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Grüne verzückt äthiopische Dorfbewohner mit La Ola

Tour d’Afrique Grüne verzückt äthiopische Dorfbewohner mit La Ola

Hardy Grüne hat sich in das größte Abenteuer seines Lebens gestürzt. Mit 62 Radsportbegeisterten aus aller Welt mutet sich der 48 Jahre alte Göttinger die Tour d’Afrique zu, die von Kairo aus in 95 Tagesetappen über 11    953 Kilometer bis nach Kapstadt führt. Einmal wöchentlich schildert Grüne im Tageblatt seine Erlebnisse, Strapazen und Eindrücke auf einer der längsten und härtesten radsportlichen Herausforderungen der Welt.

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Rolling Hills: Steile Anstiege und Abfahrten kosten Kraft.

Quelle: EF

Bei aller Liebe zum Fahrrad und dem Radfahren – heute muss ich einfach mal mit einer Hommage an die äthiopische Frau beginnen. Was Frauen hier an Lasten durch die Gegend wuchten, nötigt uns Radsportlern allergrößten Respekt ab, und wenn man dann noch sieht, dass sich zumeist ein halbes Dutzend Kinder um sie herum schart, wird daraus endgültig Bewunderung. Es ist ja allgemein bekannt, dass es die Frauen sind, die Afrikas Alltag in Gang halten, während sich die Herren der Schöpfung lieber in den Kneipen oder unter schattigen Bäumen die Zeit vertreiben. Erstaunlicherweise sind es dennoch zugleich die Frauen, die uns Radlern selbst dann noch ein fröhliches Lachen zuwerfen, wenn sie tief gebeugt von ihrer Last an uns vorbei ächzen. Hinterher wird dann gerne auch mal ein bisschen gekichert – kein Wunder, denn in unserem bunten und hautengen Outfit werden wir in den Augen einer äthiopischen Frau einen recht exotischen Anblick darstellen.

Nachdem wir die Millionenmetropole Addis Abeba in einem nervenaufreibenden Konvoi verlassen hatten, führte uns unser Weg südwestlich in Richtung des Seebades Arba Minch, über dessen Dächern wir unseren letzten Ruhetag in Äthiopien genossen. Leider sind die Ruhetage von diversen Aufgaben und Verpflichtungen geprägt, so dass Sightseeing-Touren zumeist ausfallen müssen. Statt dessen wird die Sportkleidung gewaschen, das Fahrrad gepflegt, der Körper entspannt und vor allem ganz viel gegessen. Seit dem Start in Kairo haben wir alle diverse Pfunde verloren und sind bemüht, möglichst viele Kalorien zu uns zu nehmen. Immerhin können dadurch auch Süßigkeiten endlich mal ohne Reue in größeren Mengen verschlungen werden!

Auch in dieser Woche stand harte Arbeit auf dem Programm, denn Äthiopien präsentierte sich unverändert als kraftraubende Landschaft, in der es ständig hoch und runter geht. Obwohl wir bis auf 1500 Meter hinabradelten, purzelten die Höhenmeter nur so aus dem Tacho heraus. Das lag vor allem an den gefürchteten „Rolling hills“, die aus kontinuierlich aufeinander folgenden steilen Abfahrten und ebenso steilen Anstiegen bestehen. Eine nicht nur körperlich fordernde Angelegenheit, denn meist kann man schon auf der rasanten Abfahrt die anschließend folgende steile Auffahrt sehen und sich schon mal mental auf die dabei einsetzende abrupte Bremswirkung einstellen.

Für mich waren es die bislang schönsten Tour-Tagen. Am Freitag beispielsweise stand eine 116-Kilometer-Etappe an, die mit einem 17-Kilometer-Anstieg begann, der schlicht phantastisch war. Das lag einerseits an der schönen Strecke, die fordernd, aber nicht überfordernd war, andererseits aber auch daran, dass wir just zu jenem Zeitpunkt radelten, als Äthiopiens Nachwuchs auf dem Weg in die Schule war. Die Straßen waren entsprechend gesäumt mit johlenden Kindern, die uns begeistert anfeuerten. Bisweilen fühlte ich mich wie bei der Tour de France, wenn es den Alpe d’Huez hinaufgeht und die Gasse für die Fahrer immer enger wird.

Während ich mich durch diese wogende Masse den Berg hinaufschraubte, probierte ich sämtliche mir vorliegenden Fremdsprachenkenntnisse aus und konnte feststellen, dass es ziemlich egal ist, in welcher Sprache man kommuniziert – die Antwort ist immer dieselbe: nämlich großer Jubel und Gelächter. Die Kids liebten es, egal, ob ich mit einem „Guten Morgen, alle miteinander“ an ihnen vorbei fuhr, ihnen ein „Salut, tous le monde“ zurief oder landestypisch mit „Salam“ grüßte. Hauptsache, ich rief und winkte dabei fröhlich. Großen Erfolg hatte ich auch mit einer La Ola, die ich in einem Dorf ausprobierte und die versammelte Zuschauerschaft damit in lautstarke Begeisterung versetzte.

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