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Handball: WM-Erfolg als Plädoyer für mehr Nachwuchsarbeit

Klubs in der Pflicht Handball: WM-Erfolg als Plädoyer für mehr Nachwuchsarbeit

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in Spanien im Viertelfinale am Gastgeber gescheitert. Fünf Siege in sieben Spielen hatten viele Experten dem mit zahlreichen Talenten gespickten Team von Nationaltrainer Martin Heuberger aber nicht zugetraut.

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Mit 23 Jahren schon Leistungsträger: Talente wie Patrick Groetzki (r.) erhalten von Nationaltrainer Martin Heuberger eine Chance.

Quelle: AFP

Ist der deutsche Handball-Nachwuchs doch leistungsstärker als vermutet? Ferdinand Jacksch hat sich bei den heimischen Handball-Experten umgehört zeichnet ein homogenes Meinungsbild.

Nicht nur Ex-Bundestrainer Heiner Brand sprach nach dem fünften Platz von einem „Riesen-Imagegewinn“. Auch die meisten Trainer der südniedersächsischen Spitzenklubs erweisen dem Team um Bundestrainer Martin Heuberger großen Respekt.
„Handball-Deutschland ist auf dem richtigen Weg“, unterstreicht etwa Alexander Koke.

Der Spielertrainer des Drittliga-Fünften TG Münden begründet seine Meinung: „Man sieht doch, dass wir genug Talente haben, die Martin Heuberger erfolgreich gefördert und gefordert hat.“ Leistung sei laut Koke aber keine Frage des Alters. Egal in welcher Spielklasse: „Auf eine gesunde Mischung kommt es an.“

Frank Mai, Coach des Oberligisten TV Jahn Duderstadt, hat „aus deutscher Sicht eine vernünftige WM“ erlebt. „Die Vereine müssen einfach noch mehr auf Nachwuchsarbeit setzen.“ Das wünscht sich  Mai besonders von seinem derzeitigen Verein. „Es lohnt sich. Hier hat unser Klub  noch weiter  Nachholbedarf.“

Nach Ansicht von Mirko Jaissle, Trainer des Oberligisten HG Rosdorf-Grone, haben die Schützlinge von Martin Heuberger „Werbung für den deutschen Handball und damit auch für die Nachwuchsarbeit gemacht. Das macht Mut für die Zukunft“, ist Jaissle überzeugt.

Es lohne sich, fleißig zu trainieren: „Der Impuls muss natürlich auch von den Vereinen ausgehen und von ihnen mit getragen sowie energisch verfolgt werden.“

Diesem Plädoyer schließt sich auch Jens Wilfer, Coach des aufstrebenden Verbandsligisten HSG Plesse-Hardenberg, an: „Der Bundestrainer hat mit seiner Philosophie und seinem Personaleinsatz bewiesen, dass es doch möglich ist, junge deutsche Spieler auf hohem internationalen Niveau zu etablieren“.

Das müsse auch für die Bundesliga Wegweiser sein, ebenso zu handeln. Man müsse einfach nur Geduld haben. Die heimische Szenerie beleuchtend spricht Wilfer die TG Münden oder den  TV Jahn Duderstadt an. Man könne auf Dauer nicht durchhalten, „wenn jedes Jahr mit sehr viel Aufwand Spieler rekrutiert werden müssen, um lebensfähig zu sein.“

Das kann auch Marcus Wuttke, ehemaliger Spieler der HG Rosdorf-Grone, bestätigen. In seiner neuen beruflichen Heimat trainiert er unweit von Augsburg den Jugendbundesligisten JSG Friedberg/Dasing. „Die WM wird nicht nur der Elite-Förderung neue Impulse geben, sondern der Nachwuchsarbeit insgesamt.“

Carsten Barnkothe, der Trainer des Oberligisten Northeimer HC, zweifelt daran. Selbst der WM-Titel 2007 habe nicht die große Euphorie ausgelöst. „Es ist schon schwierig, mehr Kinder zum Handballsport zu bringen, nur weil die Nationalmannschaft das Viertelfinale erreicht hat. Es fehlt mir einfach noch die Nachhaltigkeit, zu der auch wieder einmal die Teilnahme an den Olympischen Spielen zählt.“

A. Koke

A. Koke

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F. Mai

F. Mai

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M. Jaissle

M. Jaissle

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J. Wilfer

J. Wilfer

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M. Wuttke

M. Wuttke

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C. Barnkothe

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