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Regional Göttinger Fink und Kany holen WM-Titel im Ultimate-Frisbee
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23:20 31.03.2015
Nicolas Fink und Esther Kunay am Strand vor der Skyline Dubais. Quelle: EF
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WM-Teilnehmer müssen sich nicht qualifizieren, es reicht die Meldung eines Teams. Im Mai  2014 begann die Auswahl der Spieler, die sich bei Turnieren für das Team empfehlen konnten. Während Esther Kunay im Vorfeld vom Coach bei einem Rasenturnier angesprochen worden war, war Nicolas Fink bereits bei der WM 2011 in Japan dabei gewesen. Der milde Winter hat es möglich gemacht, dass viel auf einer Beachanlage in Berlin trainiert werden konnte. Die Mitspieler kamen aus der Bundeshauptstadt, Dresden, Nürnberg und Mainz. Den größten Block stellten Münchener Spieler. „Wir waren viel unterwegs, hatten Trainingslager in Portugal und auf Lanzarote“, berichtet Esther Kunay. „Alles selbst finanziert“, ergänzt Nicolas Fink. „Der Verband stellt gerade mal den Trikotsatz. Der Sport hat keine Lobby.“ Der Aufwand habe sich aber gelohnt, sagt der 31-Jährige. „Es wurde ein homogenes Team ohne Starspieler zusammengestellt.“ Vier Monate hatten die beiden Göttinger im Vorfeld intensiv trainiert und „viel Zeit investiert“.

Während die Skandinavistik-Doktorandin Kunay zwei Tage vor dem Start nach Dubai geflogen ist, musste ihr Göttinger Teamkollege um seinen Einsatz bangen. Erst am zweiten Turniertag traf der Anästhesist im Emirat ein, weil er unmittelbar vor der geplanten Abreise krank wurde und mit Fieber im Bett gelegen hatte.

Beide sind sich einig, dass es ein „Riesenevent“ am JBR-Beach war. Die Weltmeisterschaft sei perfekt organisiert, die Tribüne am Strand – zumeist von Touristen – gut besetzt gewesen.    Auf Dubai Sports TV hat es Live-Berichte gegeben, im Internet Livescores. „Und wir mussten auch nicht Hunger und Durst leiden“, sagt Nicolas Fink, der mit dem Team in einem Zwei-Sterne-Hotel in der Nähe der Beachanlage untergebracht habe.

Zeit, die Stadt kennenzulernen blieb kaum. Erst nach dem Turnier waren die 27-Jährige und der Vater von zwei kleinen Söhnen (drei Jahre und drei Monate alt) in der Stadt unterwegs, die sie zwar beeindruckend fanden, ab er nicht unbedingt noch einmal besuchen wollen. „Es waren auch nicht alle Teilnehmer glücklich mit der Entscheidung, die WM nach Dubai zu verlegen“, erzählt Kunay, die 2007 aus Pforzheim zum Studium nach Göttingen kam und ein Jahr später über einen Tutor an der Uni zum Ultimate Frisbee gekommen ist. „Aber den meisten ist der sportliche Wettkampf einfach wichtiger“, ergänzt Fink.

Für den ehemaligen Basketballer sind die Partien wie „Spiele gegen Freunde“. Weil ohne Schiedsrichter gespielt wird, hat der Fairness-Gedanke Priorität. „Alle kennen die Regeln, wollen fair gewinnen.“ Zumal am Ende jeder Begegnung auch die Mannschaft gekürt wird, die den besten „Spirit“ hat. In dieser Wertung erreichte Deutschland Platz zwei. Deswegen wird Ultimate Frisbee auch als Schulsport immer attraktiver. „Die soziale Kompetenz wird gefördert“, bekräftigt Kunay. Sie und ihr Mannschaftskollege, die sowohl im Hochschulsport als auch im Verein bei der BG aktiv sind, verzeichnen in jüngster Vergangenheit einen immer größeren Zulauf. „Viele Studienanfänger kommen zu uns und berichten, dass sie den Sport schon in der Schule kennengelernt haben.“

Von Kathrin Lienig

Regelwerk: Ultimate Frisbee

Das Laufspiel Ultimate Frisbee wurde 1979 in Deutschland erstmals gespielt, 1990  der Deutsche Frisbeesportverband (DFV) gegründet. Bei der Beach-Variante stehen sich auf Sand jeweils fünf Spieler in einer Mannschaft gegenüber. An den langen Enden des Spielfeldes befinden sich, wie beim American Football, Endzonen. Ziel des Spieles ist es, durch Zupassen, ohne mit der Scheibe in der Hand zu laufen, sie in der gegnerischen Endzone zu fangen und damit zu punkten. Der Werfer hat zehn Sekunden Zeit die Scheibe abzuwerfen. Landet die Scheibe auf dem Boden, im Aus oder wird von der gegnerischen Mannschaft abgefangen, wechselt der Scheibenbesitz. Der Sport ist körperlos und wird ohne Schiedsrichter gespielt. Die Spieler sind selbst dafür verantwortlich Fouls oder Linienverstöße anzuzeigen. Auswechselungen sind nur nach einem Punktgewinn möglich. In Göttingen wird Ultimate Frisbee bei der BG 74 und im Hochschulsport gespielt. kal

Beach-WM: Vorrunde bis Turniersieg

In zwei Vorrunden zu je neun  Mannschaften begann das Turnier am Strand von Dubai. Das deutsche Mixed-Team (19 Spieler) hat trotz einer Niederlage gegen Europameister Schweden (6:11) als Gruppenerster das Viertelfinale erreicht. Siege gab es gegen Uganda, die Niederlande, Indien, die Philippinen, Tschechien, Großbritannien und Kanada. Das Viertelfinale gewann die deutsche Mannschaft 12:7 gegen Russland, das mit nur zwölf Spielern angereist war und deshalb am Ende konditionell nicht mehr mithalten konnte. Mit den Portugiesen hatten die Deutschen noch eine Rechnung offen, zuletzt hatte man bei Vorbereitungsturnieren jeweils dreimal mit nur einem Punkt Differenz verloren. Bei heftigem Wind gab es einen 6:3-Erfolg im Halbfinale. Im Endspiel wartete Gruppengegner Kanada, der zuvor den Titelverteidiger USA besiegt hatte. Nach einer 10:7-Führung kamen die Nordamerikaner noch einmal auf 9:10 heran, ehe die Deutschen die Partie mit 11:9 für sich entscheiden konnten. kal

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