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Regional „Ohne mich wäre Göttingen 05 nicht bis in die 2. Liga gekommen“
Sportbuzzer Sportmix Regional „Ohne mich wäre Göttingen 05 nicht bis in die 2. Liga gekommen“
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14:47 26.10.2018
„Der Sport hatte für mich immer einen großen Stellenwert“: Helmut Strauß einem 05-Trikot, das er zum Geburtstag geschenkt bekam. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Als Helmut Strauß mit dem Handballspielen begann, wurde noch draußen bei Wind und Wetter auf dem Großfeld gespielt. Mit 17 Jahren kam er damals zu dem Sport, der ihn sein gesamtes weiteres Leben über begleiten sollte. „Ich bin damals auf die Oberschule, das heutige Felix-Klein-Gymnasium gegangen“, berichtet er: „Dort durften wir kein Fußball spielen hinten auf dem Pausenhof, sondern nur Handball.“ 1945, nachdem der Krieg vorbei war, habe er angefangen, im Verein Handball zu spielen. Und zwar, das lag für den gebürtigen Groner auf der Hand, beim MTV Grone.

Dieses Jahr nun ist Helmut Strauß 90 Jahre alt geworden. In Grone lebt er immer noch. Über sein Alter sagt er: „Ich muss mich daran noch gewöhnen, dass ich jetzt auf die 100 zugehe.“ Für den Göttinger Handball ist Strauß das, was man ein Urgestein nennt. Eine Instanz. Denn was einst auf dem Pausenhof begann, entwickelte sich schnell zu einer Leidenschaft – und zu einer Erfolgsgeschichte. Spieler, Schiedsrichter, Funktionärstätigkeiten bei Vereinen und Verbänden: Strauß lernte nahezu alle Facetten des Handballs kennen.

Heimatverein MTV Grone verlassen

Seinen Heimatverein MTV Grone, bei dem er sich durch seine großen Fähigkeiten in Sachen Organisation einen Namen gemacht hatte, verließ er, um sich dem 1. SC Göttingen 05 anzuschließen: „Die 05er hatten mich gefragt, ob ich Abteilungsleiter werden möchte. Das hat mich natürlich gereizt“, erinnert sich Strauß: „05 hatte eine tolle Truppe – was denen fehlte, war ein vernünftiges Management.“ Strauß wollte und sollte das ändern: „Ich bin am 19. Oktober 1969 bei 05 eingetreten und war am selben Tag bereits Abteilungsleiter.“

Was wenige Jahre später unter seiner Leitung folgte, war nichts weniger als die Hochphase des Göttinger Handballs, Mitte der 80er-Jahre. Göttingen 05 legte eine Serie von Aufstiegen hin und marschierte aus der Bezirksliga in die 2. Bundesliga. Die Trainer hießen damals Jürgen Kloth oder Günter Böttcher. Die alte Godehard-Halle, damals Heimspielstätte der 05er, war regelmäßig rappelvoll – Nostalgie. Strauß, der in dieser Zeit als Spielwart der Schwarz-Gelben fungierte, sich aber auch um sonst nahezu alles rund um die Mannschaft kümmerte, war der Macher dieses Erfolges.

Heiner Brand in Göttingen

Zu Zweitliga-Zeiten, erinnert er sich, spielte 05 in der Godehard-Halle einmal gegen Leverkusen: „Da war sogar Heiner Brand, der spätere Bundestrainer in der Halle, um Leverkusen zu beobachten. Er hat meine Enkeltochter, die ihn mit großen Augen angeguckt hat, auf den Schoß genommen und mit ihr zusammen das Spiel angeschaut.“ Kurze und schöne Anekdoten dieser Art, die ihm spürbar am Herzen liegen, kann Strauß viele erzählen.

Christian Wolf, Dieter Ramm, Jürgen Ruppert und Rolf Rühmeier, die sich ebenfalls bei 05 engagierten und für die Finanzen und die Verträge zuständig waren, seien für ihn seinerzeit wichtige Wegbegleiter gewesen, sagt Strauß. Wie er seinen persönlichen Anteil am damaligen Erfolg der 05er bewerte? „Ohne meine Person wäre 05 nicht bis in die 2. Bundesliga hochgekommen – ohne Wolf, Ramm, Ruppert und Rühmeier aber auch nicht.“ Die „drei R’s“, wie Strauß sie nennt, und Wolf haben ihm jüngst zu seinem 90. Geburtstag Gratulations-Karten geschrieben, in denen sie ihm unter anderem auch für seine Verdienste um den Göttinger Handball danken.

„Manchmal war es der nackte Stress“

Rückblickend sagt er selbst: „Der Sport hatte für mich immer einen großen Stellenwert. Wer kann schon von sich behaupten, dass er Chef von einer Mannschaft der 2. Bundesliga war – da gibt es nicht so viele. Es war zwar manchmal der nackte Stress, aber ich möchte es nicht missen.“ Der „nackte Stress“ dieser Jahre ist für den Rentner mittlerweile Geschichte. Dem Handball steht er nach wie vor nah. „Selbstverständlich verfolge ich den Handball in der Region immer noch, vor allem bei der HG Rosdorf-Grone, wo der MTV Grone Stammverein ist. Wenn ich es nicht in die Halle schaffe, informiere ich mich in der Zeitung.“ Er will den Handball eben nicht missen – auch mit 90 Jahren nicht.

Von Filip Donth

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