Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regen

Navigation:
Göttinger belegt Platz fünf beim längsten Skirennen der Welt

"Inferno-Rennen" Göttinger belegt Platz fünf beim längsten Skirennen der Welt

„In meiner Familie sind alle begeisterte Skifahrer, das hat abgefärbt“, sagt Markus Gauer, der vor kurzem beim Inferno-Rennen im schweizerischen Mürren, dem längsten Amateurskirennen der Welt, den fünften Platz belegt hat.

Voriger Artikel
TV Jahn reist nach Bad Neustadt
Nächster Artikel
Göttinger wollen Titel verteidigen

Fünfter beim „Inferno“: DLR-Mitarbeiter Markus Gauer ist bei Massenabfahrten immer vorn dabei.

Quelle: EF

Der 30-Jährige studierte Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart und arbeitet seit 2008 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Bunsenstraße. Dort ist er für die Weiterentwicklung des Strömungslösers für das Ariane-5-Programm zuständig.

Mit 14 begann er, Gras-Ski zu fahren. Im Alter von 15 bis 20 war er Mitglied der deutschen Nationalmannschaft in dieser Disziplin und nahm an Weltmeisterschaften teil. Schließlich konzentrierte er sich auf den alpinen Skisport, bevor er sich mit 23 Jahren eine „Auszeit“ nahm. „Meine Diplomarbeit habe ich in Australien geschrieben. Da ist nicht viel mit Skifahren“, sagt der gebürtige Weinheimer schmunzelnd.

Freunde aus seinem ehemaligen Skiclub Trösel überredeten ihn 2009, erstmals am Inferno-Rennen teilzunehmen. Dort fuhr er nach intensiver Vorbereitung auf Rang 18 durchs Ziel und wurde auf Anhieb bester Deutscher. „Da habe ich gemerkt: Es geht noch“, berichtet Gauer, der in den Sommermonaten für den Tuspo Weende Radrennen bestreitet und sich so fit hält. 2011 „wollte ich es noch mal wissen“, sagt er ehrgeizig. Konzentriert habe er sich auf das Hexenrennen in Belalp und das Inferno vorbereitet. „Ohne vernünftiges Training ist die Teilnahme lebensgefährlich“, berichtet Gauer: Geschwindigkeiten von über 130 km/h, Startabstände im Zwölf-Sekunden-Takt, weite Sprünge und Kompressionen sind während des Höllenritts zu meistern. „Respekt vor der Strecke und während der Fahrt die Konzentration hochhalten“ – das sei wichtig. Zum Überholen, wie es bei Massenstarts oft der Fall ist, gibt es zwei Möglichkeiten: „Entweder man saugt sich im Windschatten an oder ruft den Vordermann.“

„Kraft und Koordination, Ausdauer und körperliche Fitness sind entscheidend“, erläutert er die spezifische Vorbereitung. „Skifahren gehört natürlich auch zum Training“, ergänzt er, Grundvoraussetzung sei, „sicher auf den Brettern zu stehen“. Unterstützung erhält Gauer von seiner Verlobten Julia, sie gibt ihm am Tag vor dem Rennen die Wetterdaten durch, damit er die Ski richtig wachsen kann. „Für jede Luftfeuchtigkeit und Temperatur ist ein anderes Wachs nötig“, erklärt er.

Am Start „ist man voller Adrenalin und total fokussiert. Trotzdem bekommt man die grandiose Atmosphäre um sich herum mit.“ Sein Trainingseifer hat sich ausgezahlt: Bei der „Hexe“ über zwölf Kilometer belegte er Rang 13 von mehr als 1400 Startern, beim Inferno über die Distanz von 7,5 Kilometern wurde er Fünfter von 1875 Teilnehmern – und das trotz eines Sturzes. Der damit verbundene Zeitverlust ärgert ihn: „Das hat mich den Podiumsplatz gekostet.“ Letzteren verpasste er nur um eine Sekunde. Positiv sieht er, dass „noch Potenzial nach oben ist“, sogar mit einem Sturz sei er nur knapp von Weltcupfahrern geschlagen worden. „Wenn ich mit vollem Einsatz nur 20. geworden wäre, würde eine erneute Teilnahme ja keinen Sinn mehr machen“, gibt er zu. „Nächstes Jahr greife ich wieder an“, verspricht Gauer.

Von Tobias Christ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Alle Verein der 1. Bundesliga im Quotenvergleich von SmartBets.
21.11.2017 - 13:06 Uhr

Um die Kommerzialisierung des Fußballs geht es am Mittwoch, 22. November, bei einer Lesung des Autors Christoph Ruf im Fanraum der Supporters Crew 05, Obere-Masch-Straße 10 in Göttingen. Beginn ist um 19.05 Uhr.

mehr
Burgturnier 2017: Highlights aus drei Tagen