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Hart arbeitender Beach-Boy mit Zahnpasta-Lächeln

Basketball-Bundesliga Hart arbeitender Beach-Boy mit Zahnpasta-Lächeln

Taylor Rochestie wirkt, als sei er endgültig in Göttingen angekommen. Zufrieden sitzt der 24-jährige US-Amerikaner im Café Gromo, trinkt eine heiße Schokolade, die sich unter einem dicken weißen Berg Schlagsahne versteckt, und genießt die Klänge des gitarrenlastigen Alternative Rock.

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Zahnpasta-Lächeln und heiße Schokolade: Taylor Rochestie fühlt sich in Göttingen wohl.

Quelle: Theodoro da Silva

Sucht er ob der drohenden finanziellen Schieflage seines Arbeitgebers Starting five Ablenkung, da Hauptsponsor MEG einen Insolvenzantrag gestellt hat? „Nein!“, betont der talentierte Guard, der, so hofft MEG-Headcoach John Patrick, einmal die großen Fußstapfen von Publikumsliebling und Führungsspieler Kyle Bailey ausfüllen wird.

Von Verunsicherung ist bei Rochestie nichts zu spüren. Der Spielmacher der Göttinger Erstliga-Basketballer strahlt Gelassenheit und Zuversicht aus. „Ich habe Vertrauen ins Management. Ich bin nach Göttingen gekommen, um Basketball zu spielen. Darauf fokussiere ich mich. Meine volle Konzentration gilt dem Spiel am Sonntag gegen Tübingen“, sagt Rochestie mit einem Lächeln, das dem der Zahnarztfrau aus der Perlweiß-Fernseh-Werbung in Sachen Strahlkraft in nichts nachsteht.
Seit zwei Monaten ist Rochestie in Göttingen, doch sein breites Lächeln musste zu Saisonbeginn einer ernsten Miene weichen. Eine schmerzhafte Muskelverletzung nahe dem Leistenband bremste ihn, zudem nahm Headcoach Patrick den Guard aus dem kalifornischen Santa Barbara hart ran. „Es war schon schwierig für mich, mich an das Spielsystem zu gewöhnen, auch wenn wir auf der Washington State University ähnlich defensivorientiert gespielt haben. In der Defense musste ich mich aber komplett umstellen. Hier wird von mir das absolute Gegenteil von dem gefordert, was mich in den letzten fünf sechs Jahren gelehrt wurde. Jetzt habe ich es gelernt, ich werde aber weiter hart an mir arbeiten“, sagt Rochestie.

Eine selbstbewusste, aber wohl auch richtige Einschätzung, denn seine Formkurve zeigt steil nach oben. Bereits gegen Gießen ließ er sein Potenzial aufblitzen, bei der knappen Niederlage in Trier zeigte er dann, dass er ein Teamleader ist. „Ich bin hierher gekommen, um das Team zu führen und die Geschwindigkeit zu bestimmen. Mir ist es wichtig, alle Spieler um mich herum mit meiner Spielweise besser zu machen“, sagt Rochestie.

„Besten Fans der Liga“

Besonders angetan ist der 1,85 Meter große Aufbauspieler, der bereits als Sechstklässler von einer Basketball-Karriere in Europa träumte, von der Lokhalle und den Fans. „Bevor ich hier unterschrieben habe, habe ich ein You-Tube-Video gesehen. Ich war sofort von der einmaligen Halle, ihrer lebendigen Geschichte und dieser tollen Atmosphäre begeistert. Ich bin mir sicher, dass Göttingen die besten Fans der Liga hat“, schwärmt Rochestie.

Im Café Gromo ist er übrigens öfter zu sehen. „Ich wohne mit meiner Freundin Joslyn gleich um die Ecke. Ich mag es auch, mit Fans zu interagieren, bin schon ein eher offener Typ. Leider ist da aber öfter eine Sprachbarriere“, sagt er. Um diese zu überwinden, hofft er darauf, dass er ein paar Teamkollegen überzeugen kann, gemeinsam einen Deutschkurs zu machen. Göttingen habe er inzwischen richtig lieb gewonnen. Auch das Wetter schrecke ihn nicht, da er aus Washington Kälte gewohnt sei. „Für jemanden, der es von zu Hause gewohnt ist, den Strand vor der Tür zu haben und dort auch Weihnachten zu feiern, ist das dennoch schwer. Aber Göttingen ist definitiv ein Ort, an den man gerne zurückkommt.“ Wenn er sich weiter so steigert, dann werden die Fans ihn gar nicht erst gehen lassen.

Von Mark Bambey

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