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Kleinsorg absolviert als erster Deutscher die Bob-Graham-Round

Ultramarathon Kleinsorg absolviert als erster Deutscher die Bob-Graham-Round

Der Ultra-Läufer Frank Kleinsorg hat es einfach immer wieder versucht. Im dritten Anlauf und als erster Deutscher überhaupt meisterte er schließlich alle Hürden der Bob-Graham-Round. Der anspruchsvolle Extrem-Lauf in Nordengland hat mehr als 8000 Höhenmeter – also ähnlich viele wie der Mount Everest.

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Über Stock und Stein: unterwegs auf der Bob-Graham-Round.

Quelle: r

Elliehausen. Der Ultra-Läufer Frank Kleinsorg hat es einfach immer wieder versucht. Im dritten Anlauf und als erster Deutscher überhaupt meisterte er schließlich alle Hürden der Bob-Graham-Round. Der anspruchsvolle Extrem-Lauf in Nordengland hat mehr als 8000 Höhenmeter – also ähnlich viele wie der Mount Everest.

„Ein großer Teil der Strecke ist zudem weglos. Es geht querfeldein über Weiden, durch Flüsse und Moore“, skizziert Kleinsorg. Der 46-Jährige beschreibt das Rennen als „persönlichen Wettkampf gegen die Uhr. Denn es geht darum, im Lake District in unter 24 Stunden 42 Hügel in festgelegter Reihenfolge zu überwinden.“ Die Herausforderung wird perfekt, weil auf der 100 Kilometer langen Strecke Dunkelheit und Nebel die Orientierung erschweren.

Der Göttinger absolvierte die Runde schließlich in 20:20 Stunden. „Wenn man 20 Stunden läuft, dann fühlt man sich mal großartig und glaubt, man sei der Oberheld. Aber zehn Minuten später ist das genaue Gegenteil der Fall“, gibt der Extremsportler einen beachtlichen Einblick.

Die Tiefphasen – etwa jene, als er umknickte – waren im Ziel vergessen. „Es war einfach unbeschreiblich. Ich habe schon viele Läufe gewonnen – aber nur wenige waren so emotional wie die Bob-Graham-Round“, so Kleinsorg, der 2016 unter anderem Deutscher Meister im Ultra-Lauf seiner Altersklasse war.

Fasziniert habe den Mittvierziger die langjährige Geschichte des 1932 initiierten Laufs. „Es ist der größte Traditionslauf Großbritanniens. Mehr Geschichte und Abenteuer kann man an das Trail-Laufen nicht reinpacken“, schwärmt er. Wie knifflig das Abenteuer ist, wurde Kleinsorg bei seinen ersten beiden Versuchen schonungslos vor Augen geführt.

„Beim ersten Mal sind wir zu viert und völlig blauäugig hingefahren – und haben nach 18 Stunden gemerkt, dass wir absolut nicht im Zeitlimit liegen.“ Beim zweiten Versuch habe die Kombination aus Hitze und Wind dem Team einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch sei laut Kleinsorg klar gewesen: „Irgendwann haben wir das Ding in der Tasche.“

Grundlage für den jüngsten Erfolg waren einerseits ein ausgiebiges Scouting der Strecke. Andererseits eine besondere Begegnung: Vor Ort entstand ganz zufällig Kontakt zur Ultralauf-Legende Tom Hollins. „Er fand unsere Geschichte cool, weil wir versuchten, die Strecke ohne großes Support-Team zu laufen.“ Das sei völlig unüblich, betont Kleinsorg. Auch deshalb bot Hollins seine Unterstützung an. So entstand schlussendlich ein 15-köpfiges Team, das Kleinsorg begleitete. Das für ihn das Tempo vorgab, für Orientierung sorgte, ihm Verpflegung reichte oder ihn massierte. „Ich musste im Grunde genommen nur laufen.“

Das Kapitel „Bob-Graham-Round“ ist für den Göttinger, der Ole Evers als besten Trainingspartner nennt, allerdings noch lange nicht abgeschlossen: Denn seine Laufkollegen – etwa jene vom ersten Versuch – sind noch nicht Teil des Bob-Graham-Clubs. Doch Kleinsorg möchte ihnen zur Mitgliedschaft verhelfen. „Wir haben schon einen Termin fürs nächste Jahr. Und wir wollen versuchen, nach und nach alle durchzubringen“, sagt er.

Und er selbst? Auf die Frage, ob er es erneut versucht hätte, wenn er auch beim dritten Anlauf gescheitert wäre, zögert Kleinsorg keine Sekunde: „Ich hätte nicht aufgehört. Definitiv nicht. Ich hätte es so lange versucht, wie meine Beine mich tragen.“

Von Timo Holloway

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