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Felix-Klein-Gymnasium Göttingen fördert Kaderathleten

Training statt Matheunterricht Felix-Klein-Gymnasium Göttingen fördert Kaderathleten

Mittwochs in der dritten und vierten Stunde stehen sie an der Tischtennisplatte, schwimmen ihre Bahnen im Wettkampfbecken des Badeparadieses Eiswiese oder dribbeln mit dem Basketball durch die Halle – die dreizehn Kaderathleten des Felix-Klein-Gymnasiums (FKG).

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Schwimmhalle statt Klassenraum: Emilia Bachmann beim Vormittagstraining im Wettkampfbecken des Badeparadieses.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Während ihre Mitschüler im Unterricht bei Latein, Geschichte oder Mathe sitzen, schwitzen sie mit den Stützpunkttrainern bei einer zusätzlichen Trainingseinheit. Die Schule findet das gut. Mehr noch: Sie unterstützt die talentierten Schülerinnen und Schüler, denn das FKG ist seit September 2012 eine Partnerschule des Leistungssports.

Das bedeutet nicht nur, dass sie Sportlern und Sportarten gegenüber positiv eingestellt ist und sich mit einem Zertifikat schmücken kann, die Ernennung zur Partnerschule bringt zusätzliche Lehrerstunden. Ute Holle, stellvertretende Schulleiterin und verantwortlich für die Unterrichtsverteilung, setzt das Puzzle zusammen.

„Es gibt immer Einzellösungen für das Nachholen der Stunden, die Absprache erfolgt direkt zwischen dem Fachlehrer und dem Schüler“, berichtet sie. Da kann es dann auch schon einmal sein, dass diese Stunden während des Sportunterrichts der Klasse stattfinden.

„Das ist aber nicht so schlimm, diese Schüler sind während der Woche genug sportlich aktiv.“ Sie habe festgestellt, dass die Kaderathleten oft recht leistungsstarke Schüler seien, die in der Regel auch gut organisiert sind. Erteilt werde der Unterricht nach dem Motto „so viel wie notwendig“.

Rückmeldungen sehr positiv

Schulleiter Klaus Juraschek betont, dass es auch Sportler gebe, die den Nachholunterricht bislang gar nicht in Anspruch genommen haben. „Das klappt in zwei Fällen ganz gut.“ Nicht die komplette Stundenzahl wird nachgeholt, in der Regel ist es lediglich ein Drittel der regulären Zeit.

Die Schüler schauen, wie sie das Versäumte aufarbeiten, die Fachlehrer geben eine Einschätzung. Ist Bedarf zum Nacharbeiten da, gibt es eine zusätzliche Stunde. Die Rückmeldungen von Eltern und Lehrern seien sehr positiv. „Es scheint gut zu funktionieren“, sagt Juraschek. Einzige Ausnahme für das „Schwänzen“ einer Trainingseinheit am Mittwoch sind Klassenarbeiten.

Sind die in der dritten und vierten Stunde angesetzt, fällt die sportliche Sonderschicht aus, muss mitgeschrieben werden.

Mit diesem Konzept geht das FKG einen anderen Weg als die  weiteren Partnerschulen des Leistungssports in Niedersachsen. Besonders stolz ist Projekt-Organisatorin Ines Graeber auf die Tatsache, dass inzwischen drei Sportarten gefördert werden. Außerhalb des Sportinternats in Hannover gebe es das nicht.

Mit viel Engagement die Sache

Zunächst waren nur Basketball und Schwimmen vorgesehen und in der Bewerbung aufgelistet, inzwischen ist Tischtennis hinzugekommen. „Wir mussten nicht lange überlegen. Die Lage und die Ausstattung unserer Schule sind ein Vorteil“, so Graeber. Hallenkapazitäten sind vorhanden, der Weg ins Badeparadies ist nicht weit.

Anna Schmidt (Waspo 08) und Timothy Wiegand (Torpedo) stehen als Stützpunkttrainer zur Verfügung, FKG-Lehrer Martin Lindemeier hat in Vertretung des Stützpunkt-Übungsleiters die Basketballer übernommen. „Sie gehen mit viel Engagement die Sache an“, lobt Hans Schön, Koordinator in der Schulleitung und selbst Basketballtrainer.

Eine, die inzwischen beide Seiten kennt – nämlich das Sportinternat in Hannover und die regionale Förderung vor Ort – ist, Tischtennisspielerin Marie-Sophie Wiegandt. Sie ist wieder nach Göttingen zurückgekehrt und nutzt gemeinsam mit ihrer Schwester Johanna die Förderung in der Schulsporthalle.

„Vom Tischtennis kann man nicht leben“

Noch ist das „Unternehmen Tischtennis“ eine Familienangelegenheit, denn der Vater ist Verbandstrainer. Er erklärt auch den Wechsel zurück in die normale Schule. „Marie Sophie hat in Hannover nicht die schulische Unterstützung erhalten, die wir uns vorgestellt haben.“

Mit dem Training in der Schule falle immerhin eine Fahrt nach Hannover weg, drei- bis viermal pro Woche macht sich die Torpedo-Spielerin dennoch auf den Weg zum Kadertraining in die Landeshauptstadt, sieben Einheiten absolviert sie insgesamt. Timothy Wiegandt ist es wichtig, dass seine Tochter ein gutes Abitur macht.

„Vom Tischtennis kann man nicht leben.“ Nach den Sommerferien könnte die Gruppe größer werden. „Zwei Spieler aus dem Landkreis kommen vielleicht dazu. Es hat schon Gespräche mit den Eltern gegeben“, berichtet Juraschek.

Ein Nebeneffekt des speziellen FKG-Konzeptes ist es, dass junge Sportler mit Perspektive, die allerdings noch keinem Kader angehören, auch am Sondertraining teilnehmen können – wenn sie einen Klassenkameraden haben, der ohnehin in das Programm aufgenommen wurde. Dann können sie nämlich gemeinsam die zusätzliche Lehrerstunde zum Nacharbeiten nutzen.

Kein Budget zur Verfügung

Man sei auch offen für Talente aus anderen Schulen, sagt Juraschek. Allerdings sieht er logistische Probleme.

„Die müssten erst einmal zu uns kommen und hätten natürlich nicht die zusätzliche Förderung durch die Lehrer, weil deren Schulen dafür ja kein Budget zur Verfügung haben.“

Projekt-Chefin Graeber blickt zufrieden auf die Startphase. „Das, was Schule machen kann, haben wir verwirklicht. Es geht natürlich alles nur, wenn auch alle mitziehen.“

Partnerschule des Leistungssports

Zur Stärkung des Spitzensportstandortes Niedersachsen gibt es einen Kooperationsvertrag zwischen dem Landessportbund (LSB) und dem Niedersächsischen Kultusministerium zur Regionalisierung des Leistungssports.

Schüler, die sich dem Leistungssport widmen, haben an Partnerschulen des Leistungssports die Möglichkeit, für ihre schulische und sportliche Leistungsentwicklung gleichermaßen Unterstützung zu erhalten.

Dafür vergibt das Ministerium an die Partnerschulen zusätzliche Lehrerstunden entsprechend der Sportart, dem Alter und der Anzahl der jungen Kaderathleten.

Der LSB vermittelt die Trainer für die sportartspezifischen Trainingseinheiten während der Schulwoche. Die Talentförderung beginnt in der Schule, die jungen Athleten sollen von der Zusammenarbeit der Schulen mit den Leistungszentren vor Ort profitieren.

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