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Göttinger Studentin holt in Österreich WM-Titel

Indoor-Mountainbike Göttinger Studentin holt in Österreich WM-Titel

Die Göttinger Medizinstudentin Caroline Pasedach hat bei der fünften Indoor-Mountainbike-Weltmeisterschaft im oberösterreichischen Freistadt als Einzelfahrerin WM-Gold gewonnen. Im Vorjahr war sie noch Vizeweltmeisterin geworden. In der Gesamtwertung belegte Pasedach als beste Frau den elften Platz.

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Jubel nach der Zielankunft im österreichischen Freistadt: Caroline Pasedach sichert sich den Weltmeister-Titel und wird das Siegertrikot bei der Tour d‘Energie im Mai tragen.

Quelle: EF

„In den ersten Jahren war ich meist Vierte oder Fünfte. Nach der Vizeweltmeisterschaft im vorigen Jahr habe ich mir gesagt: Da geht noch mehr. Habe noch intensiver trainiert und es tatsächlich geschafft“, freute sie sich.

Das über 24 Stunden dauernde Rennen in der Freistädter Messehalle gehört zu den härtesten Radsportwettbewerben weltweit und beansprucht die Fahrer in vielfacher Hinsicht auf extreme Weise. Das Rennen verlangt den Sportlern neben exzellenten fahrerischen Leistungen und körperlicher Kondition auch mentale Höchstleistungen ab. Der Schwierigkeitsgrad der 850 Meter langen Runden, die eine Vielzahl an naturgetreuen Hindernissen wie Rampen, engen Kurven und starken Anstiegen beinhaltet, wurde in diesem Jahr noch einmal erhöht. „Schon nach wenigen Runden weißt du nicht mehr, wie viele du eigentlich gefahren bist. Du versuchst gar nicht erst weiter mitzuzählen, konzentrierst dich auf dich selbst – auch mit Hilfe der eigenen Musik über Kopfhörer – und auf die Schwierigkeiten der Strecke“, erklärt sie.

Die 26-jährige Ludwigshafenerin, die seit drei Jahren an der Georgia Augusta studiert und nach bestandenem ersten Staatsexamen gerade ihre Doktorarbeit in der Kardiologie schreibt, gehörte zu den 40 Einzelfahrern unter den 220 Mountainbikern aus neun Nationen. Anders als die 180 Teamfahrer, die in Zweier- bis Achter-Mannschaften an den Start gingen und sich auf der Strecke abwechseln konnten, mussten die Einzelkämpfer die gesamten 24 Stunden durchhalten. Willen und Selbstdisziplin in besonderem Maße erfordert vor allem die zweite Hälfte des Rennens, wenn zum Kräfteverschleiß und der Muskelbeanspruchung in der Nacht auch noch eine erdrückende Müdigkeit hinzukommt.

Pasedach, die ohne Betreuer und Unterstützung angereist war und sich demzufolge die ganze Zeit selbst mit Nahrung und Getränken versorgen musste, erarbeitete sich ihren immer größer werdenden Vorsprung durch eine kräftesparende Fahrtechnik, zu der ein immer gleichbleibender Fahrrhythmus gehört. Trotz eines Sturzes, bei dem sie sich am Knie verletzte und der sie kurzzeitig in Rückstand brachte, sowie der immer stärker werdenden Muskel- und Gelenkschmerzen dachte die Medizinstudentin nie daran aufzugeben, wie es viele der gestarteten Biker taten.

Bei der Vorbereitung auf das WM-Rennen kam Pasedach nicht nur ihr spezifisches Mountainbike-Training zugute. „Seit einiger Zeit fahre ich auch Rennrad, trainiere beim RSC Göttingen mit und gehöre zum bundesweit aktiven Amateurfahrer-Rennteam Drinkuth.“ Für den RSC ist sie am vergangenen Sonnabend bei dem von ihm organisierten Jailhouserock, einem Wohltätigkeitsrennen in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf, mitgefahren. Für Drinkuth will sie in diesem Jahr eine Reihe von Straßenrennen bestreiten.

Das Geschwindigkeitstraining auf dem Rennrad, ist Pasedach überzeugt, habe ihr bei der Indoor-WM in Österreich den entscheidenden Kick gebracht. So fuhr sie letztlich mit beeindruckenden 71 Runden und 60 Kilometern Vorsprung gegenüber der zweitplatzierten Italienerin Elisabetta Dasoli sowie 91 Runden und 75,7 Kilometern vor der drittplatzierten Deutschen Regina Runge ins Ziel. Vorjahressiegerin Irene Pfab hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben. Dagegen hatte die Göttingerin die 394 Runden mit einer Gesamtlänge von 334,9 Kilometern und 5023,5 Höhenmetern in der für Frauen neuen Rekordzeit von 24:03:46,6 Stunden zurückgelegt. Das in Regenbogenfarben gehaltene Weltmeistertrikot will Caroline Pasedach auch bei der Tour d‘Energie am 8. Mai in Göttingen tragen, für die sich schon vor langer Zeit angemeldet hat.

Von Max Gippert

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