Autofahren gehe man beim Fallschirmspringen ein kalkuliertes Risiko ein – der Anschnallgurt im PKW ist für den Fallschirmspringer der Reserveschirm. Dieser darf auch nur von speziell ausgebildeten Fachleuten gepackt werden. Eine letzte Kontrolle der Gurte erfolgt im Flieger. Emmermann ist sehr vorsichtig und stolz darauf, sich noch nie verletzt zu haben.

„Die meiste Zeit des Lebens, wartet der Springer vergebens“, zitiert die Polizistin eine Fallschirmspringer-Weisheit und meint damit ihre Ausbildung. Diese zog sich wie bei vielen anderen ein knappes Jahr hin, denn oft spielte das Wetter nicht mit. Nach 20 Sprüngen und der Lizenz ging es nach DeLand/Florida zu den Erfindern ihrer Ausbildungsmethode Accelerated Freefall. Hier begann sie mit dem Formationsspringen.

„Die Herausforderung und der Reiz des Sports sind, dass man Entscheidungen treffen muss“, sagt Emmermann. „Man ist absolut auf sich gestellt und fokussiert. Es ist kein Platz für andere Gedanken, denn es geht ums nackte Überleben.“ Im Vordergrund stehe der freie Fall – wenn es der Schirmflug wäre, würde sie Paragliding machen. Angst dürfe man nicht haben, Respekt sollte man aber aufbringen. Und man sollte mit einer Anfangsinvestition in Höhe von mindestens 6000 Euro rechnen.

Deutsche Meisterschaften 2014

Mit dem Titel von Bad Saulgau hat sich Emmermanns Formation für die nächsthöhere Klasse qualifiziert, in der sie bei den Deutschen Meisterschaften 2014 an den Start gehen wird. Diese finden in Eisenach statt und sind für die Göttingerin so etwas wie ein Heimspiel, denn hier hat sie zuerst trainiert. Ein anderes Ziel sind die Europameisterschaften. Mittelfristig will sie als Ausbilderin arbeiten, und ein Traum sei der Flug im – doppelt mit zwei Schirmen gesicherten – Wingsuit, einem Flügelanzug.

Bis dahin will die Göttingerin in der Saison zwischen April und September auf 50 Trainingssprünge kommen. Ihren Kollegen von der Göttinger Polizei ist sie dankbar dafür, dass sie hin und wieder Dienste tauschen kann. Und ihre Mutter weiß mittlerweile auch Bescheid. „Sie findet das gut“, sagt Emmermann. „Pass᾽ bloß auf dich auf“, flüstere Mama manchmal.

Accelerated Freefall (AFF)

Beim „beschleunigten Freifall“ ist der Ausbildungsweg beschleunigt, denn bereits bei seinem ersten Sprung springt der Schüler, begleitet von zwei Ausbildern, aus einer Höhe von 4000 Metern ab und zieht selbst die Reißleine.

Bei einer konventionellen Ausbildung wird zuerst aus 1000 bis 1500 Metern mit automatischer Öffnung des Schirms abgesprungen.

Von Eduard Warda

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